Kienbaum-Studie

Personaler kritisieren Selbstüberschätzung vieler High Potentials

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Vielfältige Angebote sollen Talente an die Unternehmen binden

Um ein Scheitern der High Potentials oder ihren Weggang zu verhindern, setzen die Unternehmen vielfältige Instrumente zur Mitarbeiterbindung ein: Alle Umfrageteilnehmer – sowohl in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz – geben an, ihre High Potentials mit herausfordernden Aufgaben und viel Eigenverantwortung im Unternehmen halten zu wollen. Fast ebenso viele fördern aus diesem Grund eine attraktive Unternehmenskultur.

Auch ein breites Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten wird den High Potentials in jedem Unternehmen geboten. Neun von zehn deutschen und österreichischen Unternehmen bauen zur Bindung ihrer Talente außerdem ein attraktives Unternehmensimage auf, in der Schweiz sind es 76 Prozent.

Darürer hinaus setzen die Unternehmen auf ein Coaching der High Potentials, eine umfassende Feedbackkultur, Job-Enrichment und Job-Enlargement. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Während Work-Life-Balance in 74 Prozent aller deutschen Unternehmen ein Thema ist, ist dies in Österreich und der Schweiz nur in der Hälfte der befragten Unternehmen der Fall.

Unternehmen erwarten von High Potentials persönliche und fachliche Qualifikation

Zwar suchen viele Unternehmen High Potentials, die Studie zeigt aber auch, dass ein guter Abschluss allein nicht ausreicht, um Arbeitgeber von sich zu überzeugen. „Ein High Potential braucht mehr als ein Zeugnis mit sehr guten Noten. Er muss neben seiner fachlichen Qualifikation auch durch seine Persönlichkeit überzeugen“, sagt Erik Bethkenhagen von Kienbaum.

Rund 90 Prozent der befragten schweizerischen und österreichischen Unternehmen stufen die Eigenmotivation als wichtiges Persönlichkeitsmerkmal ein. In Deutschland sind es 79 Prozent. Weniger wichtig ist den Personalern hingegen, dass die High Potentials besonders mobil sind: Nur rund 20 Prozent fordern dies von potenziellen Bewerbern.

Auch Fach- und Methodenkompetenz sowie Praxiserfahrung sind in den befragten Unternehmen wichtige Qualifikationsmerkmale bei der Auswahl von High Potentials: Rund 90 Prozent der deutschen und österreichischen Unternehmen fordern von ihren High Potentials fundierte Fremdsprachenkenntnisse sowie praktische Erfahrungen zum Beispiel im Rahmen von Praktika.

Diplom und Master sind die beliebtesten Abschlüsse

High Potentials mit Diplom haben in Deutschland die besten Karrierechancen: 99 Prozent der deutschen Unternehmen schätzen Absolventen mit einem Diplom-Zeugnis. In Österreich werden vor allem High Potentials gesucht, die an der Universität ihren Master gemacht haben und in der Schweiz in erster Linie Fachhochschulabsolventen mit Master-Qualifikation. Insgesamt sind also im deutschsprachigen Europa High Potentials mit abgeschlossenem Master- und Diplom-Studium beliebter als diejenigen mit Bachelor-Abschluss und promovierte Absolventen.

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