Embedded World 2026 Panasonic zeigt unsichtbare Schilde, Wärmebildkameras und Indoor-Solarzellen

Von Manuel Christa 3 min Lesedauer

Auf der Embedded World präsentiert Panasonic neue Komponenten für das Internet der Dinge. Die Spanne reicht von durchsichtigen Folien, die elektromagnetische Felder abschirmen, über Wärmebildsensoren bis zu Indoor-Solarzellen.

Unsichtbares Schild: Die transparente Leitfolie Finex blockiert zuverlässig elektromagnetische Wellen und schützt empfindliche Geräte, ohne dabei die Durchsicht zu behindern.(Bild:  mc/VCG)
Unsichtbares Schild: Die transparente Leitfolie Finex blockiert zuverlässig elektromagnetische Wellen und schützt empfindliche Geräte, ohne dabei die Durchsicht zu behindern.
(Bild: mc/VCG)

Ein fein gewebtes Kupfernetz bildet das Herzstück der neuen leitfähigen Folie von Panasonic. Das Material mit dem Namen Finex ist nahezu vollständig transparent, leitet elektrischen Strom jedoch mit sehr geringem Widerstand. Auf der Messe zeigt der Hersteller, wie die Folie elektromagnetische Wellen blockiert. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von transparenten Antennensystemen über RFID-Zonenbegrenzung bis hin zu durchsichtigen Heizelementen für Windschutzscheiben oder Kameraeinheiten. Die Folie lässt sich biegen, an gewölbte Oberflächen anpassen und unkompliziert mit einem herkömmlichen Cutter oder Rollschneider zuschneiden.

Um die Verarbeitung in der Industrie zu vereinfachen, liefert das Unternehmen das Material auf Rollen aus. Eine optisch klare Klebeschicht ist bereits vorab aufgetragen. Das verhindert, dass sich beim Laminieren Blasen bilden, und spart den Kunden Produktionsschritte. „Da Geräte immer stärker integriert werden und die drahtlose Koexistenz zunehmend eine Herausforderung darstellt, ermöglicht Finex den Herstellern, Produkte zu bauen, die klarer, effizienter und einfacher zu montieren sind“, fasst Produktmanager Yoshitaka Takeyama die Entwicklung zusammen.

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Wärme statt Bilder erfassen

Neben neuen Materialien für Displays und Funktechnik demonstriert Panasonic auf der Messe auch die Weiterentwicklung seines Grid-Eye-Sensors. Die Entwicklungsabteilung arbeitet derzeit an einer hochauflösenden Version des Infrarotsensors mit 5.120 Pixeln, was einem Raster von 80 mal 64 Messpunkten entspricht. Ein spezieller anwendungsspezifischer integrierter Schaltkreis verarbeitet die Daten direkt im Gerät. Der Sensor erfasst die Körperwärme von Menschen, verfolgt ihre Position im Raum und berechnet ihre Bewegungsrichtung. Da es sich noch um einen Prototypen handelt, rechnet das Unternehmen mit einer Entwicklungszeit von weiteren drei bis vier Jahren bis zur Marktreife.

Da das System keine herkömmlichen optischen Bilder aufzeichnet, bleiben die Personen abstrakt. Das schützt die Privatsphäre und macht die Technik interessant für die Gebäudeautomation. Erkennt der Sensor, dass sich viele Menschen in einem Konferenzraum aufhalten, regelt das System automatisch die Klimaanlage oder die Heizung hoch.

Weitere Anwendungen sehen die Entwickler in der Patientenüberwachung in Krankenhäusern oder in Notfallknöpfen für Senioren. Auch in der industriellen Fertigung lässt sich die Infrarottechnik nutzen, etwa um die Temperatur von frisch verlöteten Leiterplatten zu kontrollieren.

Energie aus künstlichem Licht

Um kleine Sensoren in Zukunft energieautark zu betreiben, setzt Panasonic auf amorphe Dünnschicht-Solarzellen. Im Gegensatz zu den bekannten monokristallinen Solarzellen auf Hausdächern, die primär das infrarote Spektrum der Sonne nutzen und viel Licht benötigen, sind diese Zellen auf das sichtbare Spektrum von Kunstlicht optimiert. Während herkömmliche Zellen unterhalb von 5.000 Lux kaum noch Spannung aufbauen, arbeiten die amorphen Zellen von Panasonic selbst bei 50 bis 70 Lux noch zuverlässig.

Auf der Messe treibt eine solche Solarzelle einen Luftqualitätssensor des Schweizer Unternehmens Miromico an. Bei typischer Bürobeleuchtung von rund 500 Lux liefert die Zelle ausreichend Energie, um den Sensor inklusive Funkübertragung dauerhaft zu betreiben. Die Batterie dient nur noch als Zwischenspeicher, ständige Batteriewechsel entfallen. Da die amorphen Zellen im Gasphasenabscheidungsverfahren hergestellt werden, lassen sie sich flexibel auf Folien aufbringen. Entwickler können die dunklen Flächen optisch in Gehäuse integrieren oder als Designelement tarnen. Das macht die Technik auch für GPS-Tracker bei Haustieren oder Notfallsender im Gesundheitswesen interessant, bei denen leere Akkus im Ernstfall fatale Folgen hätten. (mc)

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