MID-Industriepreis 2015 MID-Ameisen und miniaturisierte Kariesdiagnostik prämiert

Redakteur: Kristin Rinortner

Der diesjährige MID-Industriepreis, der von der Forschungsvereinigung 3-D MID verliehen wird, ging an die Harting AG Biehl für eine Kariesdiagnostik-Applikation mit MID-Optikträger und -Heizelement. Den MID-Innovationspreis erhielt Festo für seine BionicANTs.

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MID-Innovationspreis 2015: Prämiert wurden als beste Innovation die BionicANTs der Festo AG
MID-Innovationspreis 2015: Prämiert wurden als beste Innovation die BionicANTs der Festo AG
(Bild: Festo)

Zur Auszeichnung richtungsweisender, innovativer Lösungen auf dem Gebiet mechatronisch integrierter Produkte verleiht die Forschungsvereinigung Räumliche Elektronische Baugruppen 3-D MID e.V. seit 1997 im zweijährigen Turnus den MID-Industriepreis und zusätzlich in diesem Jahr den MID-Innovationspreis.

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Im Rahmen der Messe SMT Hybrid Packaging in Nürnberg wurde diesmal als herausragende Serienanwendung die von der Harting AG in Biel eingereichte Kariesdiagnostik-Applikation mit MID-Optikträger und -Heizelement prämiert. Mit dem MID-Innovationspreis zeichnete die Forschungsvereinigung die BionicANTs von Festo aus.

Bei der feierlichen Preisverleihung am 6. Mai 2015 überreichten Professor Jörg Franke, 1. Vorsitzender der Forschungsvereinigung 3-D MID e.V., und Dr. Ingo Kriebitzsch, Vorsitzender des Forschungsbeirats der Forschungsvereinigung, die Auszeichnungen an Dr. Ellen McMillan (Harting) und Professor Peter Post (Festo).

Miniaturisierte Kariesdiagnostik

Die mittels Laserdirektstrukturierung (LDS) hergestellte MID-Baugruppe aus Optikträger und Heizelement der Harting AG wird zur laserfluoreszenzbasierten Kariesdiagnostik in der DIAGNOcam der KaVo Dental GmbH eingesetzt. Durch die Bestrahlung der Zähne mit energiereichem Licht einer Wellenlänge von 780 nm grenzen sich von Karies betroffenen Bereiche durch ein schwächeres Fluoreszenzleuchten ab und können so von gesunder Zahnhartsubstanz farblich unterschieden werden.

Mit der MID-Lösung konnte eine Miniaturisierung bei gleichzeitig erhöhter Integrationsdichte erreicht werden und die Montage durch das in dem Bauteil integrierte Heizelement deutlich vereinfacht werden. Als Konsequenz können Einsparungen von Gewicht, Montageschritten sowie Kosten erzielt werden. Die Applikation wird seit 2014 in Stückzahlen von 2500 pro Jahr gefertigt.

MID-Ameisen als Sinnbild für die vernetzte Zukunft

Die vielfältigen Potenziale, die durch den innovativen Einsatz der MID-Technik in Kombination mit weiteren fortschrittlichen Technologien erschlossen werden, demonstrieren in beeindruckender Weise die BionicANTs von Festo. Vom natürlichen Vorbild einer Ameise inspiriert, veranschaulichen die Technologieträger, wie durch autonomes Entscheiden und kooperatives Verhalten effizient zusammengearbeitet werden kann. Diese Kompetenzen stehen sinnbildlich für die vernetzte Fabrik der Zukunft.

Jede einzelne Ameise besteht aus lasergesinterten Polyamid-Bauteilen, die anschließend in enger Kooperation mit der LaserMicronics GmbH mit dem LDS-fähigen Protopaint-Lack beschichtet und im Laserdirektstrukturierungsverfahren hergestellt wurden. Das auf diese Weise in den komplexen räumlichen Körper integrierte Schaltungslayout vernetzt die auf der Oberfläche montierten Bauelemente, ermöglicht ein abgestimmtes Zusammenspiel der innovativen Sensorik und Aktorik und bietet damit die Grundlage für ein zukunftsweisendes, hochanspruchsvolles mechatronisches Produkt. //KR

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