Leistungselektronik Neues Keramiksubstrat verzehnfacht Lebensdauer von Leistungsmodulen
Auf der diesjährigen PCIM hat die curamik electronics GmbH aus Eschenbach ein Keramiksubstrat vorgestellt, das mit Siliziumnitrid (Si3N4) hergestellt wird. Die Ausfallerscheinungen verlangsamen sich damit um ein Vielfaches.
Anbieter zum Thema

Keramiksubstrate unterstützen unter anderem im Automotive-Bereich die Leistungselektronik im Antriebsstrang. Bisher begrenzte unter anderem eine geringe Biegebruchfestigkeit die Lebensdauer dieser Substrate. Daraus resultierte außerdem eine niedrige Beständigkeit gegenüber Temperaturwechseln.
Die Ursache dafür liegt in den stark unterschiedlichen Ausdehnungseigenschaften des keramischen Trägermaterials und des elektrischen Leiters, der in der Regel aus Kupfer besteht. Bei dem von curamik vorgestellten Keramiksubstrat auf Siliziumnitrid-Basis konnte durch Tests eine mehr als zehnfache Lebensdauer gegenüber bisher im Automotive-Bereich verwendeten Substraten wie etwa Al2O3 oder AlN nachgewiesen werden.

„Daraus lässt sich die höhere Lebensdauer auch für die späteren Module ableiten“, berichtet Manfred Götz, Product Marketing Manager bei curamik. Die höhere Lebensdauer ist überall dort notwendig, wo mit Halbleitern gearbeitet wird, die hohe Sperrschichttemperaturen aufweisen. Die von curamik verwendete Si3N4-Keramik liegt mit einer Wärmeleitfähigkeit von 90 W/mK über dem Marktdurchschnitt.

Dank der sehr guten mechanischen Werte kann die Keramik auch dünner aufgetragen werden, was einen zusätzlichen Vorteil in Bezug auf den Wärmewiderstand hat. Außerdem werden dadurch die Leistungsdichte erhöht und die Systemkosten gesenkt.
„Bei Si3N4 handelt es sich um eine neue Keramik für Direct Copper Bonding- und Active Metal Bonding-Verfahren mit hervorragenden mechanischen Eigenschaften und hoher thermischer Leitfähigkeit, die die Zuverlässigkeit um ein Vielfaches erhöht“, resümiert curamik-Marketingmann Götz. Muster für Siliziumnitrid-Substrate sind ab sofort erhältlich.
(ID:33730270)