Alles Recrutainment oder was? Neue Wege der Personalgewinnung bei Rohde & Schwarz

Autor / Redakteur: Nadine Lutz / David Franz

Der „War for Talents“ ist inzwischen voll in der Elektrotechnik-Branche angekommen. Neben klassischen Rekrutierungsmaßnahmen werden deshalb innovative Formate zur Bewerberansprache immer wichtiger. Der Elektronikkonzern Rohde & Schwarz ist mit „Recrutainment“ einen neuen Weg zur Gewinnung junger Fach- und Führungskräfte gegangen und zieht ein erstes Fazit.

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Ein spannendes Finale: Das Team FFT-Juchee vom Karlsruher Institut für Technologie hat Dr. Gauss gestoppt
Ein spannendes Finale: Das Team FFT-Juchee vom Karlsruher Institut für Technologie hat Dr. Gauss gestoppt
(Bild: Rohde & Schwarz)

Der Elektronikkonzern Rohde & Schwarz ist weltweit eines der führenden Unternehmen in der Elektrotechnik. Mit der Rohde & Schwarz Cybersecurity GmbH hat es seine Arbeitsfelder vor kurzem um das Standbein der Cyber-Sicherheit erweitert, um Spitzentechnologie „Made in Germany“ für eine der Herausforderungen der Zukunft bieten zu können.

Doch die Top-Position in punkto Qualität und Innovation ist nur mit Hilfe herausragender Mitarbeiter/innen möglich, weshalb Rohde & Schwarz kontinuierlich auf der Suche nach qualifizierten Fach- und Führungskräften ist – und somit mittendrin in dem vielzitierten „War for Talents“. Dabei zeigt es sich, dass man neben klassischen Recruiting-Maßnahmen auch andere Wege gehen muss, um die Besten für sich zu gewinnen.

Mit dem Live Escape Game „Crack the Code“ und der Suche nach Dr. Gauss auf der diesjährigen Engineering Competition hat Rohde & Schwarz erstmals auf Recrutainment, also den Einsatz spielerischer Elemente in der Personalgewinnung, gesetzt.

Ziel des Unternehmens war es, potenzielle Kandidaten bei der Lösung von technischen Aufgaben in einem kreativen Umfeld kennenzulernen, mit ihnen intensiver als beim klassischen Bewerbungsgespräch in den Kontakt zu kommen und natürlich auch langfristig als möglicher, innovativer Arbeitgeber in Erinnerung zu bleiben.

CeBIT: Die Flucht aus dem Container

In Kooperation mit der Agentur YOUNG TARGETS veranstaltete Rohde & Schwarz auf der diesjährigen CeBIT das Live Escape Game „Crack the Code“. Eingesperrt in einen Container und ohne Hilfsmittel mussten Studierenden innerhalb von nur 33 Minuten zehn Aufgaben aus dem Bereich der Kryptologie lösen, um den Container wieder verlassen zu können und die Pläne von Lord Lulz erfolgreich zu stoppen.

Neben technischen Grundkenntnissen und einer gehörigen Portion Teamfähigkeit, spielt auch Geschwindigkeit eine wichtige Rolle, um das Exit-Game für sich zu entscheiden.
Neben technischen Grundkenntnissen und einer gehörigen Portion Teamfähigkeit, spielt auch Geschwindigkeit eine wichtige Rolle, um das Exit-Game für sich zu entscheiden.
(Bild: Rohde & Schwarz)

Besonders gefragt waren dabei Geschwindigkeit in Kombination mit IT-technischem Know-how, Kreativität und Teamfähigkeit: Qualifikationen, die Bewerberinnen und Bewerber auch im Arbeitsalltag bei Rohde & Schwarz benötigen. Gewonnen hatte das Team, das den Container in der schnellsten Zeit wieder verlassen konnte.

Insgesamt haben sich 186 Teilnehmer an „Crack the Code“ versucht. Das Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war durchwegs positiv: Das Spiel gab ihnen eine spannende Möglichkeit, einen potenziellen Arbeitgeber einmal von einer ganz anderen und erfrischend lockeren Seite kennen zu lernen.

Engineering Competition 2016: Stoppt Dr. Gauss!

Die Engineering Competition von Rohde & Schwarz, früher Fallstudienwettbewerb, findet seit 2004 statt und gehört zu den wichtigsten Events im Hochschulmarketing. In diesem Jahr hatte sich Rohde & Schwarz zum Ziel gesetzt, den traditionsreichen Wettbewerb um interaktive und spielerische Elemente zu erweitern. Zu diesem Zweck wurde mit Hilfe des Storytelling-Ansatzes der verrückt gewordene Wissenschaftler Dr. Gauss ins Leben gerufen, der die Welt in ein analoges Kommunikationszeitalter zurückversetzen wollte. Ein Whistleblower spielte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kontinuierlich versteckte Datensignale zu, welche bei erfolgreicher Entschlüsselung den Aufenthaltsort von Dr. Gauss preisgaben.

Die besten Spezialisten-Teams der Vorrunde wurden nach München eingeladen, um gemeinsam eine Taskforce gegen Dr. Gauss zu bilden.
Die besten Spezialisten-Teams der Vorrunde wurden nach München eingeladen, um gemeinsam eine Taskforce gegen Dr. Gauss zu bilden.
(Bild: Rohde & Schwarz)

Während der dreiwöchigen Vorrunde und dem mehrtägigen Finale wurden die Studierenden selbst Teil der Story rund um Dr. Gauss. Das Konzept ist dabei voll aufgegangen: Insgesamt hatten sich 71 Teams an der Engineering Competition beteiligt und elf studentische Teams aus Deutschland, der Schweiz, USA und Singapur wurden zum finalen Showdown nach München eingeladen. Tenor der Studierenden: Unbedingt in ähnlicher Form im kommenden Jahr wiederholen!

Welche Erkenntnisse hat Rohde & Schwarz aus den beiden Recrutainment-Maßnahmen gezogen? Die Verbindung von interaktiven, fachlichen Herausforderungen und anschließenden persönlichen Gesprächen hat sehr gut funktioniert. Zugleich hat das Unternehmen einen ersten Vorgeschmack auf die Arbeitsweise und technischen Fähigkeiten potenzieller Bewerberinnen und Bewerber bekommen. Diese hatten wiederum die Möglichkeit, Rohde & Schwarz sowie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abseits der klassischen Kontaktaufnahme kennenzulernen.

Demgegenüber steht natürlich ein intensiverer Ressourcenaufwand. Insgesamt lässt sich festhalten: Recrutainment wird für Rohde & Schwarz in Zukunft neben den klassischen Recruiting-Maßnahmen ein wichtiger Baustein bei der Suche nach qualifizierten Fach- und Führungskräften sein.

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