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Das Thema JTAG/Boundary Scan war bei Göpel electronic noch immer ein zentrales Betätigungsfeld. Viel Arbeit wurde in die Entwicklung von Hard- und Software gesteckt, wie beispielsweise den ersten Boundary Scan Controller MFC 1149.1 (Bild 1) und das noch heute weltweit führende Boundary Scan Softwaresystem Cascon.
Zwar wurde das Testverfahren auf Board-Level bereits 1990 als IEEE 1149.1 standardisiert, technologisch war es hingegen noch ein Novum. "In den frühen 90ern waren wir mit JTAG/Boundary Scan unserer Zeit voraus", sagt Holger Göpel heute. "Die Technologie hatte für den 'Westen' noch Neuigkeitswert, weshalb wir zu dieser Zeit viel Pionierarbeit leisteten, um unsere Produkte und Technologien an den Mann zu bringen".
Die Entwicklungen wurden unterdessen vorangetrieben. Um größere Testabdeckung zu erreichen und Schwachstellen anderer Prüfverfahren zu füllen wurden erste Integrationen von JTAG/Boundary Scan z.B. in In-Circuit-Tests ermöglicht (Bild 2).
Sowohl Hard- als auch Software wurden im Laufe der Jahre, getrieben durch stetig steigende Kundenanforderungen, konsequent weiterentwickelt. Im Jahr 2005 wurde die Hardware-Architektur SCANFLEX vorgestellt, die in Modularität, Flexibilität und Leistungsumfang weltweit einzigartig ist. Hinzukommend wurden in den folgenden Jahren zahlreiche neue Hardware-Module entwickelt, die das Testen und In-System Programmieren mittels Boundary Scan einfacher, effizienter und kostensparender machten. Selbstentwickelte Technologien wie JEDOS (vorgestellt 2015) schufen völlig neue Möglichkeiten für zeitgemäßen Embedded Test und Programmierung, zum Beispiel von Internet-of-Things-Devices (Bild 3).
Neuer Geschäftsbereich: Automatische Optische Inspektion
Der Funktionstest von elektronischen Baugruppen und Geräten speziell aus dem Automotive-Bereich stellte von Anfang an eine tragende Säule im Leistungsspektrum von Göpel electronic dar. Die Thüringer wurden bald zu einer der führenden Firmen für Steuergerätetest, Buskommunikation und Diagnose. Auch in Luft- und Raumfahrt sowie Automatisierungstechnik stießen die Testlösungen bald auf große Nachfrage.
Weil nicht alle Fertigungsfehler elektrisch nachweisbar sind, wurde 1992 die Automatische Optische Inspektion (AOI) in Erwägung gezogen und ein neuer Geschäftsbereich gegründet.
Am alten Wirkungsort von Ernst Abbe und Carl Zeiss konnte sich auf langjährige Tradition in Optik und Feingerätetechnik gestützt werden. Daraus resultierte ein umfassendes Spektrum an kundenspezifischen Lösungen zur optischen Inspektion verschiedenster Produkte, bis der wachsende Elektronikmarkt Hauptaufgabengebiet wurde. Inzwischen werden modernste optische und Röntgeninspektionssysteme von Göpel electronic auf der ganzen Welt eingesetzt.
Mit den Wurzeln in der Elektronik und der Tradition der Optik kann heute ein Komplettpaket aus führenden Technologien, umfassendem Support und strategischer Kompetenz geschnürt werden. Große Faktoren des Erfolges waren die konsequente Innovationsorientierung und das Streben nach Weltmarktführerschaft, aber auch die spezifische innere Organisation mit großen Freiräumen der Mitarbeiter und flachen Hierarchien. Die ambitionierten Ziele und Visionen der Prüfingenieure von 1991 durchstanden turbulente Nachwendejahre und beschäftigen heute mehr als 230 Mitarbeiter in Deutschland, England, den USA, Indien und China.
* Matthias Müller ist bei Göpel electronic für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
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