SSD-Effizienzsprung Phison E37T: Der erste wirklich sparsame SSD-Controller für PCIe 5.0

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Phison will mit dem neuen E37T die PCIe-5.0-SSDs endlich massentauglich machen: Der DRAM-lose Gen5-Controller soll viel Durchsatz bei geringer Leistungsaufnahme liefern. Bislang war das bei 5.0-SSDs ein Widerspruch. Ist der nun endlich gelöst?

PCIe-5.0-SSD-Controller: Der stromhungrige E28 soll einen effizienten "kleinen Bruder"namens E37T bekommen.(Bild:  Phison)
PCIe-5.0-SSD-Controller: Der stromhungrige E28 soll einen effizienten "kleinen Bruder"namens E37T bekommen.
(Bild: Phison)

Phison positioniert den neuen PS5037-E37T als „Mainstream-Gen5“: viel Durchsatz, wenig Abwärme, wenig Kosten. Die Eckdaten aus der Mitteilung sind vielversprechend: DRAM-los (senkt Kosten), 4 NAND-Kanäle, NVMe 2.0, bis 4.800 MT/s NAND-Interface. Dazu soll er bei unter 2,3 Watt aktiver Leistungsaufnahme bis 14,7/13,0 GB/s sowie bis 2,0 Mio. IOPS bieten. So effizient ist bislang noch kein(e) SSD(-Controller).

Während PCIe-5.0-SSDs eher eine High-End-Option für Enthusiasten war, soll die 5.0-Oberliga nun auch mobile Geräte wie Notebooks erschließen, in denen Platz, Kühlung und Akkulaufzeit zählen; mitsamt kompakten M.2-Formaten wie 2230 oder 2242. Genau dort fehlt bislang eine echte Gen5-Option.

Warum die Effizienz mit Vorsicht zu lesen ist

Die oft zitierte Zahl von „unter 2,3 Watt“ bezieht sich nicht auf die komplette SSD, sondern auf den Controller im aktiven Betrieb. In der Praxis kommen NAND, Spannungswandler und das jeweilige Plattformdesign hinzu. Unter hoher Last können fertige Laufwerke deutlich darüber liegen, auch wenn sie im Vergleich zu früheren Gen5-Designs immer noch moderat bleiben.

Das ist kein Schönrechnen, sondern eine Folge der Messmethodik. Für OEMs ist der Wert trotzdem relevant, weil er zeigt, wie gut sich der Controller grundsätzlich in ein enges thermisches Budget einfügt. Für Anwender heißt das: Die Effizienz ist real, aber sie ist kein Garant für konstant niedrigen Verbrauch in jeder Situation.

Vier Kanäle, kein DRAM und klare Prioritäten

Technisch setzt Phison auf ein 4-Kanal-Design ohne eigenen DRAM-Cache. Das spart Fläche, Kosten und Strom, verschiebt aber auch die Charakteristik: Random-Zugriffe und dauerhaft hohe Schreibraten hängen stärker von Firmware, Host-Memory-Buffer und SLC-Caching ab als bei klassischen High-End-Controllern.

Im Vergleich zum High-End-Controller Phison E28, der mit acht Kanälen und DRAM auf maximale Leistung(-saufnahme) zielt, ist der E37T klar auf Effizienz und Integration getrimmt. Er kann das PCIe-5.0-Interface bei sequenziellen Transfers weit ausreizen, wird aber bei langen Schreiblasten oder datenbankähnlichen Zugriffsmustern nicht dieselbe Konstanz liefern.

Was das für den Markt bedeutet

Für Gerätehersteller ist der E37T ein Türöffner: Er macht 5.0-SSDs in Formfaktoren möglich, in denen bisher aus thermischen Gründen Schluss war. Für Anwender heißt das: mehr Durchsatz in mobilen Systemen, ohne dass Lüfter aufdrehen oder Akkulaufzeiten einbrechen.

Gleichzeitig bleibt der E37T eine gezielte Lösung für einen bestimmten Einsatzbereich. Wer regelmäßig große Datenmengen schreibt, mit vielen kleinen Zugriffen arbeitet oder eine SSD als Dauer-Workhorse nutzt, ist mit einem ausgewachsenen Controller wie dem E28 oder Konkurrenzdesigns besser bedient.

Phison könnte mit dem E37T Gen5 aus der „Heißläufer-Ecke“ in den Massenmarkt hieven. Der Controller schließt eine Lücke zwischen Gen4-Effizienz und Gen5-Durchsatz. Zumindest solange man ihn dort einsetzt, wofür er gebaut ist: in mobilen, kompakten und thermisch engen Systemen. (mc)

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