„Keine unschuldigen Techies“ Linus Torvalds schmeißt russische Linux-Entwickler raus

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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In seiner gewohnt rauen wie direkten Art verteidigte Linux-Gründer Torvalds den kürzlichen Rausschmiss russischer Kernel-Maintainer. „Nutzt den Brei, den ihr Gehirn nennt“, schreibt Linus Torvalds und bringt dabei auch seine finnische Herkunft ins Spiel.

Linux: Russische Kernel-Entwickler fliegen raus.(Bild:  KI-generiert)
Linux: Russische Kernel-Entwickler fliegen raus.
(Bild: KI-generiert)

Am 18. Oktober 2024 meldete der prominente Linux-Entwickler Greg Kroah-Hartman den Rausschmiss von insgesamt zwölf russischen Kernel-Maintainern. Dabei hatte er die Entscheidung lediglich mit „verschiedenen Compliance-Anforderungen“ begründet. Die Entwickler könnten zurückkommen, wenn sie „ausreichende Dokumentation vorlegen“, die ihre Unabhängigkeit von sanktionierten russischen Unternehmen belegt sei.

Das wurde natürlich kontrovers diskutiert, weswegen sich nun Linux-Oberguru Linus Torvalds einmischt und in gewohnter Weise rhetorisch auf den Tisch haut:

„Ok, viele russische Trolle sind unterwegs.

Es ist völlig klar, warum die Änderung vorgenommen wurde, sie wird nicht rückgängig gemacht, und die Verwendung mehrerer zufälliger anonymer Konten, um zu versuchen, sie durch russische Trollfabriken zu „unterwandern“, wird nichts ändern.

Und zu Ihrer Information für die tatsächlichen Unbeteiligten, die keine Trollfarm-Konten sind: Die „verschiedenen Compliance-Anforderungen“ sind nicht nur eine US-Sache.

Wenn Sie noch nichts von russischen Sanktionen gehört haben, sollten Sie versuchen, eines Tages die Nachrichten zu lesen. Und mit „Nachrichten“ meine ich nicht den staatlich geförderten russischen Spam.

Was das Senden eines revert patch angeht – bitte verwenden Sie den Brei, den Sie Gehirn nennen. Ich bin Finne. Dachten Sie, ich würde die russische Aggression *unterstützen*? Anscheinend mangelt es nicht nur an echten Nachrichten, sondern auch an Geschichtskenntnissen.“

Einige betroffene Entwickler äußerten Bedenken, dass politische Entscheidungen die Entwicklung von Open-Source-Software beeinflussen könnten. Andere, wie der Administrator für kernel.org, Konstatin Ryabitsev, verweisen darauf, dass die verbannten Entwickler auch für Pakete russischer Konzerne verantwortlich sind. Daher seien sie „keine unschuldigen Techies“.

Die Linux Foundation, die ihren Sitz in den USA hat, hat sich bisher nicht offiziell zu der Entscheidung geäußert. Linus erklärt weiter, dass Anwälte ihm und anderen Maintainern geraten haben, Erklärungen zur Compliance nicht weiter auszuführen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Maßnahme auf die zukünftige Entwicklung des Linux-Kernels auswirken wird. (mc)

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