Langzeitdatenspeicherung Klein aber oho: 8 KB Platz für Daten, die 200 Jahre lang aufgehoben werden

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Wer ein Datenspeichermedium kauft, legt vornehmlich Wert auf die Speichergröße und die Schreibgeschwindigkeit. Beim Entwurf des Blaustahl-Dongles haben die Entwickler von Machdyne den Fokus auf den Erhalt der Daten gelegt: Potenziell 200 Jahre lang können 8 KB an Daten aufbewahrt werden.

Für den Blaustahl-Dongle wird ein Raspberry Pi RP2040 Dual-Core Cortex-M0 Prozessor mit 133 MHz und 264 kB RAM verwendet.(Bild:  Machdyne)
Für den Blaustahl-Dongle wird ein Raspberry Pi RP2040 Dual-Core Cortex-M0 Prozessor mit 133 MHz und 264 kB RAM verwendet.
(Bild: Machdyne)

Wer sich einen USB-Stick zur Datenspeicherung holt, ist meistens auf viel Platz in einem handlichen, transportablen Gerät aus. Ein zusätzliches Plus ist neben der Kapazität die Schreib- und Lesegeschwindigkeit. Wenn die Daten dann noch möglichst oft gelesen werden können, ohne dass es über eine lange Dauer zu einem Verlust kommt, dann fühlt sich der Kunde auf der sicheren Seite.

Entsprechend interessant ist das vom deutschen Hersteller Machdyne hergestellte Produkt Blaustahl, weil es sich in einem Punkt gegensätzlich verhält. Dieser Dongle basiert auf FRAM, also ferroelektrischen Materialien, und bietet lediglich Platz für 8 KB Daten. Diese allerdings können bei Raumtemperatur (um 35° Celsius) bis zu 200 Jahre gesichert auf diesem Dongle liegen.

FRAM vs. EEPROM oder NOR-Flash

FRAM gibt es bereits seit geraumer Zeit und bietet im Vergleich zu EEPROM oder NOR-Flash einen extrem niedrigen Stromverbrauch, schnellere Schreibvorgänge und eine ultralange Lebensdauer (eine Million Milliarden Lese-/Schreibzyklen). NOR-Flash hingegen bot bislang eine höhere Datenretention, die geschätzt zwischen zehn und zwanzig Jahren liegt. Insofern ist die Blaustahl-Datenhaltedauer herausragend. Laut Herstellerangaben liegt sie bei 35° Celsius bei etwa 200 Jahren, bei 55 ° Celsius immerhin noch bei knapp 100 Jahren.

Weil die Kosten von FRAM im Vergleich recht hoch sind, finden solche Speichermedien vornehmlich in Anwendungen einen Einsatz, die einen sehr niedrigen Stromverbrauch und nichtflüchtige Speichermöglichkeiten erfordern, wie in der Datenprotokollierung, in Sensornetzwerken und batterielosen Anwendungen.

Passwörter für die "Ewigkeit"

Aufgrund des geringen Speichervolumens bietet sich der Blaustahl-Dongle für Anwendungen wie die Speicherung von Passwörtern und privaten Schlüsseln für Kryptowährungen, für die Speicherung von Notizen/Listen, Geocaching und Zeitkapseln sowie FRAM-Entwicklungsplatinen an.

Die USB-CDC-Schnittstelle erfordert bei den meisten Betriebssystemen keine zusätzlichen Treiber. Mit Blaustahl erhalten Sie einen eingebauten Text-Editor. Für die Firmware kommt ein 4 MB (32Mbit) NOR-Flash zum Einsatz, neben dem 8 KB (64Kbit) Ferroelectric RAM von Fujitsu. Beim Mikrocontroller wird ein Raspberry Pi RP2040 Dual-Core Cortex-M0 Prozessor mit 133 MHz und 264 kB RAM verwendet. Sollten Sie Interesse am Blaustahl-Dongle haben, dann können Sie ihn für knapp 30 Euro bei Machdyne bestellen. Der Dongle wird nicht mit Verschlüsselung ausgeliefert, jedoch ist Verschlüsselungsunterstützung für ein zukünftiges Open-Source-Firmware-Update geplant. (sb)

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