RWTH Aachen Interaktive Tische ähnlich wie das iPhone bedienen
Wissenschaftler der RWTH Aachen haben es sich zur Aufgabe gemacht, Multitouch-Tische benutzerorientiert zu verbessern. Die interaktiven Tische funktionieren ähnlich wie das iPhone von Apple: Berührungen ersetzen zum Beispiel Maus und Tastatur. Dabei helfen Madgets, die mit Hilfe eines Magnetfeldes Eingaben ermöglichen.
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Bereits 2009 konnten Prof. Dr. Jan Borchers und Dipl.-Inform. Malte Weiss mit der Entwicklung von SLAP-Widgets die Steuerungsmöglichkeiten verbessern.
SLAP-Widgets sind transparente, bewegliche Knöpfe, die auf der Tischplatte vom Computer erkannt werden und als Eingabegeräte fungieren. Die glatte Oberfläche stellte zuvor ein Problem dar, die Eingabeflächen waren nicht zu ertasten. Mit den SLAP kam also auch die Haptik zurück auf den Tisch.
Der Einsatz von Madgets
Komplexe Technik hinter den Madgets
Die Technik hinter Madgets ist komplex: Über dem Feld von Elektromagneten enthält der Tisch einen umgebauten Flachbildschirm als Tischoberfläche. Über ein Raster von Glasfasern werden die „Fussabdrücke” der Madgets auf der Tischoberfläche an mehrere Kameras unter dem Tisch weitergereicht, um den Ort und Zustand jedes Madgets zu erkennen. Genauso erkennen die Kameras auch Fingereingaben durch den Benutzer.
Mit Madgets, die Kurzform für Magnetic Widgets, ist den Forschern des Lehrstuhls für Medieninformatik der Aachener Hochschule ein weiterer Fortschritt in der Nutzbarkeit interaktiver Tische gelungen. Madgets sind eine Weiterentwicklung der SLAP-Widgets: Die Knöpfe lassen sich via Magnetfeld von der Computersoftware steuern.
Mehrere Multitouch-Tische verbinden
Wird ein Madget beispielsweise nicht mehr zur Eingabe benötigt, schiebt der Computer es an den Rand der Tischplatte und somit aus dem Weg. Die neue Technik bietet zahlreiche weitere Möglichkeiten. So können mehrere Multitouch-Tische, die Madgets nutzen, miteinander verbunden werden.
Die Bewegungen auf einem Tisch werden dabei auch auf andere Platten übertragen. Das ermöglicht zum Beispiel Regisseuren, von verschiedenen Orten aus gemeinsam am Schnitt eines Films zu arbeiten. Die Arbeitsschritte des Anderen können dann genau verfolgt werden.
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