Reale Funksignale simulieren

Live-Spektren aufzeichnen und nutzbar machen

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Paralleler Test verschiedener (Rund-)Funkdienste

Die gleichzeitige Aufnahme und Wiedergabe zweier Spektren ermöglicht den parallelen Test verschiedener (Rund-)Funkdienste, beispielsweise eines DVB-T- und eines DAB-Senders oder zweier Satellitennavigationssysteme, wie GPS, BeiDou oder GLONASS. Darüber hinaus reduziert die separate Aufnahme auseinanderliegender Spektren mit geringerer Bandbreite die gesamte erforderliche Bandbreite. Damit verringert sich auch die sich daraus ergebende Datenrate und benötigte Speicherkapazität.

Bildergalerie

Eine andere interessante Zweikanal-Anwendung ist der Test der A-GPS-Funktionalität bei einem Smartphone, die es entsprechend für die Satelliten-Systeme GLONASS und BeiDou gibt. Er erfordert den gleichzeitigen Empfang eines GNSS- und eines Mobilfunksignals. Der Rekorder kann passende Live-Signale synchron aufnehmen und über seine zwei I/Q-Schnittstellen parallel wieder ausgeben. Als Frontend dient in diesem Fall ein Funknetzanalysator wie der R&S TSMW.

Ergänzendes zum Thema
Originalbeitrag als ePaper oder im pdf-Format lesen

Dieser Autorenbeitrag ist in der Printausgabe ELEKTRONIKPRAXIS Sonderheft Messtechnik, Sensorik und Test II erschienen. Diese ist auch als kostenloses ePaper oder als pdf abrufbar.

Das Gerät kann zwei Signale gleichzeitig demodulieren. Die daraus resultierenden I/Q-Datenströme werden dem Datenrekorder als Multiplex über eine einzige I/Q-Schnittstelle zugeführt. Zur Generierung der HF kann jeder Signalgenerator eingesetzt werden, der ebenfalls über diese Schnittstelle verfügt, beispielsweise der R&S SGT100A. Alternativ können die I/Q-Ströme auch über eine Ethernet- oder USB-Schnittstelle auf einen PC exportiert werden, um sie mit einem Programm wie MATLAB weiterzuverarbeiten.

Mit Option lassen sich die Positionsdaten erfassen

Für Drive-Test-Anwendungen ist es wichtig, dem aufgenommenen Spektrum einen genauen Ort zuweisen zu können. Mit der entsprechenden Option lassen sich die Positionsdaten über das Satellitensignal GPS erfassen. Damit ist der I/Q-Datenrekorder in der Lage, den Fahrweg auch auf einer Karte darzustellen. Eine weitere Funktion ist die pegelrichtige Wiedergabe: Beim Drive-Test kann das HF-Signal stark schwanken, etwa bei Fahrten durch einen Tunnel. Genau wegen dieser realistischen Verhältnisse unternimmt man aber solche Fahrten. Also müssen sie im Labor korrekt wiedergegeben werden.

Die optionale Referenzpegelaufzeichnung des I/Q-Rekorders erlaubt es, die Pegelverhältnisse sowie die Aussteuerung des Empfängers R&S TSMW per Automatic Gain Control (AGC) zur Empfangsoptimierung während der Fahrt genau zu rekonstruieren. Sowohl das HF-Frontend als auch der nachgeschaltete Generator müssen jeweils passend für die aktuelle Messaufgabe konfiguriert sein. Das können beispielsweise Frequenzeinstellungen oder dynamisch gesteuert wie bei einer Pegelnachführung.

Dafür steht eine entsprechende Option zur Steuerung der Gerätepartner bereit. Sie unterstützt den Anwender der Messhardware bei der automatischen Ansteuerung der Generatoren und ermöglicht die nachträgliche Modifikation von Mittenfrequenz und Referenzpegeloffset.

* Gert Heuer ist Produktmanager bei Rohde & Schwarz in München.

(ID:43550838)