Künstliche Intelligenz in der Fertigung Prognose: KI-Erwachen in der Fertigungsbranche in den nächsten 5 Jahren

Von Susanne Braun 4 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz verspricht auch in der Elektronikfertigung vordergründig eins: Effizienz. Bislang fehlt rund der Hälfte der europäischen Fertiger allerdings der Mut für die Implementierung; der Mangel an Fachkenntnissen ist bislang der größte Stopper.

Wie stark durchdringen KI-Anwendungen die europäische Fertigung? MakerVerse hat nachgefragt.(Bild:  MakerVerse)
Wie stark durchdringen KI-Anwendungen die europäische Fertigung? MakerVerse hat nachgefragt.
(Bild: MakerVerse)

Wenn Sie sich auf den großen Fachmessen umschauen, dann deuten alle Zeichen auf Künstliche Intelligenz, die bei fachgerechter Implementierung die Produktion optimieren und damit die Effizienz steigern kann. Doch genauso oft schwebt ein großes Fragezeichen in der Messehalle und über den Köpfen der Besucher: Wo anfangen? Wie beginnen? Und woher die Expertise zur Umsetzung nehmen?

In einer Umfrage zu künstlicher Intelligenz in der europäischen Fertigung des Unternehmens MakerVerse, einem Anbieter einer Plattform für bedarfsorientierte Fertigung, stellt sich heraus, dass 43 Prozent der befragten europäischen Fertiger bislang noch keine KI in ihre Prozesse eingebracht haben. Gleichzeitig aber werden viele Hoffnungen in die Kapazitäten der künstlichen Intelligenz gesteckt, mit Blick auf Prozessoptimierungen und Produktionseffizienz. Nachfolgend gehen wir etwas weiter auf die Erkenntnisse der Umfrage ein, wir wollen Ihnen jedoch zuvor den Umfang der MakerVerse-Umfrage offenlegen.

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Mehr als 50 Befragte europäischer Fertiger haben teilgenommen, sprich: Die Ergebnisse lassen sich nicht einfach generell auf die Fertigungsbranche umlegen, lassen aber Trends erahnen. Zur Erinnerung: Allein im deutschen Sprachraum gibt es rund 600 Unternehmen im EMS-Bereich. Da wir bereits bei dem Thema sind: Haben Sie schon an unserer Umfrage zu den Sorgen und Nöten der EMS-Branche teilgenommen? Wir freuen uns sehr über Ihre Teilnahme. Und nun zurück zur Umfrage von MakerVerse.

Hohe Erwartungen, geringe Durchdringung

Wie bereits erwähnt, antworteten 43 Prozent der Befragten auf die Frage nach der KI-Implementierung damit, dass sie bis jetzt nicht verwendet wird. Jeweils 26 Prozent der Teilnehmer berichten davon, dass sie KI bislang in einem geringen oder mäßigen eingebracht haben. Das sind immerhin 52 Prozent der befragten Unternehmen. Und gar 5 Prozent der befragten europäischen Hersteller berichten davon, dass KI-Technologien bereits umfassend in ihre Fertigungsprozesse integriert wurden.

Zu sagen, dass KI keine Rolle spielt, entspräche also nicht der Wahrheit. „Während das Interesse und die strategische Bedeutung der KI nach wie vor hoch sind, hinkt die tatsächliche Umsetzung hinterher, was eine große Chance für Wachstum und Innovation in der Fertigung darstellt“, sagt Dr. Markus Seibold, CEO von MakerVerse, dazu.

Qualitätskontrolle, Optimierung, Wartung, Supply-Chain-Management

Eine interessante Aussage der MakerVerse-Umfrage ist, dass künstliche Intelligenz offenbar primär bei der Qualitätskontrolle und Inspektion (59 Prozent) sowie bei der Planung optimierter Produktionsprozesse (26 Prozent) zum Einsatz kommt. Weniger oft wird KI scheinbar für die Wartung (9 Prozent) und das Management der Lieferkette (6 Prozent) in Betracht gezogen.

Dabei gäbe es tatsächlich interessante Einsatzgebiete, insbesondere zur Vermeidung von Ausfallzeiten. Predictive Maintenance (vorausschauende Instandhaltung) ist eine Strategie zur Wartung von Maschinen und Anlagen, bei der Daten und Analysen verwendet werden, um den optimalen Zeitpunkt für Wartungsarbeiten vorherzusagen. Anstatt Wartungsarbeiten nach einem festgelegten Zeitplan durchzuführen oder aufgrund von Fehlfunktionen zu reagieren, nutzt Predictive Maintenance Daten aus verschiedenen Quellen wie Sensoren, IoT-Geräten, Maschinenprotokollen und historischen Wartungsdaten, um potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen.

Im Lieferkettenmanagement ermöglicht KI etwa die Vorhersage der Nachfrage, Bestandsoptimierung, Routenplanung und Lagerhaltungsoptimierung. Mit voranschreitender Digitalisierung und Blick auf die Stärkung der Resilienz der europäischen Fertigungsindustrie spielt da auch der stete Austausch unter den Unternehmen eine Rolle. Wenn sich die Branche krisensicher aufstellen will, wird die Formierung von Allianzen notwendig – und stellen Sie sich vor, wie effektiv KI in einem solchen Netzwerk agieren könnte.

Zukunft gestalten: Perspektiven für die EMS-Branche

Besuchen Sie den Würzburger EMS-Tag

Die Veranstaltung gilt als eines der wichtigsten Managementtreffen der Branche, bei dem aktuelle Veränderungen, erfolgversprechende Strategien, generelle Managementfragen und wichtige technologische Entwicklungen in der Elektronikwelt analysiert und diskutiert werden. Das Programm bietet praxisorientierte Vorträge und interessante Einblicke in den EMS-Markt.

Branchenkenner, Marktakteure und Spezialisten zeigen beim Würzburger EMS-Tag, wie sich die EMS-Unternehmen verändern und aufstellen müssen, um im Wettbewerb Schritt zu halten.

Was stoppt die KI?

Wenn künstliche Intelligenz jetzt so viele Vorteile für die Fertigung birgt, warum sind nicht viel mehr Unternehmen bereits auf den Zug aufgesprungen? Die Antwort auf diese Frage ist simpel wie naheliegend. Zum einen steht der Mangel an Fachkenntnissen im Raum (60 Prozent der Stimmen), wie die Implementierung von KI an welcher Stelle des Produktionsprozesses angegangen werden könnte. Zum anderen stehen kostspielige Investitionen im Raum (15 Prozent).

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Beide Argumente betreffen das gleiche Gebiet: Für die Einführung von KI wird angenommen, Fachpersonal zu benötigen. Fachpersonal aber wird händeringend gesucht – nicht ohne Grund warnt der Bitkom vor einem dramatischen IT-Fachkräftemangel in den kommenden Jahren.

Mit ebenfalls 15 Prozent als Hinderungsgrund werden Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit angegeben und zu 10 Prozent scheint eine Integration von KI in die aktuell genutzten Systeme nicht möglich oder nicht vorstellbar zu sein.

Die Verantwortlichen von MakerVerse betonen im Rahmen der Umfrageauswertung selbstverständlich, dass Sie sich nicht allein der Herausforderung der KI-Implementierung stellen müssen. So heißt es: „Bei MakerVerse setzen wir KI nicht nur für Ihre Angebote ein, sondern auch für das Lieferkettenmanagement und die Auftragsabwicklung. Mit sofortigem Zugang zu einer überprüften Lieferkette und einer breiten Palette an Fertigungstechnologien bietet Ihnen die Zusammenarbeit mit uns garantiert hochwertige Teile zu wettbewerbsfähigen Preisen und Vorlaufzeiten.“

Auch wenn Sie nicht ein MakerVerse-Angebot annehmen wollen, so sollten Sie sich dennoch auf dem Markt der KI-Dienstleistungen anschauen. Sie müssen das Thema KI in der Fertigung nicht allein stemmen. (sb)

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