Eine automatische Miniatur-Feuerlöscheinheit schützt wirkungsvoll Geräte, Maschinen und Anlagen gegen Feuer. Das Löschsystem erkennt und löscht den Brand bereits in einem geschlossenen Gehäuse, beispielsweise einem Schaltschrank.
Brandschutz: Das großflächige Löschen nach dem Gießkannenprinzip ist nicht mehr zeitgemäß. Ein neues Konzept mit einem Mini-Feuerlöscher setzt direkt am Brand-Entstehungsort im Schaltschrank an.
(Bild: Deiring)
In der Bundesrepublik Deutschland wird laut Untersuchungen des Instituts für Schadensforschung IFS in Kiel alle 2 bis 3 min ein Brand gemeldet, über 30% aller Brände werden durch elektrische Systeme verursacht. Versicherungen zahlen jedes Jahr in Deutschland über 2 Milliarden Euro für Brandschäden aus. Trotzdem müssen nach einem Brandfall 74% der betroffenen Unternehmen Insolvenz beantragen, da bei langen Betriebsausfällen selbst die besten Kunden oft abwandern.
Gerade Klein- und mittelständische Unternehmen behandeln das Thema Brandschutz oft nur oberflächlich und setzen nur das vom Gesetzgeber vorgeschriebene Minimum um. So sind aktuelle Brandschutzkonzepte in der Industrie und im Maschinenbau oft rein passiver Natur.
Die Konzepte setzen eher auf das Minimieren von Brandschäden durch Brandschutzwände oder Alarme durch Brandmelder, anstatt proaktiv direkt am Entstehungsort zu löschen. Sprinkleranlagen in Gebäuden sind bisher das effektivste Mittel, um die Großbrände gar nicht erst entstehen zu lassen und somit viele Leben und Sachwerte zu retten.
Löschen nach dem Gießkannenprinzip
Das „großflächige Löschen nach dem Gießkannenprinzip“ bei Sprinkleranlagen hat allerdings Nachteile. Bei den großen Wassermengen, die zum Löschen von offenen Bränden verwendet werden, entstehen auch bei nur kleinen Bränden erhebliche Folgeschäden.
So sind beispielsweise alle durch das Brackwasser benetzte Waren unbrauchbar oder Elektrogeräte an Arbeitsplätzen meistens durch den Wassereintritt defekt. Dieses Problem betrifft alle produzierenden Branchen, insbesondere die Lebensmittelbranche und Logistikzentren.
An dieser Stelle setzt ein Konzept von Deiring an, mit dem der Brand frühzeitig am Entstehungsort detektiert und zuverlässig gelöscht wird. Eine Erweiterung und Optimierung von bereits bestehenden Brandschutzanlagen ist dabei laut Hersteller einfach möglich.
Für die beschriebene Lösung haben die Ingenieure in Wertheim die automatische Mini-Feuerlöscheinheit AMFE (automatische Miniatur-Feuerlöscheinheit) entwickelt. Anwendungsgebiete des laut Hersteller „kleinsten integrierten Feuerlöschers der Welt“ finden sich in der Steuerungstechnik, in Schaltschränken für den Maschinenbau aber auch in Serverfarmen.
Die teuren und betriebswichtigen Investitionsgüter können hiermit erstmals zielgerichtet und ohne Einsatz von CO2 als Löschmedium geschützt werden. Die Installation lässt sich auch von ungeschulten Mitarbeitenden anhand der Installationsanleitung einfach durchführen, so der Hersteller.
Zertifizierte Funktion und Nachrüstung
Bild 1: Die Mini-Feuerlöscheinheit AMFE arbeitet mit dem Löschmittel Novec der Firma 3M.
(Bild: Deiring)
Die Branderkennung und Auslösung der Löscheinheit erfolgen durch eine thermodynamische Aktivierung mithilfe einer vom VdS (Verband deutscher Sachversicherer) anerkannten Thermo-Glasampulle. Durch die steigende Wärme z.B. in einem Schaltschrank zerplatzt im Brandfall die Thermo-Glasampulle und öffnet stromunabhängig die angeschlossene Löschmittelkartusche und setzt das Löschmittel Novec der Firma 3M frei (Bild 1).
In allen Schaltschrank- und Elektroverteilern lässt sich die Feuerlöscheinheit einfach und kostengünstig nachrüsten. Die Feuerlöscheinheit ist CE und UL konform und laut Hersteller vom TÜV-Nord sowie vom Materialprüfungsamt getestet. Brandversicherer sollen Kunden spezielle Rabatte und Nachlässe geben.
Anwendungsgebiete finden sich in Schaltschränken, in der Steuerungstechnik, in Elektroverteilern und Antriebstechnik sowie in Produktionsstraßen in der Lebensmittelindustrie und im Bereich Automotive.
Elektrisch betriebene Orientierungs- und Leitsysteme in Flughäfen und Krankenhäusern sowie Terminals und Stelen in öffentlichen Gebäuden oder medizinische Geräte und Prüfstände bzw. Solar-Wechselrichter sind weitere Anwendungsmöglichkeiten des Löschsystems.
Die Vorteile des Löschmittels Novec
Bild 2: Funktion des Löschsystems. Bei einem Brand (oben) zerplatzt eine Thermo-Glasampulle und öffnet die angeschlossene Löschmittelkartusche (unten).
(Bild: Deiring)
Das System arbeitet mit dem Löschmittel Novec von 3M statt mit CO2-Gas, da Novec eine siebenmal höhere Löschfähigkeit (d.h. siebenmal weniger Menge benötigt), eine schnellere Inkubationszeit bietet, durch Sauerstoff nicht wieder entflammbar ist (kein Flash-Over) und der Flamme direkt Wärme entzieht.
Das Löschmittel ist unschädlich für den Menschen (keine Erstickungsgefahr), es treten keine Beschädigung von elektrischen Komponenten auf. Das Löschmittel verdunstet rückstandsfrei und besitzt ein sehr geringes Treibhauspotential.
In der Fertigung von Elektronikkomponenten fallen von 1 Million hergestellten Baugruppen ca. 5 bis 6 Stück aus. Kalte Lötstellen, fehlerhafte Komponenten oder Steckverbindungen können zu einem Brand führen. Dass alle Hersteller von elektrischen und elektronischen Komponenten hiervon betroffen sein können, zeigen diverse Rückrufaktionen bei Consumer-Produkten wegen Brandgefahr in den letzten Jahren. Die Dunkelziffer dürfte, vor allem in der Industrie, noch viel höher liegen, da nicht jeder Entstehungsbrand der Meldepflicht unterliegt.
Stand: 08.12.2025
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Durch die Installation eines AMFE-Feuerlöschers pro Schaltschrank lassen sich Mitarbeiter schützen und längere Betriebsausfälle vermeiden. Ein Brand wird in der Frühphase erkannt und kann so effizient bekämpft werden. Tragische Situationen wie Orientierungslosigkeit aufgrund starker Rauchentwicklung und Verlust von Menschenleben und Sachwerten lassen sich dadurch zuverlässig und effektiv minimieren.