EMV Labor Neue EMV-Grenzen bis 6 GHz für für informationstechnische Einrichtungen

Autor / Redakteur: Dietmar Frei * / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Der rasante Anstieg von elektrotechnischen Produkten mit einem internen Takt von 500/1000 MHz macht es erforderlich, dass Störemissionen bis 5/6 GHz unterdrückt werden.

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Investitionen notwendig: Um die fünfte Oberwelle detektieren zu können, müssen die Prüflabore Geld in die Hand nehmen
Investitionen notwendig: Um die fünfte Oberwelle detektieren zu können, müssen die Prüflabore Geld in die Hand nehmen

Aufgrund der neuen Emissionsgrenzwerte ist zu beachten, dass bereits in der Entwicklung von elektrotechnischen Produkten die Störemission bis 6 GHz unterdrückt wird.

In unserem Beitrag gehen wir auf die Vorgaben für den Entwickler ein, den Stand der Technik zu berücksichtigen. Welche Wirkung die Signale der Fachgrundnorm (FGN) auf andere Standards haben und zeigen Fallbeispiele, um das Verständnis für die EMV zu vertiefen.

Die EU-Richtlinien legen die Verfahren fest, wie im europäischen Wirtschaftsraum die Waren in Verkehr gebracht werden. Ein Stichwort in diesem Zusammenhang ist die Konformitätserklärung oder die sogenannte Declaration of Conformity, kurz DOC.

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Neue Anforderungen an EMV Labore

Wenn die Bundesnetzagentur im Rahmen des nationalen Frequenzmanagements neue Bänder freigibt, muss es möglich sein, in diesen Frequenzbändern eine Funkübertragung zu ermöglichen.

Hierzu fehlten bisher die erforderlichen Änderungen der europäischen Normen. Mit den Fachgrundnormen und ausgewählten Normen werden diese Änderungen angestoßen. Es ist zu hoffen, dass alle weiteren Produktnormen angepasst werden, damit der Anwender von Funkprodukten die neuen Technologien störungsfrei nutzen kann. Für die Entwicklung von elektrotechnischen Produkten mit einer internen Taktfrequenz oberhalb von 500 oder 1000 MHz lassen sich Störemission bis 5/6 GHz unterdrücken. Die EMV Labore müssen sich auf die neuen Anforderungen einstellen und zum Beispiel ihre Absorberhallen, Messempfänger und Antennen bis zu einer Frequenz von 6 GHz nachrüsten.

Die EMV-Richtlinie und die Basisnormen

Investitionen notwendig: Um die fünfte Oberwelle detektieren zu können, müssen die Prüflabore Geld in die Hand nehmen
Investitionen notwendig: Um die fünfte Oberwelle detektieren zu können, müssen die Prüflabore Geld in die Hand nehmen
Eine dieser Richtlinien, die in keiner Konformitätserklärung von elektrotechnischen Produkten fehlen sollte, ist die EMV-Richtlinie. Alle Richtlinien basieren auf den Stand der Technik, der in den harmonischen Normen dokumentiert wird und im Europäischen Amtsblatt [1] eingesehen werden kann.

Im Amtsblatt werden die Produktfamilien- und Fachgrundnormen aufgelistet. Die Basisnormen hingegen beschreiben die EMV-Phänomene inklusive der Prüfanweisungen. Sie sind für Prüfer interessant, welche die Prüfgewerke kalibrieren, die Prüfungen aufbauen und durchführen müssen.

Ein Beispiel in diesem Zusammenhang ist die Normenreihe CISPR 16, die theoretische Hintergründe, eine Beschreibung der Ressourcen (Absorberhalle oder Freifeld) und Hinweise auf die Kalibrierung gibt.

Geräte für Privat und in der Industrie

Hingegen werden in der Produktnorm, den Produktfamilien und den FGN die Anwendungskriterien, das Monitoring und die Grenzwerte beschrieben. Das Monitoring beschreibt in diesem Artikel, wie der Prüfling während der Prüfung überwacht und zu betreiben ist.

Die Fachgrundnorm ist historisch betrachtet eine Norm die ein Netz für alle diejenigen Produkte aufspannt, die in keine Produktnorm oder Produktfamilie passen. Die Norm differenziert sich in die Phänomene Störaussendung und Störfestigkeit und wird weiter in die Anwendungsbereiche Industrie und Wohnbereich aufgeteilt (siehe Tabelle 1 Fachgrundnormen).

Sollen Geräte sowohl für den Wohnbereich als auch im Industriebereich entwickelt und eingesetzt werden, sind die in der Tabelle grau hinterlegten Normen zu wählen, weil mit dieser Wahl der sogenannte „Worst Case“ für die technische Spezifikation abgedeckt wird. Das sind im einzelnen die EN 61000-6-3 für Störaussendungen im Wohnbereich und EN 61000-6-2 für die Störfestigkeit im Industriebereich.

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