Nanotechnik Maßgeschneiderte Supraleiter für die Energietechnik

Johann Wiesböck

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Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Deutsche Nanoschicht GmbH gründen ein Gemeinschaftslabor. Das Forschungsinstitut und die BASF-Tochtergesellschaft kooperieren bei der Weiterentwicklung supraleitender Bandleiter.

(Foto:  BASF SE)
(Foto: BASF SE)

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Deutsche Nanoschicht GmbH haben sich zum Ziel gesetzt, maßgeschneiderte Hochtemperatur-Supraleiter für Anwendungen in der Energietechnik zu entwickeln. Dazu haben das Forschungsinstitut und die Tochtergesellschaft der BASF New Business GmbH entsprechende Kooperationsverträge unterzeichnet.

Im Rahmen der Kooperation werden die Partner Anfang 2015 ein Labor am Institut für Technische Physik des KIT eröffnen. Dort sollen die Wissenschaftler aus Karlsruhe gemeinsam mit den Experten der Deutschen Nanoschicht supraleitende Bandleiter für einzelne Anwendungen optimieren und maßschneidern.

Mögliche Einsatzgebiete für die von der Deutschen Nanoschicht hergestellten Hochtemperatur-Supraleiter sind Strombegrenzer und Transformatoren für öffentliche Stromnetze, Stromkabel für innerstädtische Versorgungsnetze sowie Spulen für Generatoren und Elektromotoren. Je nach Anwendung müssen die Wissenschaftler zum Beispiel die Eigenschaften der Supraleiter bei Wechselstrom, bei sehr hohen Strömen und in starken Magnetfeldern anpassen.

Supraleiter mit dem notwendigen Preis-Leistungs-Verhältnis

„Das KIT verfügt über ein breites Know-how im Bereich der Synthese und der Anwendung von Supraleitern. Die Kooperation mit dem KIT ist somit eine ideale Ergänzung unserer Aktivitäten zum Aufbau unseres Wachstumsfeldes E-Power-Management“, sagt Dr. Stefan Blank, Geschäftsführer der BASF New Business GmbH.

„Unsere einzigartige Beschichtungstechnologie wird es zukünftig erlauben, Supraleiter mit dem für die breite Einführung im Energiesektor notwendigen Preis-Leistungs-Verhältnis herzustellen“, ergänzt Dr. Michael Bäcker, Geschäftsführer der Deutschen Nanoschicht GmbH.

Prof. Dr. Bernhard Holzapfel vom Institut für Technische Physik am KIT wird das neue Labor leiten. „Die variable Beschichtungstechnologie der Deutschen Nanoschicht erlaubt eine optimale Anpassung der Supraleiter an die Marktanforderungen. Wir freuen uns darauf, diese Supraleiter für verschiedenste elektrotechnische Anwendungen gemeinsam weiterzuentwickeln“, so Holzapfel.

Hochtemperatur-Supraleiter ressourcenschonender herstellen

Die Deutsche Nanoschicht hat ein innovatives chemisches Beschichtungsverfahren zur Herstellung dünner Schichten mittels chemischer Lösungsabscheidung entwickelt. Mit diesem Verfahren lassen sich Hochtemperatur-Supraleiter wesentlich effizienter und ressourcenschonender herstellen. Diese Supraleiter übertragen Strom nahezu verlustfrei und ermöglichen somit große Einsparpotenziale bei Stromerzeugung und -transport.

Das Wachstumsfeld „E-Power-Management“ der BASF umfasst technologische Entwicklungen, Materialien und Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette beim Strom. Im Fokus stehen die ressourcenschonende und effiziente Stromgewinnung, -übertragung, -speicherung sowie eine effizientere Nutzung von elektrischer Energie.

Hintergrundinformationen zur Deutsche Nanoschicht und zum KIT

Als Spezialist für die Entwicklung von Hochtemperatur-Supraleitern und chemischen Beschichtungen wurde die Deutsche Nanoschicht GmbH 2011 von Dr. Michael Bäcker in Rheinbach gegründet. Das hochqualifizierte Team von 40 Mitarbeitern verfügt über langjähriges Know-how im Bereich Beschichtungstechnologie, elektrokeramischer Schichten, Hochtemperatur-Supraleitung und Anlagenbau. Im Juni 2013 hat die BASF New Business GmbH sämtliche Anteile des Technologieunternehmens Deutsche Nanoschicht GmbH erworben. Weitere Informationen zur Deutschen Nanoschicht im Internet unter www.d-nano.com.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung.

Mit rund 9.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter mehr als 6.000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24.500 Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

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