Smart Metering

Marktentwicklung in Europa laut aktueller Studie uneinheitlich

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EU-Vorgaben werden stellenweise übererfüllt

Die Entwicklung des europäischen Smart-Metering-Marktes wird vor allem durch gesetzliche Regelungen vorangetrieben – so die Einschätzung sowohl der deutschen (ca. 30%) als auch der übrigen europäischen (ca. 60%) Energieversorger.

Einen weiteren positiven Effekt auf den deutschen Smart-Meter-Markt hat die Entwicklung neuer Produkte und Mehrwertdienste. Als hemmende Faktoren für eine dynamischere Marktentwicklung werden für das europäische Ausland vorwiegend das Investitionsrisiko bzw. die ungeklärte Frage der Kostenübernahme sowie – mit Ausnahme einzelner europäischer Länder wie Italien oder Dänemark – die fehlende Klarheit der gesetzlichen Vorgaben sowie mangelnde Kundennachfrage benannt.

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen europäischen Ländern, kam trend:research in der Prognose des Smart-Meter-Rollouts zu dem Ergebnis, dass in Dänemark, Italien und dem Vereinigten Königreich in allen drei Szenarien die EU-Vorgabe sogar übererfüllt wird (vgl. Abbildung 1). Auch in Deutschland wird im Referenzszenario das Ziel einer 80-prozentigen Smart-Meter-Einführung erreicht.

Insgesamt werden in diesem Szenario in den ausgewählten europäischen Ländern insgesamt ca. 183 Mio. Smart Meter bis 2020 installiert, dies entspricht einem kumulierten Marktvolumen von etwa 60 Mrd. Euro. Frankreich, Deutschland und Italien haben im Jahr 2020 den größten Anteil am Marktvolumen mit je 22%, 20% und 19%.

Marktentwicklung läuft sehr unterschiedlich

Smart-Meter-Rollout bis 2020 in ausgewählten europäischen Ländern (Quelle: trend:research, 2011)
Smart-Meter-Rollout bis 2020 in ausgewählten europäischen Ländern (Quelle: trend:research, 2011)

Insgesamt zeigt die aktuell erstellte Studie „Smart Metering in Europa bis 2020“, dass die Marktentwicklung in den untersuchten Ländern sehr unterschiedlich verläuft. Neben der Umsetzung von EU-Vorgaben haben vor allem länderspezifische Voraussetzungen (Geographie, Netzstruktur, etc.) großen Einfluss auf das Rollout. Während in Italien bereits 95% aller 36 Mio. Endkunden mit fernauslesbaren Stromzählern ausgestattet sind, werden in der Schweiz und auch in Deutschland bisher nur Pilotprojekte betrieben. Eine Schwierigkeit für Hersteller – aber auch für Anwender – liegt in der fehlenden Standardisierung. Somit besteht für Hersteller und Energieversorger keine Planungssicherheit für die Zukunft.

Preise für Zähler und Installation wrden sinken

Für die Anschaffung und Installation des Zählers ist in den kommenden Jahren in Deutschland mit sinkenden Preisen zu rechnen, diese Entwicklung verläuft in einem Großteil der betrachteten Länder ähnlich. Eine Ausnahme bilden die Schweiz und Polen, wo sich Einflussfaktoren wie ein steigender Strompreis weniger stark auf Smart-Meter-Preise auswirken.

Mit der eigentlichen Installation der Smart Meter steigt auch die Nachfrage der Endkunden nach neuen und zusätzlichen Produkten sowie Dienstleistungen wie bspw. variablen Tarifen. Somit bietet sich ein großes Potenzial für Energieversorgungsunternehmen, auf Smart Metering aufbauende Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Insbesondere in Ländern wie in Italien, in denen bereits ein hohes Smart-Meter-Rollout erreicht ist, wird das Marktvolumen weniger über die Installation weiterer Smart Meter als über die darauf basierenden Produkte gesteigert werden.

Die rund 1200 Seiten umfassende Studie kann für 7100 € bei trend:research bezogen werden.

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