Fertigung im Orbit Made in Space, Used on Earth: Fertigungssatellit ForgeStar-1 im Orbit

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Es gibt viele Unternehmen, die das Thema Fertigung unter Weltraumbedingungen erforschen und realisieren wollen. Weniger oft wird dabei geplant, die gefertigten Materialien oder Lösungen wieder auf die Erde zu bringen. Das britische Projekt Forge Star verfolgt dieses Ziel.

Die Ladung der Transporter-14-Mission von SpaceX im Orbit.(Bild:  SpaceX/Space Forge)
Die Ladung der Transporter-14-Mission von SpaceX im Orbit.
(Bild: SpaceX/Space Forge)

Die Fertigung unter Weltraumbedingungen ist ein Thema, das viele Unternehmen weltweit beschäftigt, wobei bisher vordergründig US-amerikanische Unternehmen führend sind. Weniger oft jedoch wird der Plan verfolgt, die im All gefertigten Materialien oder Produkte wieder sicher zur Erde zurückzubringen. Das britische Projekt ForgeStar-1 verfolgt genau dieses Ziel.

Am 27. Juni 2025 verkündeten die Verantwortlichen von Space Forge den erfolgreichen Start von ForgeStar-1, dem ersten britischen Raumfahrzeug, das in den Orbit geschickt wurde, um neue Materialien in den einzigartigen Bedingungen des Weltraums zu produzieren. Besonders spannend ist der Plan von Space Forge, die eigens entwickelte Rückkehrtechnologie zu validieren, um die im All produzierten Materialien später sicher zur Erde zu bringen. Das ist ein Konzept, das bei anderen Weltraumfertigungsprojekten bisher eher selten vorkommt. In den meisten Fällen steht die Fertigung unter Weltraumbedingungen für den Weltraumnutzen im Vordergrund.

Erfolgreicher Start

Der Satellit wurde vom Team von Space Forge über mehr als vier Jahre in Cardiff entwickelt und erhielt als erster britischer Satellit eine Raumfahrtfertigungslizenz von der Zivilluftfahrtbehörde des Vereinigten Königreichs. Nach der Integration in die Transporter-14-Mission von SpaceX erreichte der Satellit erfolgreich den Orbit und kurz nach dem Start stellte er den Kontakt zum Space Forge Mission Operations Centre in Cardiff her.

Jetzt steht eine umfassende Gesundheitsprüfung des Satelliten an, bevor er in die nächste, ambitionierte Phase der Mission übergeht: die Aktivierung der Fertigungsplattform im Orbit. Diese In-Orbit-Fertigungsdemonstration soll zeigen, wie fortschrittliche Materialien unter den einzigartigen Bedingungen des Weltraums hergestellt werden können. Mikrogravitation und das nahezu reine Vakuum des niedrigen Erdorbits bieten ungenutzte Vorteile, die auf der Erde nicht verfügbar sind und somit den Weg für eine skalierbare, wiederverwendbare Fertigung im Weltraum ebnen.

Sobald die ForgeStar-1-Plattform voll funktionsfähig ist, wird sie Space Forge ermöglichen, Fertigungstechniken für Halbleiter der nächsten Generation zu testen. In der späteren Phase der Mission wird der Fokus auf dem Testen von Technologien für die Rückkehr des Satelliten liegen, darunter ein innovativer Hitzeschild sowie aerodynamische Steuertechniken für die Rückkehr in die Erdatmosphäre. ForgeStar-1 wird jedoch nicht zur Erde zurückkehren, sondern gezielt zerstört, um zu zeigen, dass der Satellit im Falle einer Rückkehrsystemfehlfunktion vollständig verglühen würde. Zukünftige Satelliten sollen die im Orbit gefertigten Materialien jedoch sicher zur Erde bringen. (sb)

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