Mess- und Stimulisignale LXI oder PXI – welche Plattform eignet sich für meine Schaltapplikation?
LXI und die PXI haben ihre Vor- und Nachteile. Was unterscheidet beide Systeme und wo lassen sie sich sinnvoll einsetzen? Der Anwender sollte frei entscheiden können, welchen Standard er nutzt.
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Schaltsysteme verbinden Mess- und Stimulisignale mit den entsprechenden Testpunkten eines Prüflings und spielen bei Testsystemen eine entscheidende Rolle. Die gemeinsame Nutzung von Testressourcen oder die Verbindung von Kalibrierreferenzen und Lastmanagement werden durch ein Schaltsystem, das als Verbindungsglied zwischen Prüfling (Unit Under Test oder kurz UUT) und den Prüfgeräten dient, erst möglich. Die Genauigkeit und Wiederholbarkeit eines Testsystems wird in erheblichem Maß vom Schaltsystem bestimmt. Zuvor sollte geklärt werden, welche Plattform gewählt wird, der Umfang des Budgets, der Größe und der Anwendung erfolgen.
In der Wirtschaft besteht eindeutig ein Bedarf an Schaltsystemen, die auf offenen und modularen Standards aufsetzen. Pickering Interfaces entwickelte Schaltprodukte, die auf VXI- und PXI-Standards beruhen. Die Entwicklungskosten für den PXI-Formfaktor sind vergleichsweise niedrig, sobald die PXI Basisentwicklungen erledigt sind. Die Produktentwicklung kann sehr schnell von statten gehen, sodass entsprechend Kundenanforderungen eine große Vielfalt an standardisierten und kundenspezifischen Schaltlösungen bereitgestellt werden konnten. Mittlerweile ist der PXI-Standard ausgereift: Er bietet eine schnelle Kommunikationsschnittstelle und die große Datenmengen zur Analyse an den Systemcontroller übertragen. Die mechanischen und leistungsbezogenen Randbedingungen für die Module können jedoch Einschränkungen darstellen.
Über Ethernet steuern mit LXI
Nicht jeder Anwender möchte seine Instrumentierung oder seine Schaltsysteme als Erweiterung des PCI-Busses seines PCs realisieren oder die Datenanalyse im PC statt im Messinstrument vornehmen. Der PXI-Bus hat er nicht in allen Fällen die Einschub- oder Tischsysteme ersetzen können, die größtenteils über den GPIB-Bus gesteuert wurden.
Die Steuerschnittstelle der klassischen GPIB-Instrumente wurde in letzter Zeit entweder ergänzt oder durch die erst wesentlich später standardisierte LAN-/Ethernet-Verbindung ersetzt. Der De-facto-Standard zum steuern über Ethernet heißt LXI – LAN eXtensions for Instrumentation. Ethernet ist praktisch bei allen System-Controllern vorhanden und die Verbindungskabel sind einfach zu handhaben, verfügen über einen Verriegelungsmechanismus und haben praktisch keine Beschränkungen bezüglich der Kabellängen oder der Anzahl der angeschlossenen Instrumente.
LXI wurde in der Branche schnell angenommen und so liegt der Wert der ausgelieferten Produkte auf LXI-Basis weit über dem der PXI-Produkte. Derzeit sind etwa 2000 LXI-kompatible Produkte auf dem Markt verfügbar. Vergleichbar dem PXI-Bus, ist LXI ebenfalls ausgereift und liegt seit 2011 in der Version 1.4 vor. LXI-Geräte, die entsprechend der ersten Ausgabe des Standards entwickelt wurden, arbeiten problemlos mit Geräten nach der aktuellsten Version zusammen.
LXI und PXI – ein Systemvergleich

Eines der grundlegenden Ziele des PXI-Standards ist es, Produkte verschiedener Hersteller gemeinsam in einem Chassis betreiben zu können. Andernfalls würde es als Standard die Erwartungen des Marktes und die im Standard definierten Ziele verfehlen. Das bedeutet, dass ein Chassis und insbesondere die Software-Infrastruktur mit potenziell vielen verschiedenen Modul-Typen innerhalb des Chassis zurechtkommen muss. Das Chassis-Design muss den Erwartungen aller PXI-Hersteller entsprechen. Die im PXI-Standard festgelegten Minimalanforderungen müssen erfüllt sein.
Die Auswahl des Chassis kann etwas komplizierter werden, da der PXI-Standard mittlerweile zwei verschiedene Backplanevarianten kennt – PCI und PCIe – die nicht untereinander austauschbar sind. PXI-Chassis enthalten Steckplätze , die PCI-basierte Module unterstützen. PXIe-Chassis können Steckplätze enthalten, die entweder ausschließlich PCIe-basierte Module aufnehmen, PCIe- oder PCI-basierte Module aufnehmen, oder ausschließlich PCI-basierte Steckplätze bieten. Die höhere Komplexität der PXIe-Chassis schlägt sich in einer aufwändigeren Herstellung nieder, wenn sowohl PCIe- als auch PCI-Schnittstellen unterstützt werden. Ansonsten ist die Austauschbarkeit durch Konformität mit dem PXI-Standard in hohem Maße sichergestellt.
Beim LXI-Standard muss sich der Anwender nicht mit Einschränkungen durch Chassis auseinandersetzen. Es müssen lediglich die Minimalanforderungen erfüllt sein, die im Standard festgelegt sind, es sei denn, es müssen optionale, erweiterte Eigenschaften wie das IEEE1588-Timing unterstützt werden.
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