Eternaleds LED-Lampe mit 360°-Ausleuchtung setzt auf Flüssigkühlung

Redakteur: Andreas Mühlbauer

Der LED-Beleuchtungshersteller Eternaleds hat mit der die laut Hersteller erste birnenförmige LED-Lampe mit Flüssigkühlung vorgestellt. Sie ist mit einer öligen Flüssigkeit gefüllt, um Wärme abzuführen, und kommt ohne Ventilatoren oder Kühlkörper aus.

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„Die HydraLux-4 ist die erste LED-Birne, die Licht wirklich im 360°-Winkel abstrahlt“, sagt Eternaleds-Gründer Jeff Chan. Dadurch sollen auf klassische Glühbirnen ausgelegte Beleuchtungslösungen voll zur Geltung kommen. „Das ist ein interessanter Ansatz für dieses Retrofit-Segment“, sagt Andreas Groh, Mitarbeiter im Fachgebiet Lichttechnik an der TU Darmstadt. Langfristig sieht er Flüssigkühlung aber eher bei industriellen LED-Beleuchtungslösungen als relevant an.

Mit 4 W Leistungsaufnahme eine Helligkeit wie eine 25-W-Glühlampe

Bei den meisten kugelförmigen LED-Lampen könne Licht auf Grund von Kühlsystemen mit Ventilatoren oder Kühlkörpern nur über eine Hälfte abgegeben werden, sagt Chan. Dadurch können sie Eternaleds zufolge dem Look von High-End-Beleuchtungseinbauten, die für klassische Glühlampen gedacht sind, ebenso wenig gerecht werden wie Energiesparlampen.

Genau dafür soll die HydraLux-4 Abhilfe schaffen und setzt dazu auf Kühlung durch eine Flüssigkeitsfüllung. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die dem Hersteller zufolge eine ähnliche Zusammensetzung hat wie Babyöl und somit ungefährlich sei. Die LED-Birne verspricht mit 4 W Leistungsaufnahme eine Beleuchtungsstärke wie eine 25-W-Glühlampe – bei einer Lebensdauer von 35.000 h.

Obwohl der Eternaleds-Ansatz praktikabel aussieht, sieht Groh darin kein langfristiges Phänomen. „Solche Retrofits werden wohl nur fünf bis zehn Jahre auf dem Markt sein“, meint der Wissenschaftler. Dann würden High-End-Beleuchtungslösungen im Privatbereich wohl schon auf LED-Lichtquellen ausgelegt sein. Da eine Flüssigkühlung eher aufwändig sei, dürften dabei die Anforderungen von Lampen mit klassischen Kühlkörpern berücksichtig werden.

Flüssigkühlung insbesondere im industriellen Bereich

Langfristig relevant werde Flüssigkühlung bei LED-Beleuchtung vor allem im industriellen Bereich sein, in Anwendungen, „wo extrem große Wärmemengen von einer kleinen Fläche abgeführt werden müssen“, so Groh. In diesem Bereich seien komplette Wasserkühlkreisläufe, ähnlich jenen, die in manchen modernen Hochleistungscomputersystemen zum Einsatz kommen, zielführend. „Solche Lösungen werden bereits industriell eingesetzt“, sagt der Wissenschaftler. Es handle sich dabei bislang stets um anwendungsspezifische Spezialanfertigungen.

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