Anbieter zum Thema
Anwendungen und Vorteile der magnetischen Kühlung
Auf Grund der Umkehrbarkeit des magnetokalorischen Effektes wird für die magnetische Kühlung im Vergleich zur bestehenden Kompressortechnologie eine um bis zu 50% bessere Energieeffizienz erwartet. Im Gegensatz zu den derzeit üblichen Kältemitteln tragen die magnetokalorischen Werkstoffe nicht zum Treibhauseffekt bei. Außerdem laufen magnetische Kältegeräte im Gegensatz zu herkömmlichen Kompressorgeräten praktisch geräuschfrei.

Diese technischen und auch umweltpolitischen Vorteile machen die magnetische Kühlung für praktisch alle kommerziellen Anwendungen in der Kältetechnik wie beispielsweise Kühlschränke, Klimaanlagen, aber auch Wärmepumpen, interessant (Bild 3). Eine mögliche Pilotanwendung könnte dabei unter anderem die Kühlung von Elektronikschaltschränken in Rechenzentren sein, für die zurzeit Kompressoraggregate mit einer Kühlleistung von etwa 1 kW verwendet werden.
Zukünftiges Potenzial der magnetokalorischen Werkstoffe für die Kältetechnik
Inwieweit der Weltmarkt von fast 200 Mio. Kältemaschinen pro Jahr von magnetischen Kühlgeräten bedient werden kann, bleibt abzuwarten. Neben den technischen Vorteilen spielen hier die Kosten für die magnetokalorischen Werkstoffe, insbesondere aber auch für die in erheblicher Menge benötigten Nd-Fe-B-Dauermagnete, eine entscheidende Rolle.

Es mag noch einige Jahre dauern, bis die magnetische Kühlung eine wirtschaftliche Bedeutung erlangen wird. In Hanau geht man davon aus, dass, wenn sich auch nur ein Teil der Erwartungen der Partner erfüllen sollte, sich die Magnetokalorik zu einem wichtigen Geschäftszweig entwickeln kann.
*Dr. Matthias Katter ist als Entwicklungsleiter des Geschäftsbereiches Dauermagnete bei der Vakuumschmelze in Hanau tätig.
(ID:349829)