Bei der Herstellung von ESD-Sicherheitsprodukten sowie in der Installationstechnik und in gleittechnischen Anwendungen spielt der Einsatz von elektrisch leitfähigem Polyvinylchlorid (PVC) eine wachsende Rolle. Die Verarbeitung des Materials erfordert allerdings viel Erfahrung.
Auf 30 Extrusions- und Co-Extrusionslinien fertigt SLS starre und elastische Voll- und Hohlprofile aus vielen technischen Kunststoffen.
(Bild: SLS Kunststoffverarbeitung)
Der Kunststoff-Extrudierer SLS fertigt Profile und Profilsysteme für Abnehmer in vielen verschiedenen Branchen – vorrangig für den Fenster- und Türbau sowie für die Elektrotechnik, den Fahrzeugbau, die Verpackungstechnik und die Medizintechnik. Hierzu kann das Unternehmen auf eine große Palette verschiedener technischer Kunststoffe zugreifen. Insbesondere wenn erhöhte Anforderungen an die elektrische Leitfähigkeit im Pflichtenheft der Kunden stehen – und das ist immer häufiger der Fall – fällt die Wahl auf elektrisch leitfähiges Polyvinylchlorid.
„Der Schutz vor statischer Aufladung spielt heute bei der Herstellung technischer Produkte eine immer größere Rolle. Zudem befeuert die dynamische Entwicklungsarbeit auf dem Gebiet der E-Mobility-Anwendungen derzeit die Nachfrage nach diesem speziellen PVC“, berichtet Geschäftsführer Jan Leibrock. Aktuell sind es vor allem Führungsprofile, Kabelkanäle, Gleitschienen sowie Gehäusekomponenten, Abdeckleisten und Verbindungselemente, die SLS in ganz unterschiedlichen Losgrößen aus elektrisch leitfähigem PVC produziert. Damit nimmt das Unternehmen eine gewisse Sonderstellung im Bereich der Kunststoff-Extrusionstechnik ein, denn die Verarbeitung dieses thermoplastischen Polymers erfordert viel Fingerspitzengefühl und spezielles Knowhow.
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Parameter verfolgen, Qualität sichern
Normales PVC gilt als kostengünstiger Standard-Kunststoff und ist aufgrund seiner chemischen Beständigkeit, mechanischen Festigkeit und guten Verarbeitbarkeit eine ideale Lösung für technische Großserienprodukte. Höhere Anforderungen an den Verarbeiter stellt jedoch die elektrisch leitfähige Variante des Materials.
Jan Leibrock erläutert, worauf es ankommt: „Zu den wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Extrusion von Profilen aus elektrisch leitfähigem PVC gehören sowohl eine besondere Auslegung der Werkzeuge als auch die überaus präzise und wiederholgenaue Einhaltung spezieller Prozessparameter. Zur Qualitätssicherung benötigen Sie zudem entsprechende Prüftechnik. Darüber hinaus sind zahlreiche Begleitfaktoren zu berücksichtigen. Kurzum, es sind spezielles Knowhow und jahrelange Praxis-Erfahrung erforderlich, um hier zu hochwertigen Ergebnissen zu kommen.“
Profile für ESD-Sicherheit
Sowohl als Solowerkstoff als auch im konstruktiven Verbund mit anderen Kunststoffen wird elektrisch leitfähiges PVC oft für Bauteile oder in Baugruppen verwendet, die im praktischen Betrieb dem Risiko statischer Aufladungen ausgesetzt sind. Typische Beispiele dafür sind unter anderem gleittechnische Anwendungen in Handhabungs- oder Montagesystemen sowie der große Bereich der ESD-konformen Produkte (ESD = Electrostatic Discharge), bei denen die Gefahr plötzlicher elektrostatischer Entladungen aus Gründen der Arbeits- und Produktsicherheit ausgeschlossen werden muss.
Dies gilt heute nicht nur für eine Vielzahl technischer Erzeugnisse für die Installations- und Gebäudetechnik, die Bürotechnik oder den Gesundheitsschutz als auch für fast alle Herstellungsprozesse der Elektro-, Elektronik- und Mikroelektronik-Industrie.
Breit gefächertes Portfolio
Im Gesamtprogramm von SLS ist die Extrusion von elektrisch leitfähigem PVC eine Option unter vielen. Denn derzeit fertigt das Unternehmen auf 30 Extrusions- und Co-Extrusionslinien starre und elastische Voll- und Hohlprofile aus vielen technischen Kunststoffen. Die Werkstoffauswahl reicht von H-PVC, W-PVC und ASA über PE, PP, PS, POM, SB und ABS bis hin zu verschiedenen Blends.
Daneben zählt die Herstellung von anspruchsvollen Hartweich-Kombinationen zu den besonderen Kompetenzen von SLS. Für Anwendungen mit erhöhten Anforderungen an die Festigkeit fertigt das Unternehmen auch Verbundlösungen mit Glasfaser, Aluminium und Stahl.
Hintergrund zu SLS Kunststoffverarbeitung
Die SLS Kunststoffverarbeitung hat ihren Hauptsitz in Dahn. Das mittelständische Familienunternehmen wurde 1985 von Manfred Streck, Hans Schmidt und Thomas Leibrock gegründet. Es ist europaweit tätig und beschäftigt derzeit 100 Mitarbeiter. Als Vertreter der zweiten Unternehmer-Generation haben im April 2015 bereits Marco Streck und Jürgen Schmidt, und im Januar 2020 schließlich auch Jan-Steven Leibrock, die Geschäftsführer-Positionen von ihren Vätern übernommen.
Das Leistungsspektrum von SLS umfasst ein breites Angebot extrudierter Massiv-, Hohlkammer-, Bau- und Sonderprofile – hergestellt auch in der Mehrkomponenten-Co- und Post-Co-Extrusion. Es deckt die Prozessstufen Beratung, Entwicklung, Werkzeugbau, Produktion, Konfektion und Qualitätssicherung ab. SLS verarbeitet die Kunststoffe PVC, PP, PS, PE, POM, SB, ASA und ABS sowie PVC-Schaum und verschiedene Blends. Das Unternehmen realisiert Klein- und Großserien mit Stückgewichten von 20 bis 4000 Gramm pro Meter. Jährlich verarbeitet es mehrere Tausend Tonnen Granulat und Dryblends.
Stand: 08.12.2025
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SLS ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015. Eine Zulassung durch CSTB für den französischen Markt besteht ebenfalls.
* Manfred Stiller arbeitet als freier Fachjournalist in Darmstadt.