Axionen gehören zu denjenigen Teilchen, aus denen Dunkle Materie bestehen könnte. Forscher wollen mit einem Haloskop und einem Datenerfassungssystem Axionen nachweisen. Dabei spielen starke Magnetfelder eine wichtige Rolle.
In der Experimentierhalle des CAPP-Instituts können mehrere Experimente zur Suche nach Dunkler Materie gleichzeitig durchgeführt werden. Das Labor besitzt sieben große, vibrationsgedämpfte Bodenplatten für Versuchsaufbauten sowie zahlreiche supraleitende Magnete und Kühlaggregate.
(Bild: Spectrum Instrumentation)
Der Dunklen Materie umgibt immer etwas Geheimnisvolles. Erstmals postuliert wurde Dunkle Materie vom Schweizer Astronom Fritz Zwicky im Jahr 1933. Die Theorie legt nahe, dass es im Universum bis zu fünfmal mehr Dunkle Materie als herkömmliche Materie geben könnte. Woraus Dunkle Materie eigentlich besteht, ist noch unbeantwortet. Allerdings haben Wissenschaftler eine Reihe von möglichen Teilchen identifiziert. Einige der vielversprechenden sind Axionen, die möglicherweise nur ein Zehn-Billionstel der Masse eines Elektrons besitzen.
Genau auf diese Teilchen haben es Forscher aus Südkorea am Institute for Basic Science (IBS) abgesehen. Ein Expertenteam soll jetzt die Axionen finden. Die Theorie sagt voraus, dass sich Axionen in Gegenwart eines starken Magnetfelds in Photonen umwandeln. Daher hat das koreanische Team ein großes Labor eingerichtet, in dem superstarke Magnete verwendet werden, um die Axion-Partikel zu finden. Die Bildgebung des Experiments erfolgt mit einem Haloskop, das wiederum ein schnelles Datenerfassungssystem (DAQ) verwendet, um die Ergebnisse der Versuche zu erfassen, zu analysieren und zu speichern.
Experimente sollen Axionen bestätigen
Versuchsaufbau am CAPP mit einem 8T supraleitenden Magneten. Das schwache Signal (10 bis 24 W) aus dem Hohlraum des Magneten wird durch eine HF-Empfängerkette mit einem HEMT-Verstärker weitergeleitet, bevor die Erfassung, Analyse und Speicherung stattfindet.
(Bild: Spectrum Instrumentation)
Am CAPP-Institut, dem Zentrum für Axion- und Präzisionsphysikforschung des IBS, wollen die Wissenschaftler mit Experimenten die Existenz von Axionen bestätigen und letztlich ihre Eigenschaften bestimmen. Erste experimentelle Ergebnisse liegen bereits vor. Das Team am CAPP hat nach Axionen mit einer Masse zwischen 6,62 und 6,82 μeV gesucht, die einer Frequenz zwischen 1,6 und 1,65 GHz entsprechen. Die Forscher bewiesen experimentell mit einem Konfidenzniveau von 90 Prozent, dass in diesem Bereich keine Axionen oder Axion-ähnliche Teilchen existieren.
Signale mit 180 MS/s abtasten und mit 16 Bit erfassen
Im Blockdiagramm ist dargestellt, wie das Haloskop die Signale verstärkt, bevor sie vom DAQ erfasst werden.
(Bild: Spectrum Instrumentation)
Eine Schlüsselkomponente des aktuellen Datenerfassungssystems im Labor ist eine PCIe-Digitizerkarte von Spectrum Instrumentation, Modell M4i.4470-x8. Die Wissenschaftler entschieden sich für diese Messkarte, weil sie die eingehenden Signale gleichzeitig auf zwei Kanälen mit 180 MS/s Abtastrate und mit einer Auflösung von 16 Bit erfassen kann. Dabei ist ebenfalls entscheidend, dass der Digitizer die Messdaten mit einer Geschwindigkeit von mehr als 3 GB/s über den PCIe-Bus an einen Computer streamen kann. Diese große Menge an Daten kontinuierlich weiterzuleiten, ist extrem wichtig für das Experiment.
Dr. ByeongRok Ko, Research Fellow am CAPP, erklärt: „Unser Ziel war es, die Gütezahl bei der Axion-Haloskopsuche zu verbessern, also die Scanrate. Zunächst haben wir eine DAQ-Effizienz von mehr als 99 Prozent für einen einzelnen Kanal realisiert, wobei der DAQ-Prozess die Fast-Fourier-Transformationen (FFTs) umfasst. Dann haben wir mit einem IQ-Mischer und zwei parallelen DAQ-Kanälen eine softwarebasierte Bildunterdrückung implementiert, ohne die DAQ-Effizienz einzubüßen. Im Ergebnis haben wir mehr als die doppelte Effizienz früherer Setups, für die wir konventionelle Spektrumanalysatoren benutzt haben.“
DAQ-System mit Bildunterdrückung von etwa 35 dB
Die Bildunterdrückung ist wichtig, da für die Suche nach Axionen mit einem Haloskop ein Überlagerungs-Empfänger verwendet wird, der aber unerwünschte Bildhintergründe hinzufügt. Daher wird die Bildunterdrückung wesentlich, um eine hohe Abtastrate aufrechtzuerhalten. Aus diesem Grund liefert das DAQ-System eine Bildunterdrückung von etwa 35 dB über einen Frequenzbereich von 600 bis 2200 MHz.
„Wir haben uns unter anderem für die Digitizerkarte von Spectrum entschieden, weil sie zwei wichtige Merkmale für unser Bildunterdrückungssystem liefert“, sagt Dr. ByeongRok Ko. „Erstens der integrierte Speicher von 2 GSamples, der als Puffer verwendet werden kann, und zweitens ein FIFO-Übertragungsmodus über die PCI Express x8 Gen2-Schnittstelle, der das kontinuierliche Daten-Streaming mit Geschwindigkeiten von über 3 GB/s ermöglicht.“
Eine weitere Herausforderung für das DAQ-System ist die Verarbeitung der erfassten Messdaten. Dazu gehören Einheitenkonvertierung, Online-FFT, Mittelwertbildung und das Übertragen der Leistungsspektren in den Speicher. Die Online-FFT dominiert die Nachbearbeitungszeit. In den meisten Fällen erfordern die Haloskop-Experimente, dass Daten für unterschiedliche Resonanzfrequenzen erfasst werden, da die Axion-Masse unbekannt ist.
Außerdem werden aus verschiedenen Gründen die Daten bei jeder Resonanzfrequenz in mehrere Teilmengen mit unterschiedlichen Zeitstempeln aufgeteilt. In solchen Fällen kann die Verarbeitung parallel durchgeführt werden, während die nächsten Daten schon erfasst werden. Die Digitizer von Spectrum Instrumentation werden mit Treibern geliefert, die eine breite Palette von Programmiersprachen unterstützen, darunter auch Python. Das Multiprocessing-Modul von Python ist ideal für die beschriebene Anwendung und wird daher von den Forschern am CAPP verwendet.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Experimente mit vergrößerten Systemen durchführen
In der Experimentierhalle des CAPP-Instituts können mehrere Experimente zur Suche nach Dunkler Materie gleichzeitig durchgeführt werden. Das Labor besitzt sieben große, vibrationsgedämpfte Bodenplatten für Versuchsaufbauten sowie zahlreiche supraleitende Magnete und Kühlaggregate.
(Bild: Spectrum Instrumentation)
Yannis K. Semertzidis, Direktor des CAPP und auch Professor am KAIST (Korea Advanced Institute of Science & Technology), erklärt: „Dieses Experiment ist kein 100-Meter-Sprint, sondern die erste Etappe eines Marathonlaufs. Wir haben dabei viel gelernt und neue Konzepte getestet. Das gewonnene Wissen werden wir für die Weiterentwicklung der Experimente nutzen.“ Das Team hat bewiesen, dass es eine viel höhere Empfindlichkeit erreichen kann als bei allen anderen Experimenten, die vorher für diesen Frequenzbereich durchgeführt wurden. Der Plan ist nun, die Experimente mit vergrößerten Systemen durchzuführen.
Um die Suche nach Axionen zu beschleunigen, führt das Team von CAPP jetzt auch mehrere Experimente mit verschiedenen Versuchsaufbauten parallel durch. Dadurch können unterschiedliche Axion-Massebereiche gleichzeitig untersucht und bearbeitet werden.