Gebündelter Schutz verhindert große Leitungslängen
Single-Entry-Point--Prinzip: Beim Überspannungsschutz nach dem SEP-Prinzip führen alle Leitungen gesammelt an einem Punkt in die abzusichernde Zone. Dadurch können die Schutzgeräte zentral an dieser Stelle und ohne die Gefahr von Induktionsschleifen angebracht werden. (Leutron) Eine Möglichkeit, sowohl Spannungsinduktion zu minimieren als auch Induktionsschleifen zu verhindern, besteht darin, die Schutzgeräte nach dem Single-Entry-Point-Prinzip (SEP-Prinzip) zu installieren. Das heißt, alle Kupferleiter werden an einem Punkt in die Schutzinsel eingeführt. An dieser Stelle wird der Überspannungsschutz für alle aktiven Leiter angebracht. Nur eine Verbindung führt von dort zur Gebäude- oder Anlagenerdung. Große Leitungslängen und Schleifen zwischen den Schutzgeräten werden so vermieden und ein effektiver Überspannungsschutz erzielt. Zudem reduziert sich aufgrund des gebündelten Schutzes der Kosten- und Wartungsaufwand für die Sicherheit der Anlage.
Integrierter PV-Anschlusskasten direkt am Wechselrrichter
Single-Entry-Point-Prinzip: Am einfachsten ist es, einen integrierten PV-Anschlusskastendirekt am Wechselrichter zu montieren (Leutron) Am einfachsten wird dazu ein integrierter PV-Anschlusskasten direkt am Wechselrichter montiert. Darin befinden sich sowohl die Überspannungsschutzsysteme für AC- und DC-Seite als auch jene für die Kommunikations- und Informationsleitungen. Der Erdanschluss des Kastens ist die einzige Verbindung zum Schutzpotentialausgleich. Um die zuverlässige Absicherung der Anlage zu gewährleisten, muss der Wechselrichter selbst isoliert aufgebaut werden, die PE-Verbindung darf dabei nur durch den Single-Entry-Point laufen. PV-Anschlusskästen nach dem SEP-Prinzip lassen sich mit verschiedenen Varianten realisieren, etwa mit Strangdioden, DC-Sicherungen, DC-Freischaltern oder verschiedenen Kombinationen von Anschlussklemmen.
Überspannungsschutz in die Planung der PV-Anlage mit einbeziehen
Solarstrom im Aufwind: Allein in der ersten Jahreshälfte 2010 wurden in Deutschland Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 3,85 GWp neu angemeldet - allerdings weisen die dabei installierten Schutzsysteme häufig Mängel auf (Rainer Sturm, pixelio.de) Entscheidend ist in jedem Fall, dass Ort und Art der Überspannungsschutzinstallation in die Planung der Photovoltaikanlage mit einbezogen werden. Das sind Aspekte, die auch in künftige Normgebungen einfließen müssen. Vor allem vor dem Hintergrund des momentan immer noch ungebrochenen Interesses an PV-Systemen ist ein Überdenken der Sicherheitsvorkehrungen unerlässlich. So wurden allein zwischen Januar und Juni 2010 bei der Bundesnetzagentur neu installierte PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 3,85 GWp gemeldet.
* * Ronny Weber ist Blitzschutzexperte bei Leutron in Leinfelden-Echterdingen.