Pedelecs

Nachrüstantrieb Marke Eigenbau war gestern

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Und jetzt mal Hand aufs Herz: Irgendein Manko muss ja auch das Rad mit Pendix haben?

Naja, es ist eben ein Fahrrad und kein Auto (lacht). Es gibt tatsächlich ein Manko, das nicht wegzudiskutieren ist: das Wetter. Wer auf dem Weg zur Arbeit nicht nass werden möchte, wird mit jedem Fahrrad seine Probleme haben. Unsere Motoren sind zwar nicht anfällig gegen Spritzwasser und Pfützen, aber bei strömendem Regen ist es im schützenden Auto eben doch komfortabler.

Die Regierung fördert E-Mobilität, aber bisher nur für Autos. Haben Sie nach der Einführung der E-Auto-Prämie den Wechsel zum E-Fahrrad bereut?

Nein, überhaupt nicht! Diese Prämie befördert das Thema E-Mobilität und kommt dadurch auch uns zugute. E-Mobilität ist aus der öffentlichen Diskussion nicht mehr wegzudenken, und wer weiß, vielleicht gibt es ja als Nächstes eine Prämie für Elektroantriebe am Fahrrad.

Wenn Sie Politiker wären: Was würden Sie einführen bzw. abschaffen? Wo ist die Politik auf dem Holzweg?

Ich finde, dass sich die Infrastruktur für Fahrradfahrer insgesamt zu langsam entwickelt. Der Ausbau von Radschnellwegen in Deutschland müsste bedeutend schneller gehen. Vorhandene Radwege sind teilweise sehr gefährlich. Wenn Sie in Großstädten wie Berlin unterwegs sind, sind Sie als Fahrradfahrer immer irgendwie dazwischen geschoben. Fußgänger und Autofahrer haben ihren Platz, aber Fahrradfahrer müssen sich ihren Weg suchen, mitunter auf ziemlich riskante Art und Weise. Der Fokus der Regierung liegt immer noch zu sehr auf dem Auto.

Glauben Sie an die Zukunft des Elektroautos?

Es gibt durchaus gute Konzepte für E-Autos. Und kluge Köpfe, die sich damit beschäftigen. Sie haben inzwischen auch eine gute Reichweite. Allerdings: Im Moment gibt es noch zu wenig sauberen Strom, somit wird der Dreck nur aus den Städten an den Standort von Kraftwerken verlegt. Plus: Es muss der Batterien-Kreislauf mehr bedacht werden. Es ist wichtig, die Akkus ordentlich zu recyceln, wenn sie ihre Lebenszeit hinter sich haben. Das ist natürlich auch ein Problem von E-Bikes. Aber während ein E-Auto etwa 170 Gramm CO2 pro Personen-Kilometer ausstößt, sind es beim Pedelec nur knapp 10 Gramm. Dazu gibt es viele Studien, diese Zahl hier hat das Umwelt- und Prognose-Institut entwickelt.

Und Ihre Zukunft bzw. die von Pendix? Stellen Sie in zehn Jahren immer noch Nachrüstantriebe her?

Der Physiker Niels Bohr soll mal gesagt haben, dass Prognosen schwierig sind, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen (lacht). Sicher ist: Mikromobilität wird weiterhin ein großes Thema sein. Ich gehe aber mal davon aus, dass wir bis dahin ein innovatives Fahrzeugkonzept in Produktion haben, sodass uns das Wetter auch auf einem Zweirad nichts mehr ausmachen wird. Die Zukunft des Fahrrads wird mit dem Pendix auf jeden Fall spannend bleiben.

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