OpenGridMap

Open Source Plattform für Stromnetze, Planungstool für die Energiewende

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Eine Solaranlage auf dem Gelände der TU Garching (unten Rechts) wurde von freiwilligen Helfern (oben Rechts) auf einer frei zugänglichen Karte markiert (links): Das Projekt OpenGridMap der TU München zielt darauf ab, eine weltweite Karte verfügbarer Stromnetze anzulegen und öffentlich frei zugänglich zu machen.
Eine Solaranlage auf dem Gelände der TU Garching (unten Rechts) wurde von freiwilligen Helfern (oben Rechts) auf einer frei zugänglichen Karte markiert (links): Das Projekt OpenGridMap der TU München zielt darauf ab, eine weltweite Karte verfügbarer Stromnetze anzulegen und öffentlich frei zugänglich zu machen.
(Bild: Bild: OpenGridMap / TU Muenchen)

Die TU München setzt nun auf Crowdsourcing als kostengünstige Alternative. Das Team musste dabei nicht bei Null anfangen: Eine Community von Freiwilligen sammelt seit mehr als 10 Jahren Daten für die Wiki-Weltkarte OpenStreetMap. In diesem öffentlich zugänglichen Datensatz befinden sich auch Informationen zu den Stromnetzen. „Diese sind allerdings zu unvollständig und nicht verifiziert“, erklärt Rivera. „Und genau das wollen wir jetzt ändern.“

Vor einem halben Jahr hat der Forscher vom Lehrstuhl für Energieinformatik und Middleware seine OpenGridMap-App in den Google Playstore eingestellt und seit dem sucht er Freiwillige, die mit ihren Smartphones Windräder, Solaranlagen, Trafohäuschen und Stromleitungen kartieren.

Rivera überprüft die Informationen – ist ein Trafohäuschen wirklich ein Trafohäuschen? – und lädt die Daten in die Open-Source-Landkarte hoch. Dort wird das Netz der verifizierten Stromnetze immer dichter. Wie ein Geflecht von Adern durchziehen die roten Linien die Karte.

Je engmaschiger das Netz der kartierten Punkte, desto mehr Informationen lassen sich generieren. In Garching beispielsweise, wo besonders viele Freiwillige unterwegs sind, konnte der Forscher mit Hilfe eines neuen Algorithmus die Lage der unterirdischen Leitungen berechnen, die zu den Häusern führen.

Die Daten aus dem Projekt sollen Ingenieuren und Wissenschaftlern auf der ganzen Welt zur Verfügung stehen. „Mögliche Anwendungen für die OpenGridMap gibt es viele,“ betont Prof. Jacobsen: „Man könnte untersuchen, ob es möglich ist, ein Bundesland wie Bayern energieautark zu machen.“ Und wer die Infrastruktur in Schwellen- und Entwicklungsländern verbessern wolle, erkenne auf einen Blick, wie weit ein Dorf von der nächsten Stromleitung entfernt ist.

Kein Wunder, dass das Projekt OpenGridMap auf großes Interesse stößt: Siemens ist Mentor in dem Projekt und auch die Weltbank unterstützt das Vorhaben. Weitere Förderung erhält es durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Initiative Software Campus und die Alexander von Humboldt Stiftung.

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