Energy Harvesting Leidenfrost-Effekt könnte Marskolonisten mit Strom versorgen
Tanzende Wassertropfen auf der heißen Herdplatte: Physiker der Northumbria University nutzen dieses bekannte Phänomen für eine Maschine, die künftige Marskolonisten dauerhaft mit Strom versorgen könnte.
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Aus dem Physikunterricht und aus Wissenschaftssendungen im Fernsehen ist der Effekt bekannt: Wassertropfen, die auf eine sehr heiße Herdplatte fallen, verdampfen nicht sofort, sondern tanzen eine Zeitlang auf der Platte. Der Grund dafür liegt in einem winzigen Dampfpolster, das den Tropfen vor dem direkten Kontakt mit der Herdplatte schützt und isolierend wirkt.
Dieses Phänomen, das der Mediziner und Theologe Johann Gottlob Leidenfrost im 18. Jahrhundert beschrieb und das deshalb als Leidenfrost-Effekt bekannt ist, könnten sich zukünftige Marskolonisten für die Energiegewinnung auf dem Roten Planeten zunutze machen.
Soweit wir heute wissen, gibt es heute auf dem Mars zwar kein Wasser in flüssiger Form, dafür aber gefrorenes Kohlendioxid, auch bekannt als Trockeneis. Blöcke aus Trockeneis sind ebenfalls in der Lage, über einem Dampffilm auf einer heißen Oberfläche zu schweben.
Wissenschaftler der Northumbria University im britischen Newcastle haben nun einen Weg gefunden, den Dampf, der beim Leidenfrost-Effekt mit Trockeneis entsteht, für einen Motor oder einen Generator zu nutzen.
Dr. Gary Wells vom Institut für Physik und Elektrotechnik der Northumbria University sagt: „Das Arbeitsprinzip eines Leidenfrost-Motors unterscheidet sich erheblich von dem einer Dampfmaschine: Der unter hohem Druck stehende Dampf erlaubt Rotoren, sich frei zu drehen. Der Motor hätte somit ganz geringe Reibungseigenschaften.“
Dr. Rodrigo Ledesma-Aguilar ergänzt: „Eins ist sicher: Unsere Zukunft auf anderen Planeten hängt davon ab, wie wir unser Wissen an die Bedingungen auf fremden Welten anpassen und wie wir auf kreative Art Ressourcen ausbeuten, die hier auf der Erde nicht in der Natur vorkommen.“
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