Energieeffizienz

Intelligentes Power-Management halbiert den Energieverbrauch

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Der erste Prototyp braucht nur die Hälfte der Energie

Der erste Prototyp des „grünen“ Automaten ist Anfang Juni vorgestellt worden. „Es besteht bereits reges Kundeninteresse an der Eco-Option bei den Automaten“, freut Heinz Sander Geschäftsführer der ICA-Traffic GmbH. Die im Prototypen realisierten Steigerungen der Effizienz sind bemerkenswert. Zielsetzung und Vorgabe im Projekt war es, den Energieverbrauch dieser Hochleistungsfahrkartenautomaten um etwa 30% zu senken. Sander: „Nun sind wir stolz, sagen zu können, dass wir schon im ersten Wurf mehr als 50% erreicht haben. Und das völlig ohne Einschränkung oder Komfortverlust für den Anwender und ohne nennenswerte Mehrkosten.“

Das Ergebnis ist auf andere Anwendungen übertragbar

Michael Kränzl verweist auf die Übertragbarkeit der Ergebnisse: „Das von uns entwickelte Stromversorgungskonzept ist modular und kann auch in andere Automatentypen eingebaut werden“. Alleine in Deutschland gibt es etwa 60.000 Geldautomaten, auf die diese Entwicklung angewandt werden kann.

Grundlage der Konzepte war eine detaillierte Analyse der bestehenden Automatentechnik, in der Verbrauchs- und Effizienzdaten aller verbauten Komponenten und auch der zukünftig eingesetzten Alternativkomponenten ermittelt wurden.

„Die qualifizierte Analyse ist, ebenso wie das systematische Erstellen und Bewerten von alternativen Systemkonzepten, Domäne der Hochschule“, erläutert Prof. Dr. Thomas Dürbaum von der Universität Erlangen, der mit seinen Mitarbeitern diesen wesentlichen Teil des Projektes verantwortet, „es ist bedeutend wichtiger, Energie zu sparen und mit aller Kraft an der Steigerung der Energieeffizienz zu arbeiten, als ausschließlich über den Kraftwerksneubau nachzudenken.

Maßnahmen zur Verbrauchssenkung

Die durch die Universität Erlangen durchgeführten Verbrauchs- und Effizienzmessungen zeigten, dass im Standby mit Abstand die meiste Energie verbraucht wird. Selbst bei hochfrequentierten Automaten ist die Energiemenge die durch den Produktivbetrieb des Automaten im Einsatz verbraucht wird um Faktoren geringer als der Standby-Bedarf.

Die Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauches lassen sich in Kenntnis dieses Umstandes daher in folgende Kategorien einteilen:

  • Einsatz stromsparender Komponenten: Generell wurden alle elektrischen Komponenten dahingehend überprüft, ob es auf dem Beschaffungsmarkt Energie sparende Alternativen gibt.
  • Das umgesetzte Power-Management verantwortet das Ausschalten aller nicht benötigter Komponenten. Besonders interessant ist dabei, der Automatenbenutzer absolut nichts von diesem Standby-Modus spürt. Für ihn ändert sich am bisher erfahrenen Betriebsverhalten des Automaten gar nichts.
  • Das Spitzenlast-Management übernimmt die Vermeidung bzw. Entschärfung von Spitzenlastsituationen und ermöglicht den Einsatz eines kleinen Netzteiles für die Zwischenkreisspannung. Dieses kann daher überwiegend im Nennlastbereich betrieben werden, in dem es von sich aus höchsten Wirkungsgrad hat.
  • Eine hochentwickelte Sensorik im Zusammenspiel mit einer busgestützen Kommunikation im Automaten bilden die Basis für die Optimierung der Betriebsparameter.
  • Hocheffiziente Schaltungen sind das A und O bei der Auswahl und Entwicklung der elektronischen Baugruppen für die Stromversorgungseinheit. Hier wurde besonderer Wert auf ihre Energieeffizienz und die Optimierung der Standby-Energieaufnahme gelegt.
  • Und nicht zuletzt ist es ein modulares Konzept, das die exakte Anpassung an Kundenanforderung und an die im Automaten verbauten Komponenten ermöglicht. Im Zusammenspiel aller Komponenten scheint eine Halbierung des Energieverbrauchs für Dienstleistungsautomaten realistisch.

Bis heute haben die Cluster rund 450 solcher bzw. ähnlicher Projekte auf den Weg gebracht: So gelingt der Technologietransfer ohne Umwege. Damit führt das Cluster auch bisher forschungsferne Unternehmen an Wissensträger heran. Zu den weiteren Aktivitäten der Cluster-Teams zählen der Anstoß von Aus- und Fortbildungsinitiativen, die Unterstützung von Gründern sowie außenwirtschaftliche Aktivitäten. Durch ihre Aktivitäten entfalten die Clusterteams eine erhebliche Breitenwirkung für die bayerische Wirtschaft. Mehr als 5000 Unternehmen beteiligen sich an den Clustern. Mit bisher rund 3500 Veranstaltungen mit 200.000 Teilnehmern haben sie die Wissensbasis in ihren Kompetenzfeldern ausgebaut.

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