IRVE-3 NASA testet aufblasbaren Hitzeschild

Peter Koller

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Hitzeschilde sind in der Raumfahrt unerlässlich, um Mensch und/oder Maschine beim Wiedereintritt vor dem Verglühen zu bewahren. Doch Hitzeschilde in ihrer heutigen starren Form schränken die Nutzlast stark ein. Der Ausweg: ein Hitzeschild zum Aufblasen.

Irve-3: aufblasbare Ringe erzeugen einen flexiblen Hitzeschild(Fotos:  NASA)
Irve-3: aufblasbare Ringe erzeugen einen flexiblen Hitzeschild
(Fotos: NASA)

Und den hat die NASA in Form des Projekts IRVE-3 in Arbeit. IRVE steht für Inflatable Re-entry Vehicle Experiment, und das wurde in seiner dritten Generation am Montag getestet. IRVE-3 wurde von Wallops Island in Virginia an der Spitze einer Black Brant XI Rakete auf eine suborbitale Bahn über dem Atlantik geschossen. Das IRVE-3-System sieht im Ursprungszustand aus wie ein zusammengerolltes Zelt und passt in die Nasenspitze der Rakete mit 56 Zentimetern Durchmesser.

Nachdem die Rakete ihre maximale Flughöhe von 450 km erreicht hatte, wurde IRVE-3 sechs Minuten nach dem Start abgetrennt. Beobachtet von vier Kameras hat sich das System dann zu einem pilzförmigen Hitzeschild von drei Metern Durchmesser aufgeblasen. Der Hitzeschild besteht aus sieben miteinander verbundenen Kevlar-Ringen, darüber eine Hitzeschutzdecke aus mehreren Lagen eines nicht näher genannten Textils.

Beim Wiedereintritt mit einer Geschwindigkeit von Mach 10 (Zehnfache Schallgeschwindigkeit) überstand IRVE-3 laut NASA problemlos Temperaturen von bis zu 536 Grad Celsius und eine Belastung von 20 G. Mit Hilfe solcher aufblasbarer Hitzeschilde soll es in Zukunft möglich sein, größere Nutzlasten zu transportieren.

An verbesserten Hitzeschilden forscht zum Beispiel auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Projekt Shefex II (Feuriger Flug liefert Datenflut).

Der aufblasbare Hitzeschild der NASA allerdings ist im Grunde schon eine recht alte Idee: Sie wurde von dem Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke bereits 1982 in dessen Roman 2010: Odyssey Two vorweggenommen.

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