Nvidia hat die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2025 mitgeteilt und trotz Zuwächsen flacht das Megawachstum der vergangenen Jahre ab. Das hat auch mit der Regulierung der KI-Chips für China zu tun. Doch Kunden aus der Volksrepublik könnten künftig ohnehin selten werden.
Nvidia fährt auch im Q2 des Finanzjahres 2026 gute Umsätze ein. Dennoch bleiben Unsicherheiten bezüglich des chinesischen Marktes.
(Bild: Nvidia)
Wer Aktionär bei Nvidia ist, hatte in den vergangenen Jahren kaum etwas zu meckern und wird sich auch in diesen Tagen weiter freuen, denn die Zahlen für das zweite Quartal des Finanzjahres 2026 sehen für sich betrachtet in Ordnung aus. Nvidia profitiert weiter massiv vom Rechenzentrumsgeschäft. Umsatz, Gewinn und Free Cashflow steigen kräftig, die Margen bleiben auch ohne Sondereffekt durch H20-Bestände auf außergewöhnlich hohem Niveau. Der Ausblick verspricht ein noch stärkeres Q3 – getragen vom Hochlauf der Blackwell-Generation.
Doch trotz zweistelliger Wachstumsraten im Vergleich zum Vorjahr, etwa in den Bereichen Rechenzentren (+56 Prozent), Gaming (+49 Prozent) und Automotive (+69 Prozent), und einem Umsatzplus von 56 Prozent zeichnet sich ein Ende des steilen Aufstiegs des KI-Platzhirschs ab. Nvidia hat den Quartalsumsatz binnen eines Jahres von 29,4 auf 46,7 Milliarden US-Dollar gesteigert, das Nettoergebnis von 16,6 auf 26,4 Milliarden US-Dollar. Auch eine Bruttomarge von 72,4 Prozent ist beeindruckend.
Allerdings sehen selbst die Nvidia-Verantwortlichen die Exportrestriktionen der USA im Bereich KI-Chip und die aktuellen Entwicklungen in China rund um Backdoor-Spekulationen des speziell für die Volksrepublik abgespeckten H20-Chips als Risiko. Das äußert sich etwa nach Markteröffnung an der Frankfurter Börse in einem seichten Verlust des Werts der Nvidia-Aktie, obwohl die Umsatzprognose für das dritte Quartal bei 54 Milliarden US-Dollar liegt und die Margen höher als 73 Prozent steigen könnten. Bei Nvidia relativiert man die Sorge: Nachfrageimpulse aus USA, Europa und Asien-Pazifik blieben extrem stark und könnten Marktschwächen in China abfedern. Trotz der leichten Rücksetzer notiert die Aktie auf Jahressicht weiter deutlich im Plus.
Schwindet China als Markt für KI-Chip-Umsätze?
Nvidia erzielte im Q2 keine Umsätze mit H20-Chips in China, da diese von den US-Exportauflagen betroffen sind. Aus zuvor für den chinesischen Markt reservierten H20-Beständen wurden rund 180 Millionen US-Dollar freigegeben und in andere Regionen umgeleitet. Zusätzlich konnte das Unternehmen etwa 650 Millionen US-Dollar an H20-Umsätzen außerhalb Chinas verbuchen – also in Märkten, die nicht den Exportrestriktionen unterliegen.
Auch wenn Nvidia künftig in der Lage sein sollte, H20 und nachfolgende auf den Markt zugeschnittene KI-Chips wieder in der Volksrepublik zu verkaufen, stellt sich die Frage, ob der riesige Markt diese Hardware dann überhaupt noch haben will. Bereits seit geraumer Zeit werden chinesische Unternehmen von der Regierung dazu angehalten, in vielen Industriebereichen auf heimische Hardware umzusteigen. Denn die ist mittlerweile durchaus ebenbürtig im Vergleich zu westlichen Produkten.
Im Bereich der Rechenzentren will man sich ebenfalls unabhängig von westlichen Anbietern machen, so lässt sich zumindest einem Bericht der Financial Times ablesen. Demzufolge wird in China geplant, die Produktion an KI-Prozessoren zu verdreifachen. „Der Bericht zitiert Quellen und merkt an, dass eine Fabrik, die sich der Herstellung von Huawei-KI-Chips widmet, bis Ende dieses Jahres die Produktion aufnehmen soll, wobei zwei weitere Werke voraussichtlich 2026 in Betrieb gehen werden“, so die Autoren von Trendforce mit Bezugnahme auf den FT-Bericht. Sobald die volle Produktionskapazität dieser Fabs erreicht ist – in welchem Besitz sie sich befinden, ist derzeit unbekannt –, könnte die kombinierte Kapazität dieser drei Werke die derzeitige Produktion vergleichbarer Fertigungslinien bei Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) übertreffen. Zur Erinnerung: SMIC ist weltweit der aktuell drittgrößte Auftragsfertiger nach TSMC und Samsung.
Deepseek als Großkunde
Und apropos SMIC: Der Bericht weist auch darauf hin, dass SMIC plant, seine Produktionskapazität für 7-Nanometer-Chips im nächsten Jahr zu verdoppeln. Das ist das derzeit fortschrittlichste Verfahren, das in China in der Massenproduktion eingesetzt wird. Das wiederum erlaubt kleineren Chip-Herstellern aus China, wie Cambricon und Biren, weitere SMIC-Produktionskapazitäten zu sichern und damit gutes Geld zu machen. CNBC berichtete etwa, dass Cambricons Umsätze im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4.000 Prozent gestiegen sind.
Stand: 08.12.2025
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Chinas OpenAI-Konkurrent Deepseek habe kleine Tests mit chinesischen Chips durchgeführt, um die technische Machbarkeit zu zeigen, so heißt es, und bekannt gegeben, dass seine Modelle ein FP8-Datenformat übernommen haben, das auf die nächste Generation von inländischen Chips zugeschnitten ist. Gleichzeitig gelten der 910D von Huawei und der 690 von Cambricon als Produkte, die den bevorzugten Standards von Deepseek entsprechen. Es klingt danach, als könnte der chinesische Markt künftig für Nvidia keine große Rolle mehr spielen.
Blackwell als Wachstumsmotor außerhalb Chinas
Auch wenn China zunehmend eigene Chipkapazitäten aufbaut, bleibt Nvidia global gut positioniert. Der Hochlauf der Blackwell-Generation sorgt eigenen Angaben nach für einen außergewöhnlichen Technologiesprung – insbesondere durch neue Rack-Scale-Designs, mit denen ganze Rechenzentrumsarchitekturen optimiert werden können. Diese Systeme setzen Hyperscaler weltweit ein, um die nächste Welle großer KI-Modelle zu trainieren und in Produktion zu bringen.
Zudem verschieben sich die Gewichte: Nichtchinesische Hyperscaler in den USA, Europa und Asien-Pazifik treiben den Großteil der Nachfrage. In Europa etwa fördern Regierungen und Industrie gezielt den Aufbau einer industriellen KI-Cloud, die auf Blackwell-Systeme setzt. Damit entsteht ein Gegengewicht zu China – und Nvidia profitiert davon, dass es technologisch als einziger Anbieter komplette Plattformen vom Chip bis zum Rack liefert. (sb)