M. Richter Pforzheimer Auftragsfertiger und Kleinserienspezialist vergrößert Fertigung

Redakteur: Claudia Mallok

Der Pforzheimer Auftragsfertiger und Kleinserienspezialist M. Richter GmbH & Co. KG hat seine Fertigungskapazitäten um 60% erweitert. „Für Muster und kleinere Lose mit kurzen Lieferzeiten und hoher Flexibilität ist Deutschland immer noch ein guter Standort“, sagt Geschäftsführer Volkmar Stichweh, der sich hierfür breit aufgestellt hat mit Leiterplattenbestückung, Kabelkonfektion, Prüfung, Geräteverdrahtung, Wickeln von Sonderspulen und sehr kurzfristigen Musterbestückungen.

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„Krise hin oder her - nachdem die Maschinen auch in unserer kleinen Firma immer voluminöser und zahlreicher geworden sind, und wir die letzten zwei Jahre kräftig gewachsen sind, haben wir uns vor einigen Monaten entschlossen, zu erweitern“, erzählt Volkmar Stichweh, Geschäftsführer der Firma M. Richter in Pforzheim. Und die Investition hat sich bereits gelohnt.

„Während wir im 1. Quartal wohl auch durch Umbauten, Renovierung und Aufstellung neuer Maschinen behindert waren und einen leichten Umsatzrückgang gegenüber Vorjahr hatten, konnten wir den im April und Mai gerade komplett aufholen und liegen per Ende Mai schon wieder leicht über Vorjahr“, fährt Stichweh fort, „das und die derzeit gute Auftragslage hat mich bewogen, Anstellungsverträge für zwei neue Vollzeitkräfte zu unterschreiben.“

Die Vielseitigkeit der Fertigung – Leiterplattenbestückung, Kabelkonfektion, Geräteverdrahtung, Wickeln von Sonderspulen und der hohe Anteil an sehr kurzfristigen Musterbestückungen - hatten es von jeher erfordert, mehr Arbeitsplätze als Mitarbeiter vorzuhalten. Früher hatte man auch einzelne Plätze ganzjährig für Kunden reserviert, aber das allgemeine Wachstum, mehr und größere Maschinen für die SMD-Bestückung und der Betrieb RoHS-konformer Lötanlagen parallel zum bleihaltigen Lötverfahren haben doch an den Platzreserven gezehrt.

Räumlichkeiten vergrößert und in neuen Reflow-Lötanlage investiert

2008 hatte der Kleinserienspezialist M. Richter seine Bestückkapazitäten nahezu verdoppelt; Anfang 2009 folgte eine neue Reflow-Lötanlage (Archiv: Vogel Business Media)

Aus diesem Grund wurden zu Jahresbeginn die Räumlichkeiten um ca. 60% erweitert. Im vergangenen Jahr hat der Auftragsfertiger bereits seine Bestückungskapazität nahezu verdoppelt. „Jetzt musste die Lötkapazität folgen mit einer neuen Reflow-Lötanlage von SMT“, berichtet Stichweh. Ein zusätzlicher EGB-Bereich mit neugestaltetem Prüffeld und wieder ein paar Montageplätze und weitere Platzwünsche konnten erfüllt werden.

In den vergangenen Wochen erfolgte noch eine weitere Investition. Eine Kabelablängmaschine für lange und schwere Kabel wurde gekauft. „In letzter Zeit kommen immer wieder Kunden mit so etwas“, erzählt der Geschäftsführer, „da scheint der Service größerer Konfektionäre in Deutschland für eilige Kleinserien nicht so toll. Wenn die denn noch tatsächlich im Inland konfektionieren?! Überraschend wird da auch eher wieder Handlöttechnik als maschinelle Crimparbeit verlangt.“ Zusätzlich wird in Pforzheim kräftig in Aus- und Weiterbildung investiert. Die Mitarbeiter absolvieren 2009 mindestens doppelt so viele Kurse wie letztes Jahr.

So unangenehm die aktuelle Wirtschaftsentwicklung fallweise auch sein mag, im Hause Richter sieht man mittelfristig weiter deutlich wachsenden Bedarf für Muster und kleinere Losgrößen mit kurzen Lieferzeiten und hoher Flexibiltät - „und dafür ist Deutschland immer noch ein guter Standort“, ist Volkmar Stichweh überzeugt.

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