Automotive Spice v4.0 kommt mit vielen Neuerungen. Auch das Schulungsprogramm für Automotive Spice wurde nun neu konzipiert. ASpice-Expertin Josefin Benning erläutert Aufbau und Neuerungen.
Josefin Benning: ist seit 2020 bei Kugler Maag Cie, seit 2023 leitet sie die Strategic Area Spice bei UL Solutions.
(Bild: UL Solutions)
Frau Benning, was macht Automotive Spice so attraktiv, dass es inzwischen fast in der gesamten Automobilwelt zum Einsatz kommt?
Josefin Benning: Zuverlässige Prozesse bilden die Basis für qualitativ hochwertige Produkte. Automotive Spice trägt hierzu entschieden bei und wird mittlerweile sogar als DAS Modell für die Softwareentwicklungsprozesse betrachtet. Mit Hilfe von ASpice verbessern Unternehmen ihre Softwarequalität, minimieren Risiken und schaffen sich so einen Wettbewerbsvorteil.
ASpice fördert zudem die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren in der Automobilentwicklung, einschließlich der Hersteller, Zulieferer und Dienstleister. Durch die Standardisierung von Prozessen und Terminologien können Missverständnisse reduziert und die Effizienz der Zusammenarbeit verbessert werden.
Welche Ziele werden mit ASpice verfolgt?
ASpice legt den Finger in die Wunde der Entwicklungsprozesse und erkennt Verbesserungspotenziale. Nach einem Assessment oder einer Gap-Analyse zeigen sich die Stärken und Schwächen eines Entwicklungsprojekts, manchmal sogar einer gesamten Organisation.
Automotive Spice entwickelt sich ständig weiter, war das auch der Anreiz dazu, die Qualifikationswege für ASpice-Assessoren und Anwender neu auszurichten?
In der Praxis kann ASpice nur so gut zur Qualität beitragen, wie die Anwender und auch Assessoren das Modell verstehen und anwenden können. Daher gibt es ja so viele Schulungen und Qualifizierungstrainings. Der zunehmende Erfolg von Automotive Spice zeigt: Anwender und Assessoren haben unterschiedliche Erwartungen an ein Training. Daher werden spezifische Schulungen benötigt, die den unterschiedlichen Anforderungen der Fachleute gerecht werden.
Dazu kommt, dass viele zusätzliche Modellteile, sogenannte Extensions, Teil der Spice-Familie geworden sind. Beispiele hierfür sind Hardware Engineering, Machine Learning Engineering, Cybersecurity oder Data Management. Um all dies konsistent, modular und praktikabel zu gestalten, war es erforderlich, auch das Schulungskonzept anzupassen.
Was hat sich zum vorherigen Ausbildungskonzept geändert und warum?
Es gab eine große Gruppe, die bisher im Ausbildungskonzept nicht optimal berücksichtigt wurde – die Praktiker oder Anwender. Diese Gruppe kann nun am Kurs zum Process Expert teilnehmen. Dabei liegt der Schwerpunkt hauptsächlich auf der Anwendung und dem Verständnis der einzelnen Prozesse. In diesem Training lernen sie das Automotive Spice-Modell sowie die offiziellen VDA-Guidelines für den korrekten Aufbau des Modells kennen.
Zudem bezieht das neue Ausbildungskonzept die Modell-Extensions ein. Der Anwender kann dann beispielsweise seine Machine Learning-Kenntnisse im entsprechenden Kurs vertiefen.
Welchen Benefit hat das Trainingskonzept im Speziellen? Wodurch unterscheidet es sich von anderen Ausbildungsprogrammen?
Die Vorteile liegen definitiv in der modularen Ausrichtung durch die Vielzahl der Extensions. Nachdem man die Kernprozesse des Modells verstanden hat, kann der Anwender sich für verschiedene Extensions entscheiden. Dadurch kann ASpice als etabliertes und erprobtes Modell zur Qualitätsverbesserung und Risikominimierung in unterschiedlichen Bereichen innerhalb des Unternehmens eingesetzt werden. Dies gibt es bei anderen gängigen Modellen in diesem Maße nicht.
Einzigartig ist auch, dass aktuelle Themen, mit denen sich die Automobilwelt gerade befasst, bereits in das etablierte Modell integriert werden können. Beispiele hierfür sind Mechanical Engineering, Data Management, Cybersecurity oder Spice für IT Services.
Übrigens wenden auch einige besonders qualitätsbewusste Unternehmen außerhalb der Automobilbranche Automotive Spice an.
Welche Programme bieten Sie an und was sind die einzelnen Ausbildungsschritte?
Bei UL Solutions arbeiten wir eng an der Entwicklung dieser Schulungen mit und haben frühzeitig die Bedeutung bestimmter Themen erkannt. Kolleginnen und Kollegen haben sowohl als Autoren der Standards mitgewirkt als auch die Trainingsmaterialien mit erstellt. Wir bieten also Expertenwissen aus erster Hand.
Stand: 08.12.2025
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In der neuen Ausbildungsarchitektur beginnt man mit dem Automotive Spice Process Expert. Dieser Kurs ist interessant für Kunden, um die Prozessverbesserung in ihren Unternehmen oder in ihren F&E-Projekten zu unterstützen. Ein grundlegendes Verständnis des Modells, seiner Interpretation und Verknüpfungen zu anderen relevanten ISO-Standards werden in diesem Kurs vermittelt. Daher ist er ideal für die praktische Anwendung von Automotive Spice.
Möchte man den Weg zum Assessor einschlagen, folgt man der Ausbildung zum Automotive Spice Provisional Assessor. Dieses Training richFtet sich an alle, die den Einsatz von Automotive Spice in Softwareentwicklungsprojekten bewerten möchten. Egal, ob Projekte im eigenen Unternehmen bewerten werden sollen oder im Rahmen einer Beratungstätigkeit in Kundenprojekten: In diesem Kurs erwirbt man vertiefte Kenntnisse des Modells und lernt, wie man als Co-Assessor in einem offiziellen Assessment agiert.
Um ein Assessment zu leiten und offiziell durch-führen zu können, muss die Zertifizierung als Automotive Spice Competent Assessor erlangt werden. Mit die-sem Kurs und der dazugehörigen Ausbildung sind Anwender in der Lage, offiziell ASpice-Assessments durchzuführen.
Interessierte können mit einem zusätzlichen Training eine oder mehrere Modellerweiterungen nutzen und ASpice in einer anderen technischen Domäne implementieren oder bewerten. Erweiterungen gibt es z.B. im Bereich Hardware, Machine Learning Engineering oder Maschinenbau.
Sind Kunden in ihrer Wahl des Ausbildungsstrangs festgelegt, oder können sie diese kombinieren/wechseln?
Es gibt eine von intacs vorgegebene Reihenfolge für die Ausbildungsinhalte.
Nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung zum Process Expert haben Anwender die Möglichkeit, zunächst den Provisional Assessor und anschließend den Ausbildungsweg zum Competent Assessor zu beschreiten.
Kurse für die Modellerweiterugen können jederzeit nach dem Process Expert-Training belegt werden.
Welche Zertifikate kann man erlangen und welchen Nutzen bieten sie?
Alle Trainings sind zertifiziert. Der Anwender erhält nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung und der Anmeldung bei der Zertifizierungsstelle (VDA) ein entsprechendes Zertifikat, beispielsweise als Provisional Assessor.
Die entsprechenden Zertifizierungen, speziell für den Provisional und Competent Assessor, sind Voraussetzung, um offiziell an Assessments als Co- oder Lead-Assessor teilzunehmen oder diese durchzuführen. Die ersten Kurse starten im Herbst.
Josefin Benning
Josefin Benning ist seit 2020 bei Kugler Maag Cie. Seit 2023 leitet sie die Strategic Area Spice bei UL Solutions.