Hoffnung für Zirndorf? Metz mecatech setzt auf Leiterplatten-Services und Made in Germany

Martina Hafner

Anbieter zum Thema

Metz mecatech setzt weiter auf den Standort Zirndorf: Die Kunststoffsparte wird ausgebaut, Electronic Manufacturing Services (EMS) wird zu einem neuen Geschäftsfeld, neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Bilden das neue Führungsteam der Metz mecatech GmbH: Gerd Betz (li) und Lauri Jouhki.(Foto:  Metz mecatech)
Bilden das neue Führungsteam der Metz mecatech GmbH: Gerd Betz (li) und Lauri Jouhki.
(Foto: Metz mecatech)

Wenige Wochen nach der Übernahme der Metz-Blitzlicht- und Kunststoffsparte setzt die neue Eigentümerin, die Fürther Daum-Gruppe, erste Zeichen für den Standort Zirndorf. So wurden frühere Pläne, Teile der Blitzgeräte-Produktion nach Fernost zu verlagern, gestoppt. Gleichzeitig soll die Kunststoffproduktion deutlich ausgeweitet und mit der Leiterplattenbestückung ein neues Geschäftsfeld erschlossen werden.

„Damit stärken wir nicht nur unseren Standort“, sagt Lauri Jouhki, der gemeinsam mit Gerd Betz die Geschäfte des Unternehmens führt, „sondern wir unterstreichen so auch unsere Qualitätsstrategie. Made in Germany ist für uns kein reines Lippenbekenntnis, sondern die zentrale Basis unserer Zukunftsausrichtung.“

Die neue Spitze des Traditionsunternehmens bezeichnet die Stärkung des Standorts Zirndorf als ersten Schritt einer umfassenden Strategie. „Unser Ziel ist es, den Standort weiter auszubauen und sowohl in der Blitzgeräte-Fertigung als auch in der Kunststoffsparte nachhaltig zu stärken“, ergänzt Betz.

Gegenwärtig arbeite das Management mit Nachdruck am Aufbau des neuen Geschäftsfeldes SMD (Surface Mounted Device), also im Bereich elektronischer Bausteine, die direkt auf eine mit Leiterbahnen versehene Oberfläche gelötet werden. „Mit diesem Geschäftsbereich nutzen wir die Synergien, die sich aufgrund der Metz-Übernahme durch die Daum-Gruppe ergeben, und werden ein weiteres Standbein im nationalen Markt etablieren", so Betz.

Im Bereich SMT (Surface Mounted Technology) verfügt Metz mecatech laut eigenen Angaben über eine High-Tech-Produktionslinie, die Großserien effizient und qualitativ hochwertig fertigen kann. „Wir sind überzeugt, dass wir gerade mit unserem gelebten Made-in-Germany-Ansatz hier sehr erfolgreich sein werden“, konstatiert Jouhki. Einen Schlüsselkunden habe Metz mecatech in diesem Bereich bereits gewinnen können: Zukünftig werden die Leiterplatten für die Antriebsmotoren der daum electronic in Zirndorf bestückt.

Erst seit April diesen Jahres kann der bis vor Kurzem insolvente TV- und Blitzgeräte-Hersteller wieder mit etwas mehr Zuversicht in die Zukunft blicken. Die Geschäftsbereiche Blitzgeräte und TV des Unternehmens wurde an zwei Investoren verkauft. Beide hatten zugesagt, den Geschäftsbetrieb am Standort Zirndorf langfristig aufrecht zu erhalten.

Die Fürther Daum-Gruppe, Spezialist für elektronische Antriebslösungen für Fahrradergometer und E-Bikes, hatte die Blitzlicht- und Kunststoffsparte mit 146 von 169 Mitarbeitern übernommen. Klares Ziel sei es, die Zahl der Arbeitsplätze wieder zu erhöhen. Aktuell hat das Unternehmen sieben neue Stellen ausgeschrieben. Vor allem würden IT-Fachkräfte dringend gesucht. Nach Einschätzung von Wilhelm Daum, Chef der Daum-Gruppe, wird Metz mecatech in den nächsten Jahren wieder deutlich wachsen.

Das TV-Geschäft wurde vom chinesischen Elektronik-Konzern und TV-Hersteller Skyworth übernommen. Skyworth beschäftigt weltweit rund 37.000 Mitarbeiter, davon rund 30.000 im Geschäftsbereich TV-Geräte. Die Chinesen verfolgen seit Jahren einen konsequenten internationalen Wachstumskurs, insbesondere durch Zukäufe.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:43458971)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung