Power-Tipps von TI, Teil 50

Netzteil-Regelschleife mit P-SPICE

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Bild 4 zeigt die Simulationsergebnisse für Schleifenverstärkung und Phasengang. Es werden zwei Gruppen mit je zwei Kurven erzeugt, nämlich Verstärkung und Phasengang jeweils vor und nach der Verzögerungsleitung. Simulierte und gemessene Verstärkung zeigen eine gute Übereinstimmung, während der Phasengang ohne Verzögerungsleitung deutlich von der gemessenen Kurve abweicht. Die signifikante Abweichung im Phasengang beginnt bei etwa einem Zehntel der Schaltfrequenz und steigt bis zur Durchtrittsfrequenz auf rund 65° an.

Durch Hinzufügen der Verzögerungsleitung erreicht man, dass Verstärkungs und Phasengang gut korrelieren. Wenn man die Durchtrittsfrequenz weiter an die Schaltfrequenz annähert, wird das Einfügen der Verzögerungsleitung in das Modell immer wichtiger, um zu gewährleisten, dass die Simulationsergebnisse den realen Messungen entsprechen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich die Regelschleife eines Netzteils ohne weiteres mit einfachen spannungsgesteuerten Stromquellen nachbilden lässt. Im vorliegenden Design wurden die spannungsgesteuerten Stromquellen zur Modellierung des Transkonduktanzverstärkers und des Leistungsverstärkers genutzt. Ebenso hätte man jedoch spannungsgesteuerte Spannungsquellen zum Modellieren der Voltage-Mode-Regelung verwenden können.

Wichtig ist es, auch die Werteverschiebungen zu modellieren, die in Kondensatoren durch Vorspannungen und in Drosseln durch Ströme hervorgerufen werden. Auch sollten Abtastverzögerungen mit Verzögerungsleitungen nachgebildet werden, wenn man beabsichtigt, die Regelschleife des Netzteils bei einer Frequenz zu schließen, die größer als ein Zehntel der Schaltfrequenz ist. Beachtet man diese einfachen Regeln beim Design eines Netzteils, reduziert sich der Zeitaufwand für die Fehlersuche beim Bau der Hardware im Labor.

Weitere Simulations-Tipps folgen in der nächsten Ausgabe.

Weitere Informationen zu dieser und anderen Power-Lösungen finden Sie hier sowie unter www.elektronikpraxis.de/power-tipps.

* Robert Kollman ist Senior Applications Manager und Distinguished Member of Technical Staff bei Texas Instruments.

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