KI-Agenten eröffnen im Gesundheitswesen neue Möglichkeiten und sollen die medizinische Versorgung grundlegend verändern. Forscher der TU Dresden schlagen jedoch sinnvolle Regulierungsansätze vor, um die Patientensicherheit zu gewährleisten.
KI-Agenten sollen die medizinische Versorgung grundlegend verändern. Sie sind in der Lage, komplexe klinische Arbeitsabläufe selbstständig durchzuführen.
Die Integration autonomer KI-Agenten transformiert das Gesundheitswesen rapide. Diese Technologien haben das Potenzial, klinische Abläufe grundlegend zu verändern, gleichzeitig stehen sie jedoch vor großen regulatorischen Herausforderungen. Die Technische Universität Dresden zeigt, wie innovative Ansätze die Brücke zwischen technologischem Fortschritt und regulatorischen Anforderungen schlagen können.
Der Einsatz von KI im Gesundheitswesen bedeutet für Elektronikentwickler, insbesondere jene, die an digitalen und eingebetteten Systemen arbeiten, neue Dimensionen der Entwicklung. Mit der Zunahme autonomer Systeme steigt der Bedarf an sicheren, skalierbaren und regelkonformen Lösungen. Dieser Artikel beleuchtet nicht nur die Herausforderungen, denen sich Entwickler stellen müssen, sondern auch die Möglichkeiten, die KI-Technologien bieten. Entwicklern von KI- und FPGA-basierten Komponenten wird es immer wichtiger, innovative Ansätze zu verstehen, die regulatorische Hürden adressieren.
Wir erleben einen grundlegenden Wandel darin, wie KI-Tools in der Medizin eingesetzt werden können“, sagt Jakob N. Kather, Professor für Clinical Artificial Intelligence am EKFZ für Digitale Gesundheit der TUD und Onkologe am Universitätsklinikum Dresden. „Im Gegensatz zu früheren Systemen sind KI-Agenten in der Lage, komplexe klinische Arbeitsabläufe selbständig durchzuführen. Das eröffnet große Chancen für die Medizin – wirft aber auch ganz neue Fragen zu Sicherheit, Verantwortlichkeit und Regulierung auf, die wir adressieren müssen“, ergänzt er.
Viele Möglichkeiten, regulatorischer Rahmen
Die rasante Evolution von KI im Gesundheitswesen eröffnet enorme Möglichkeiten, stellt jedoch auch regulatorische Rahmenwerke auf die Probe. Die Forscher der TU Dresden, im Rahmen des Else Kröner Fresenius Zentrums (EKFZ) für Digitale Gesundheit, haben Konzepte entwickelt, um die Diskrepanz zwischen den Fähigkeiten autonomer KI-Agenten und bestehenden Vorschriften zu schließen. In ihrer Publikation in Nature Medicine werden Lösungsansätze für sichere Zulassungsprozesse vorgestellt, die insbesondere für Entwickler von digitalen Komponenten und eingebetteten Systemen von Interesse sind.
Von der Verarbeitung medizinischer Bilddaten über klinische Entscheidungsfindung bis hin zu umfangreichen Arbeitsabläufen: Große Sprachmodelle und generative KI treiben eine signifikante Transformation an. Doch mit größerer Autonomie ihrer Systeme steigen auch die Herausforderungen in Bezug auf Sicherheit, Ethik und Regulierung.
Sichere KI-Techniken sind das Ziel
Kurzfristige Anpassungen könnten die Ausweitung von Enforcement-Discretion-Regelungen umfassen, bei denen Behörden anerkennen, dass ein Produkt ein Medizinprodukt ist, aber auf die Durchsetzung bestimmter Anforderungen verzichten. Alternativ könnte eine Nicht-Medizinprodukt-Klassifizierung für Systeme angewandt werden, die zwar einen medizinischen Zweck erfüllen, aber außerhalb der traditionellen Medizinprodukteverordnung liegen.
Mittelfristig könnten freiwillige alternative Zulassungswege (Voluntary Alternative Pathways, VAPs) und adaptive regulatorische Rahmen die bestehenden Zulassungsverfahren ergänzen. Adaptive Wege lenken die Regulierung von statischer Vorabzulassung hin zu dynamischer Überwachung durch reale Leistungsdaten, Zusammenarbeit mit Stakeholdern und fortlaufende Anpassungen. Bei Auffälligkeiten oder Fehlverhalten könnten die Produkte in bestehende, konventionelle Verfahren überführt werden.
Darüber hinaus diskutieren die Forscher auch langfristige Lösungsansätze, etwa eine Regulierung von KI-Agenten analog zur Qualifizierung von Medizinern. In diesem Modell würde die Zulassung über strukturierte Trainingsprozesse erfolgen, bei denen die Systeme erst nach Nachweis sicherer und effektiver Leistung mehr Autonomie erhalten.
Die Forscher stellen zudem fest, dass Instrumente wie Reallabore (Regulatory Sandboxes) zwar eine gewisse Flexibilität zum Testen neuer Technologien bieten, jedoch aufgrund des hohen Bedarfs an Ressourcen und Aufwandes für Regulierungsbehörden keine skalierbare Lösung für den breiten Einsatz darstellen.
Stand: 08.12.2025
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Mutige und zukunftsgerichtete Reformen
„Um das volle Potenzial autonomer KI-Agenten zu realisieren, sind mutige und zukunftsgerichtete Reformen erforderlich“, erklärt Stephen Gilbert vom EKFZ. Entwickler könnten von flexiblen regulatorischen Rahmen und alternativen Zulassungswegen profitieren, die dynamische Überwachung und reale Leistungsdaten einschließen. Diese Ansätze fordern die Entwicklergemeinde dazu auf, innovative Lösungen im Einklang mit neuen Regulierungspfaden zu entwickeln.
Für Elektronikentwickler eröffnen sich durch die Einführung autonomer KI-Agenten im Gesundheitswesen neue Chancen und Herausforderungen. Die vorgestellten Ansätze aus Dresden bieten eine zukunftsweisende Perspektive auf das Zusammenspiel von technologischem Fortschritt und regulatorischem Wandel im digitalen Zeitalter. Es ist essenziell, dass Entwickler diese Entwicklungen aufmerksam verfolgen, um ihre eigenen Technologien sicher und regelkonform gestalten zu können. (heh)