Medizintechnik-Industrie Mittelständische Medizintechnik-Unternehmen sind in Deutschland am innovativsten

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Deutsche Medizintechnik-Hersteller sind mittelständisch geprägt: Neun Prozent des Umsatzes wird für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Wie entstehen neue Medizinprodukte und was zählt zu den Hemmnissen?

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Innovativer Mittelstand: Neun Prozent des Umsatzes fließt in die Forschung und Entwicklung (Foto: Atmos Medizintechnik)
Innovativer Mittelstand: Neun Prozent des Umsatzes fließt in die Forschung und Entwicklung (Foto: Atmos Medizintechnik)

Was zählt zum Erfolgsrezept deutscher Medizintechnikhersteller in Sachen Innovationsfähigkeit? Kooperationen mit Experten, erfolgreiches "Netzwerken" und öffentliche Fördermaßnahmen sind die drei wesentlichen Punkte.

So das Ergebnis der Untersuchung „Erfolg durch Innovation: Das Innovationsmanagement der deutschen Medizintechnikhersteller“, des Branchenverbandes Spectaris mit herausgegeben hat.

Die bundesweite Befragung wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Forschungsprojekts "KnowMore" von der Universität Witten/Herdecke durchgeführt.

Hohe Investitionsbereitschaft in der deutschen Medizintechnik-Industrie

Die deutsche Medizintechnik-Industrie ist stark mittelständisch geprägt, da 94% der Unternehmen weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen.

Und dabei spielt die hohe Innovationsrate ein zentrales Merkmal der deutschen Medizintechnik-Industrie: Neun Prozent des Umsatzes – doppelt so viel, wie der Durchschnitt des verarbeitenden Gewerbes – investiert die Branche in FuE.

Insbesondere die kleinen und mittleren Medizintechnikunternehmen beschäftigen prozentual gesehen mehr Mitarbeiter in dem Unternehmenszweig als Großunternehmen.

So kommen laut der Untersuchung bei den kleinen Unternehmen mit 21 bis 50 Mitarbeiter auf einen Mitarbeiter 0,14 Mitarbeiter im Bereich FuE; bei den Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeiter liegt diese Zahl bei 0,05. Bei den Patentanmeldung liegen die kleinen Unternehmen vorn: Sie erbringen je Mitarbeiter pro Jahr mehr Patentanmeldungen als die mittleren und Großunternehmen.

Neue Produkte Dank Kooperationen

So genannte Lead-User-Kooperationen, also Kooperationen mit den Anwendern der Medizinprodukte, wie Ärzte, spielen eine besondere Rolle bei der Entwicklung neuer Medizintechnikprodukte.

Zum Befragungszeitpunkt waren insgesamt fast 72% der forschenden Unternehmen in FuE-Kooperationen involviert. Die persönliche Kommunikation mit Kollegen anderer Unternehmen auf Messen und Tagungen wird von den Befragten ebenfalls als Erfolgsfaktor für ihre FuE-Kooperationen gesehen.

Auch die staatliche Förderung hilft den innovativen Mittelständlern zum Erfolg. Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen erhalten staatliche Förderungen.

Hürden bei Innovationen: Hohe Kosten bei der Produktentwicklung

Als Innovationshürden gelten vor allem die Kosten der Produktentwicklung. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, dass die Kosten für Innovationen sehr häufig bis häufig ein großer Stolperstein bei der Entwicklung neuer Produkte sind.

Dicht gefolgt von der allgemeinen Gesetzgebung für Medizinprodukte mit 39,8% und den Kosten/Aufwand für die Zulassung von neuen Produkten mit 38%.

Eine eher untergeordnete Rolle spielen fehlende Fördermittel von öffentlicher Seite mit 10,6% sowie Probleme bei Kooperationen in Forschung und Entwicklung mit 15,0%.

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