Universität Saarland Magnetfeldsensoren finden nächsten freien Parkplatz

Redakteur: Gerd Kucera

Sei es auf dem Messeparkplatz oder vor dem Einkaufszentrum, um eine freie Parklücke zu finden, fahren wir häufig minutenlang im Kreis. Wie es schneller geht, zeigten Forscher der Universität des Saarlandes auf der Hannover Messe.

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"Die Sensoren sind in der Lage, Fahrzeuge auch aus größerer Entfernung zu erkennen" erklärt Prof. Dr. Uwe Hartmann vom Lehrstuhl für Nanostrukturforschung und Nanotechnologie an der Universität des Saarlandes (Bild: Uni-Saarland)
"Die Sensoren sind in der Lage, Fahrzeuge auch aus größerer Entfernung zu erkennen" erklärt Prof. Dr. Uwe Hartmann vom Lehrstuhl für Nanostrukturforschung und Nanotechnologie an der Universität des Saarlandes (Bild: Uni-Saarland)

Forscher der Universität des Saarlandes haben Magnetfeldsensoren entwickelt, die erkennen, wo noch Platz ist. Das Überwachungssystem wird bereits an Flughäfen erfolgreich eingesetzt und könnte auch in Städten den Verkehr besser leiten, sodass auch vor Ampeln weniger Staus entstehen. Jedes Auto verändert minimal das Erdmagnetfeld in seiner Umgebung. Dafür sind die Metallteile und die Elektronik im Fahrzeug verantwortlich. Die Magnetfeld-Sensoren können diese geringfügigen Veränderungen messen.

„Die Sensoren reagieren sehr empfindlich und sind daher in der Lage, Fahrzeuge auch aus größerer Entfernung zu erkennen. Im Unterschied zu Überwachungskameras, die etwa durch Nebel oder Regen gestört werden, lassen sich die Sensoren unabhängig von der Witterung nutzen“, erläutert Uwe Hartmann, Professor für Experimentalphysik der Universität des Saarlandes, den Nutzen. Ein Sensor und die dazugehörige Elektronik sind außerdem vergleichsweise kostengünstig und verbrauchen wenig Strom, sodass man sie auch in großflächigen Überwachungssystemen einsetzen kann.

Unkomplizierte Montage der Magnetfeldsensoren

„Ein riesiger Vorteil der Sensoren ist“, konstatiert Hartmann, „dass sie drahtlos funktionieren. Jeder Sensor kann einfach in oder sogar auf dem Boden platziert werden und funkt seine Daten autark an einen zentralen Rechner, der die Daten aller Sensoren verarbeitet.

In Parkhäusern oder auf großen Flächen vor Einkaufszentren erkennen Magnetfeldsensoren genau, welche Parkplätze noch frei sind. Das wird den Kunden dann auf großen Bildschirmen angezeigt. Auch die Verkehrsströme lassen sich mit den Sensoren überwachen und über Ampelsysteme lenken, weil sie auf einfache Weise die Geschwindigkeit von Autos erfassen.“

Fassettenreiches Anwendungsspektrum

Den Praxistest haben die Sensoren bereits in Pilotprojekten auf den Flughäfen in Frankfurt, Saarbrücken-Ensheim und Thessaloniki bestanden. „Jedes Jahr kommt es weltweit auf Flughäfen zu mehreren hundert echten oder Beinaheunfällen, weil Flugzeuge am Boden mit anderen Flugzeugen oder Bodenfahrzeugen kollidieren“, weiß Hartmann, „hier sollen die Magnetfeldsensoren verhindern, dass sich die Flugzeuge auf dem Weg zur Rollbahn zu nahe kommen. Vor allem die Flächen zwischen den Gebäuden, die ein Bodenradar schlecht oder gar nicht erreicht, können mit Magnetfeld-Sensoren ausgestattet werden.“

Die Wissenschaftler der Saar-Uni kooperieren mit zwei Unternehmen: Die Firma Votronic in St. Ingbert produziert die Sensoren, die Safecourse GmbH in Frankfurt am Main entwickelt neue Anwendungskonzepte für die Sensoren, etwa für Flughäfen, für den Sicherheitseinsatz oder im Verkehrsleitbereich.

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