Elektronik in der Medizin Manschette mit Elektroden senkt dauerhaft Bluthochdruck
Keine Nebenwirkungen und auf lange Sicht Erfolg: Forscher haben mit der Manschettenelektrode eine Möglichkeit gefunden, den Bluthochdruck langfristig zu senken.
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Forscher der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg haben eine neue Methode entwickelt, wie sich der Bluthochdruck langfristig und vor allem ohne Nebenwirkungen senken lässt. Dabei ist die entwickelte Lösung wirkungsvoller als es Medikamente sind. Diese führen zu Organschädigungen. Zudem stellen Tabletten bei etwa 35% der Patienten den Blutdruck nicht dauerhaft ein.
Die Mikrosystemtechniker Dr. Dennis Plachta und Prof. Dr. Thomas Stieglitz von der Professur für Biomedizinische Mikrotechnik am Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Albert-Ludwigs-Universität haben in Kooperation mit den Neurochirurgen Dr. Mortimer Gierthmühlen und Prof. Dr. Josef Zentner vom Universitätsklinikum Freiburg eine Möglichkeit entwickelt, die den Blutdruck senken kann, ohne Nebenwirkungen hervorzurufen.
Die Manschettenelektrode mit ihren 24 Kanälen wird um den Vagusnerv am Hals implantiert. Im ersten Schritt analysiert das Gerät, welche Elektrode den Nervenfasern, die das Blutdrucksignal übertragen, am nächsten liegt. Im nächsten Schritt wird durch Elektrostimulation die Information in diesen Fasern passgenau überschrieben, ohne weitere Faserbündel mit anderen Funktionen zu beeinflussen. Dieses Verfahren mit individueller Analyse, Selektion und Stimulation nennen die Forscher „BaroLoop“.
Die Wissenschaftler haben die Manschette an Ratten getestet und konnten damit den mittleren Blutdruck um 30% senken, ohne Nebenwirkungen wie die Verminderung der Herzschlagrate oder eine Verringerung der Atemfrequenz bis zum Atemstillstand hervorzurufen. Da es sich gemäß Medizinproduktegesetzen um ein aktives Implantat handelt, das höchste Sicherheitsanforderungen erfüllen muss, ist mit einem Zeitraum von mindestens zehn Jahren bis zu einem zugelassenen Produkt zu rechnen.
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