Anbieter zum Thema
Beispielapplikation für effizientere Kühlung
Ein weiteres Beispiel für die flexible Handhabung von Gehäusetechnik in Verbindung mit dem nötigen Knowhow: Um das neu geschaffene 3HE hohe Standard-System für eine Sonderapplikation des Kunden verwenden zu können, die sehr viel Rechenleistung und damit eine noch effizientere Kühlung benötigte, entwarf das Projekt-Team eine zusätzliche 1HE hohe Abdeckhaube, die oben aufgesetzt wurde und das System so 45 mm höher machte – somit passte der spezielle Kühlkörper perfekt in das Gehäuse. Die Aufteilung in Montage-Teileinheiten – auf der einen Seite die Gehäusevormontage mit Stromversorgung und Lüfter, auf der anderen Seite die komplette PC-Peripherie mit Grafikkarte etc. – ermöglichte außerdem parallele Arbeitsabläufe. Das heißt, nicht nur deutlich reduzierte Herstellungskosten und mehr Flexibilität, sondern auch schnellere Auslieferung und Wettbewerbsvorteile am Markt. Die Produktionszeit konnte so um die Hälfte reduziert werden.
In einem anderen Projekt kam es auf hohe Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit des Gesamtsystems an. Hier half abermals die einzigartige Kombination eines breiten Spektrums von Standard-Gehäusebauteilen mit langjährigem Entwicklungs- und Fertigungs-Knowhow, das für projektspezifische Sonderentwicklungen eingesetzt werden kann. Um sicherzustellen, dass die Entwärmung des komplexen 21-Zoll-Systems auch im Falle des Ausfalls einzelner Lüfter gewährleistet werden kann, kombinierten die Ingenieure die Redundanz der Lüfter mit einer mechanischen Konstruktion von Zuluftklappen. Diese fungieren quasi als Ventile, die bei Ausfall einzelner Lüfter den Luftstrom trotzdem noch gleichmäßig im System verteilen und ausreichende Entwärmung sicherstellen (Bild 2).
Mix aus Standardprodukten und Individuallösung
Auch bei den Stromversorgungen, die immer komplexere Anwendungen versorgen müssen, kann der Mix aus Standardprodukten und Individuallösung punkten. Die Produkte im Katalog des Herstellers sind als Beispiel anzusehen, die für typische Standardanwendungen geeignet sind. Aber auch da gibt es darüber hinaus zahlreiche weitere Lösungen „von der Stange“, wie auch auf den Einzelfall zugeschnittene.
Im Bereich Stromversorgungen ist es allerdings so, dass nur in seltenen Fällen wirklich komplett neu zu entwickelnde Lösungen erforderlich sind, da die Auswahl der verfügbaren Produkte sehr groß ist und mit geringen Modifikationen sehr viel erreicht werden kann. Da die technischen Lösungsvorschläge sich an der technisch und wirtschaftlich sinnvollsten Lösung orientieren, wird eine fertige Lösung den Vorzug erhalten, wenn sie erhältlich ist.
Nicht wenige Applikationsfelder unterliegen zudem strengen Zertifizierungsvorschriften, wie z.B. die 100%ige Erfüllung der Anforderungen, eine lückenlos dokumentierbare Chargenverfolgbarkeit der Bauteilebeschaffung, die Fertigung nach validierten Prozessen, eine allumfassende Prozessprüfung sowie eine jederzeit nachweisbare Einhaltung geltender Richtlinien.
Durch streng regulierte Qualitätsanforderungen und eine zunehmende Technisierung wird eine vollkommene Qualitätssicherung mit Hilfe von intelligenten Lösungen nötig. Qualität und Zuverlässigkeit sind ein absolutes „Muss“, da davon auch die Qualität der Endprodukte abhängt und nicht zuletzt erstreckt sich „Zuverlässigkeit“ auf die Lieferfähigkeit selbst bei hoher Nachfrage. Außerdem wird vorausgesetzt, dass markteingeführte Produkte auch langzeitverfügbar bleiben – inklusive einem unter Umständen jahrzehntelangen Lifecycle-Management.
Was, wenn sich die gesetzlichen Vorgaben ändern? Welche Konsequenzen hat dies sowohl in regulatorischer, technologischer bzw. gar risikotechnischer Hinsicht? Eventuell ist ein Re-Engineering und dann eine Nachzertifizierung erforderlich. Lifecycle-Management erweist sich als immens komplexe Aufgabe. Ein Partner, der sowohl große Erfahrung in der Gehäusetechnik hat und auch noch in der Lage ist, Entwicklungs- und Fertigungsdienstleistung zur Verfügung zu stellen, erleichtert diese Aufgabe wesentlich.
Denn die Erfahrung und das Wissen, wie ein System nicht nur effektiv konstruiert, sondern auch schnell und kostengünstig (‚Design for Manufacturability‘) montiert werden kann, ist nicht nur ein entscheidender Faktor für Service und Aufrüstbarkeit, sondern auch für die Beschleunigung der Herstellung.
* Roland Chochoiek ist Geschäftsgebietsleiter Elektronik bei HEITEC in Eckental.
(ID:42331246)