Anbieter zum Thema
EB Assist Car Data Recorder visualisiert Warnungen
Die Curve Speed Warnung informiert den Fahrer, wenn er zu schnell auf eine enge, unübersichtliche Kurve zufährt. Dieses System benötigt neben der Straßengeometrie im Wesentlichen nur noch Informationen über die Geschwindigkeit des Fahrzeugs. Die Kurvenradien der Fahrstrecke sind in den Navigationsdaten hinterlegt und über den sogenannten elektronischen Horizont (ADASIS-Protokoll) verfügbar. Beide Werte können in der Regel vom CAN-Bus des Fahrzeugs über einen handelsüblichen Adapter in den Car-PC eingelesen werden.
Mit der ADTF-Entwicklungsumgebung auf dem Car-PC sind die Eingangsdaten mit wenigen Programmzeilen verrechnet, um eine Warnmeldung auszugeben. Der EB Assist Car Data Recorder dient in diesem Beispiel nicht nur der Steuerung der ADTF-Entwicklungsumgebung während der Testfahrt, sondern auch der Visualisierung von Warnungen, wie sie der Fahrer später zum Beispiel im Kombiinstrument sieht. Gleichzeitig können die Eingangsdaten, also aktuelle Fahrzeugposition, Kurveninformationen im elektronischen Horizont, Fahrzeuggeschwindigkeit und interne Werte des Algorithmus wie der Abstand des Warnsignals zur Schwelle, übersichtlich auf mehreren Bildschirmseiten angezeigt werden.
Mit einer Wischgeste kann der Tester schnell zwischen den einzelnen Ansichten umschalten. Fährt man beispielsweise mit einem Anzeigen-Prototypen und entdeckt ein fehlerhaftes Verhalten der Applikation in einer neuen Fahrsituation, dann kann man mit einer Wischgeste in die Detailansicht für die einzelnen Signale umschalten. Die Analyse kann sofort an Ort und Stelle stattfinden und ermöglicht, falls nötig, die unmittelbare Wiederholung der Aufzeichnungen des fraglichen Abschnitts.
Über den Property-Dialog können Algorithmen direkt vom Car Data Recorder aus parametriert werden. Mehrere Varianten des gleichen Streckenabschnitts lassen sich direkt hintereinander mit verschiedenen Abstimmungen befahren. Dies spart wertvolle Zeit mit den oftmals heiß begehrten Testträgern. Im Falle der Curve Speed Warnung können beispielsweise die Fahrdynamik-Einstellungen „Komfort“, „Standard“ und „Sport“ direkt hintereinander ohne anzuhalten getestet und alle relevanten Daten inklusive Referenzvideo aufgezeichnet werden.
Auch die Bewertung der Testfahrt ist mit dem EB Assist Car Data Recorder möglich. Nach dem Durchfahren einer bestimmten Fahrsituation kann über ein Pop-Up-Fenster auf dem Tablet der subjektive Eindruck des Testfahrers abgefragt werden. War die Warnung angemessen oder kam sie zu früh oder zu spät? Vorher definierbare Antwortmöglichkeiten erleichtern sowohl die Eingabe als auch die einheitliche Auswertung mehrerer Testfahrten. In einigen Fällen ist es sogar möglich, dass das Feedback des Testfahrers die Parameter direkt beeinflusst und so das Verhalten der Funktion automatisch optimiert wird.
Management- und Kundenpräsentation
Für die Darstellung neuer innovativer Funktionen gibt es in Versuchsträgern oft keine Anzeigemöglichkeit. Entweder ist die Modifikation des Infotainmentsystems nicht möglich oder die Integration von zusätzlichen Darstellungen auf dem zentralen Display ist schlicht zu aufwendig. Auf dem hochauflösenden iPad kann die zukünftige Anzeige einer Fahrerassistenzfunktion prototypisch auf höchstem graphischem Niveau umgesetzt werden. So werden Innovationen auch in Management-oder Kundenpräsentationen direkt erlebbar.
Neben der Darstellung von SVG-Bildern (Scalable Vector Graphics) unterstützt der Car Data Recorder die Präsentation durch seinen Multi-Tablet-Mode. Dabei übernimmt ein sogenanntes „Master-iPad“ die Steuerung der ADTF-Entwicklungsumgebung und hat damit die Kontrolle über die Demonstration. Die „Client-iPads“ können entweder ausschließlich als Anzeigegeräte konfiguriert werden oder aber die Interaktion wird ausdrücklich erlaubt. Dann besteht die Möglichkeit, neben der reinen Anzeige des Prototyps auch auf ausgewählte Details zuzugreifen, um so beispielsweise die Funktionsweise eines zugrunde liegenden Algorithmus sichtbar zu machen.
Es gibt viele weitere Anwendungsmöglichkeiten
Die bisher beschriebenen Anwendungen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus den vielfältigen Möglichkeiten, die der Car Data Recorder bietet, um Testfahrten und Aufzeichnungen einfacher und kostengünstiger zu gestalten. Sollten die Standardfunktionen des Car Data Recorders einmal nicht ausreichen, dann können mit der EB Assist ADTF-Entwicklungsumgebung spezifische Module erstellt werden. Diese dienen beispielsweise der Vorverarbeitung der Sensordaten, um die zu speichernden Datenmengen zu reduzieren.
Es können aber auch fertige Funktionen oder Bibliotheken, sofern sie für Windows oder Linux übersetzt wurden, in ADTF-Filter verpackt werden. So kann zum Beispiel eine komplett neu erstellte Traffic Sign Fusion im direkten Vergleich gegen die bereits verbaute Variante auf Testfahrt gehen. Durch das offene Konzept können Car Data Recorder und die ADTF-Entwicklungsumgebung neuen Herausforderungen innovativer Fahrerassistenzlösungen stetig angepasst werden.
Der EB Assist Car Data Recorder ist live erlebbar – auf der Electronica 2014 am Partnerstand der b-plus GmbH in Halle A6, Stand 506.
* Jürgen Ludwig ist Senior Product Manager Driver Assistance bei Elektrobit.
(ID:42950747)