Schott Solar Neues Werk für Solarreceiver bei Sevilla Spanien eingeweiht

Redakteur: Jan Vollmuth

Schott Solar weihte in Aznalcóllar bei Sevilla (Spanien) ein neues Werk für Solarreceiver ein. Die Absorberrohre sind eine Schlüsselkomponente für solarthermische Parabolrinnenkraftwerke. Das Investitionsvolumen betrug rund 25 Mio. €.

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In dem neuen Werk sind derzeit 100 Mitarbeiter beschäftigt. Produziert wird bereits seit Anfang März 2008, das jährliche Produktionsvolumen entspricht einer Kraftwerkskapazität von bis zu 200 Megawatt (MW). Damit hat Schott Solar seine Produktionskapazität für Receiver verdoppelt. In Mitterteich, Bayern, hatte das Unternehmen 2006 ein erstes Werk zur industriellen Serienfertigung von Solarreceivern in Betrieb genommen.

Im Beisein des Innovationsministers der Regionalregierung von Andalusien, Francisco Vallejo Serrano, und Vertretern der spanischen Nationalregierung erläuterte Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer, Vorsitzender des Vorstandes der Schott AG, die strategische Bedeutung dieser Produktionsstätte: „Solar ist für Schott ein wichtiges Kerngeschäft mit einem dynamischen Wachstum. Im Geschäftsfeld Concentrated Solar Power sehen wir uns weltweit als Technologie- und Marktführer bei Receivern. Mit dem neuen Werk bei Sevilla bauen wir diese starke Position weiter aus.“

Luis-Alberto Solá, Geschäftsführer der spanischen Tochtergesellschaft Schott Solar S.L., ergänzte: „Mit dem Standort Sevilla haben wir nun eine Produktionsstätte nahe bei unseren spanischen Kunden. Das ist für unsere Wachstumsziele sehr wichtig, zumal in Spanien in den nächsten Jahren viele Parabolrinnenkraftwerke gebaut werden.“

Die Parabolspiegel werden dem Tageslauf der Sonne nachgeführt

Solarthermische Kraftwerke nutzen die Wärmeenergie der Sonne zur umweltfreundlichen Stromerzeugung. Parabolrinnenkraftwerke bestehen aus einem großen Feld rinnenförmig angeordneter Parabolspiegel, die permanent dem Tageslauf der Sonne nachgeführt werden und die einfallende Sonnenstrahlung auf speziell beschichtete Receiver (Absorberrohre) konzentrieren, die in der Brennlinie der Parabolrinnen montiert sind. Die konzentrierte Sonnenstrahlung erhitzt das in den Receivern zirkulierende Thermoöl auf fast 400 °C. Das Öl wird in einen Wärmetauscher geleitet, in dem Dampf produziert wird. Dieser treibt, wie in einem konventionellen Kraftwerk, Turbinen zur Stromerzeugung an.

Weitere Projekte in Spanien, den USA und anderen Regionen

Die ersten Parabolrinnenkraftwerke wurden vor mehr als 20 Jahren in Kalifornien gebaut. Nun werden weltweit weitere Kraftwerke errichtet. Bereits im Sommer 2007 wurde das Kraftwerk Nevada Solar One in der Nähe von Las Vegas in Betrieb genommen. In diesem Sommer wird AndaSol 1 bei Granada (Spanien) als erstes kommerziell betriebenes Parabolrinnenkraftwerk in Europa ans Netz gehen.

Für beide Kraftwerke hat Schott Solar Receiver geliefert. Führende Energie- und Baukonzerne gehören zu den Receiver-Kunden von Schott Solar für weitere Kraftwerksprojekte in Spanien, USA und anderen Regionen entlang des Sonnengürtels der Erde.

Fertigungskapazitäten sollen weiter ausgebaut werden

Vor dem Hintergrund der stark steigenden Nachfrage wird das Unternehmen seine Fertigungskapazitäten weiter ausbauen. Dr. Martin Heming, Mitglied der Schott Konzernleitung und Geschäftsführer der Schott Solar GmbH, erläuterte die Ausbaupläne: „Bis Jahresende 2008 wollen wir in Aznalcóllar eine zweite Linie bauen und damit die Produktionskapazität an diesem Standort verdoppeln. Darüber hinaus sind wir dabei, ein drittes Receiver-Werk in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico aufzubauen. Dort wollen wir 2009 mit der Produktion beginnen.“

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