Normen für Störemissionsmessungen

Neue EU-Grenzwerte verpflichten zum Test von IT-Geräten bis 6 GHz

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Normenkonforme EMV-Messung so einfach wie möglich

Die EMV-Messung hat das Ziel, kritische Störpegel aufzufinden, sie mit Detektoren zu bewerten und mit den zugehörigen Grenzwertlinien zu vergleichen. Voraussetzungen für eine genaue und reproduzierbare Messung sind:

  • Keine Übersteuerung des Messgerätes durch das anliegende Gesamt-Störspektrum
  • Große Messdynamik für die Bewertung intermittierender Störer mit unterschiedlichen Pulsfolgefrequenzen
  • Korrekte Bewertung unbekannter Signalformen und -typen
  • Ausreichender Abstand der Grenzwertlinie zum Eigenrauschen der Messanordnung (S/N > 6 dB)

Diese Anforderungen lassen auf den ersten Blick nichts Besonderes vermuten, sind jedoch für jeden Messtechnikhersteller anspruchsvoll. Beispielsweise ist das Eigenrauschen des Messgerätes nicht beliebig niedrig.

Der EMI Test Receiver R&S ESCI7 wurde als normenkonformer Funkstörmessempfänger für Frequenzen von 9 kHz bis 7 GHz konzipiert und ergänzt den bereits im Markt eingeführten Funkstörmessempfänger R&S ESCI von 9 kHz bis 3 GHz.

Wie dieser entspricht auch er der Basisnorm CISPR 16-1-1, einschließlich der aktuellen Bewertungsdetektoren „Mittelwert mit Instrumentennachbildung (CISPR-Average)“ und „Effektivwert / Mittelwert (RMS-Average)“. Anwendungsschwerpunkt für den Empfänger ist die Produktzertifizierung nach den einschlägigen zivilen EMV-Normen. Mit seiner integrierten Vorselektion, einem Vorverstärker von 20 dB bis 7 GHz und dem hoch aussteuerbaren Frontend erfüllt er die Anforderungen von Standards wie CISPR, EN, FCC, ETS, ANSI und VCCI.

Zeitbereichsanalyse und Knackratenmessung

Zeitsparende, automatische Messabläufe unterstützen den Anwender bei seinen Aufgaben und reduzieren den dafür erforderlichen Aufwand sowie die Gefahr von Fehlmessungen. Zusätzliche Analysemöglichkeiten sind dabei hilfreich. So kann er auch das zeitliche Verhalten von Störemissionen erfassen, beispielsweise zur Bestimmung der optimalen Messzeit für intermittierende Störer (Zeitbereichsanalyse) oder zur Knackratenmessung in Übereinstimmung mit den Produktstandards CISPR 14 bzw. EN 55014.

Möglich ist auch die Darstellung des Umgebungsspektrums der Empfängerfrequenz parallel zur nummerischen Messung, Bewertung und grafische Anzeige des Pegels, dem so genannten Mixed-Mode. Störsignale lassen sich schneller identifizieren und analysieren.

Der Messempfänger lässt sich exakt auf das lokale Störmaximum abstimmen und erfasst driftende Signale. Zusätzliche Nahfeldsonden und Messantennen messen während der Design- und Integrationsphase eines Produktes gestrahlte Störaussendungen. „Extrarunden“ in der Produktenwicklung zur Einhaltung der EMV-Grenzwerte gehören damit der Vergangenheit an und die abschließende Produktzertifizierung im EMV-Labor verläuft reibungslos.

Vielseitig im HF-Entwicklungslabor

Moderne EMV-Messempfänger sollten über einen integrierten Spektrumanalysator verfügen. So lassen sich schneller Übersichts- und Vormessungen erstellen, die das EMV-Störverhalten erfassen und analysieren.

Zum anderen eignet er sich damit auch für eine Vielzahl im HF-Entwicklungslabor anfallender Standard-Messungen. Zusätzliche maßgeschneiderte Funktionen, wie die Kanalleistungsmessung (ACP), die Bestimmung des Intercept-Punktes dritter Ordnung oder der belegten Bandbreite sowie Statistikfunktionen (APD, CCDF) erweitern seine Einsatzmöglichkeiten über den Bereich der EMV-Messung hinaus.

*Hans Schlecht Hans Schlecht hat an der TU München Elektrotechnik studiert. Er ist seit 1995 bei Rohde & Schwarz in München. Dort arbeitet er in der Entwicklung von Spektrumanalysatoren und EMV-Messempfängern. Karl-Heinz Weidner hat an der TU Karlsruhe Elektrotechnik studiert. Seit 1996 ist er bei Rohde & Schwarz als Produktmanager für EMV-Messempfänger tätig.

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