Core Ultra 200S vorgestellt Intel enthüllt rundum erneuerte CPU-Generation

Von Manuel Christa 6 min Lesedauer

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Neuer Name, neues Design: Mit der Core Ultra 200S-Serie verabschiedet sich Intel vom „Core-i“-Namensschema und vom monolithischen Aufbau der Prozessoren. Am 24. Oktober sollen die ersten fünf Core Ultra-CPUs im Chiplet-Design auf den Markt kommen, deren Spezifikationen Intel nun enthüllte. AMD hat mit Ryzen 9000 schon vorgelegt. Kann Intel mit Arrow Lake-S die Spitze im Desktop-Bereich zurückerobern?

Mit Arrow Lake-S stellt Intel komplett neu designte Desktop-CPUs vor.(Bild:  Intel)
Mit Arrow Lake-S stellt Intel komplett neu designte Desktop-CPUs vor.
(Bild: Intel)

Auch bei den Desktop-CPUs hat Intel nun auf das gleiche "Core Ultra"-Branding umgestellt, das es für den mobilen Markt verwendet, verwendet jedoch das Suffix "S", um die Desktop-Modelle zu unterscheiden. Intel beginnt die Serie bei "200S" statt bei "100S". Damit soll deutlich gemacht werden, dass Intel mit der aktuellen Notebook-Chipserie Lunar Lake mehr gemein hat. Dort kommen bereits Skymont-E-Cores und Lion Cove-P-Cores zum Einsatz.

Die neuen Arrow Lake-Modelle entsprechen ihren Pendants der vorherigen Generation. Die P-Kerne jedoch unterstützen Hyper-Threading nicht mehr, sodass die Gesamtanzahl der Threads niedriger ist. Intel sagt, dass trotz fehlenden Hyper-Threading die Leistung bei Multi-Threading-Workloads tatsächlich gestiegen sei. Intel veröffentlicht wieder die standardmäßigen übertaktbaren Modelle der K-Serie zusammen mit zwei Chips der KF-Serie, die ohne die integrierte Grafik-Engine geliefert werden, so dass Sie bei den beiden Modellen der unteren Preisklasse etwas Geld sparen können, wenn Sie eine diskrete GPU verwenden möchten, was ohnehin meistens der Fall ist. Intel hat keine KF-Option für den Ultra 9 285K.

CPU UVP in USD (Straßenpreis) Architektur Kerne / Threads (P+E) P-Core Basis / Boost-Takt (GHz) E-Core Basis / Boost-Takt (GHz) Cache (L2/L3) TDP / PBP oder MTP Speicher
Core Ultra 9 285K 589 $ Arrow Lake 24 / 24 (8+16) 3,7 / 5,7 3,2 / 4,6 76 MB (40+36) 125 W / 250 W DDR5-6400
Core Ultra 7 265K / KF 394 $ / 379 $ Arrow Lake 20 / 20 (8+12) 3,9 / 5,5 3,3 / 4,6 66 MB (36+30) 125 W / 250 W DDR5-6400
Core Ultra 5 245K / KF 309 $ / 294 $ Arrow Lake 14 / 14 (6+8) 4,2 / 5,2 3,6 / 4,6 50 MB (26+24) 125 W / 250 W DDR5-6400
Ryzen 9 9950X 649 $ (739 $) Zen 5 16 / 32 4,3 / 5,7 80 MB (16+64) 170 W / 230 W DDR5-5600
Ryzen 9 9900X 499 $ (439 $) Zen 5 12 / 24 4,4 / 5,6 76 MB (12+64) 120 W / 162 W DDR5-5600
Ryzen 7 9700X 359 $ (331 $) Zen 5 8 / 16 3,8 / 5,5 40 MB (8+32) 65 W / 88 W DDR5-5600
Ryzen 5 9600X 279 $ (279 $) Zen 5 6 / 12 3,9 / 5,4 38 MB (6+32) 65 W / 88 W DDR5-5600
Core i9-14900K / KF (445 $ K) / (417 $ KF) Raptor Lake Refresh 24 / 32 (8+16) 3,2 / 6,0 <2,4 / 4,4 68 MB (32+36) 125 W / 253 W DDR4-3200 / DDR5-5600
Core i7-14700K / KF (354 $ K) / (327 $ KF) Raptor Lake Refresh 20 / 28 (8+12) 3,4 / 5,6 2,5 / 4,3 61 MB (28+33) 125 W / 253 W DDR4-3200 / DDR5-5600
Core i5-14600K / KF (256 $ K) / (204 $ KF) Raptor Lake Refresh 14 / 20 (6+8) 3,5 / 5,3 2,6 / 4,0 44 MB (20+24) 125 W / 181 W DDR4-3200 / DDR5-5600
Ryzen 9 7950X3D 699 $ (617 $) Zen 4 X3D 16 / 32 4,2 / 5,7 144 MB (16+128) 120 W / 162 W DDR5-5200
Ryzen 9 7900X3D 599 $ (579 $) Zen 4 X3D 12 / 24 4,4 / 5,6 140 MB (12+128) 120 W / 162 W DDR5-5200
Ryzen 7 7800X3D 449 $ (578 $) Zen 4 X3D 8 / 16 4,2 / 5,0 104 MB (8+96) 120 W / 162 W DDR5-5200

Die fünf Arrow Lake-SKUs passen zu den Ultra 9-, 7- und 5-Familien mit 24, 20 und 14 Kernen und entsprechen damit ihren Pendants der vorherigen Generation. Die P-Kerne unterstützen Hyper-Threading jedoch nicht mehr, sodass die Gesamtanzahl der Threads niedriger ist. Intel sagt, dass es trotz der Entfernung von Hyper-Threading die Leistung bei Multi-Threading-Workloads tatsächlich gesteigert hat. Intel hat die standardmäßigen übertaktbaren Modelle der K-Serie zusammen mit zwei Chips der KF-Serie, die ohne die integrierte Grafik-Engine geliefert werden, so dass Sie bei den beiden Modellen der unteren Preisklasse etwas Geld sparen können, wenn Sie eine diskrete GPU verwenden möchten. Aktuell gibt es keine KF-Option für den Ultra 9 285K.

Architektur der Arrow Lake-S-Prozessoren

Die Arrow Lake-S-Prozessoren setzen auf ein neues Chiplet-Design, das erstmals bei Intels Desktop-Chips in dieser Form eingesetzt wird. Die Architektur basiert auf mehreren kleineren Chips, sogenannten „Tiles“, die von externen Partnern wie TSMC gefertigt werden. Von Intel stammt lediglich das Base Tile, auf dem vier TSMC-Chips sitzen. Diese Designentscheidung soll eine flexiblere Herstellung und eine bessere Leistung bei höherer Effizienz ermöglichen. Sie kommt in allen 200S-Serien zum Einsatz, also Core Ultra 5, Core Ultra 7 und Core Ultra 9.

Mit Arrow Lake-S stellt Intel komplett neu designte Desktop-CPUs vor.(Bild:  Intel)
Mit Arrow Lake-S stellt Intel komplett neu designte Desktop-CPUs vor.
(Bild: Intel)

Im Zentrum der Arrow Lake-S-Architektur stehen nach wie vor zwei verschiedene Core-Typen: Performance-Cores (P-Cores, Skymont) und Efficiency-Cores (E-Cores, Lion Cove). Das Topmodell der Serie, der Core Ultra 9 285K, verfügt über insgesamt 24 Kerne, aufgeteilt in acht P-Cores und 16 E-Cores. Intel hat auch Hyper-Threading (SMT) und die Unterstützung für DDR4-Speicher verworfen, wie es bei den Raptor Lake-Prozessoren der vorherigen Generation der Fall war, und stattdessen nur DDR5 verwendet, während die neuen CUDIMM DDR5-Module unterstützt werden, die die leicht erreichbaren Speicherübertaktungsgeschwindigkeiten auf DDR5-8000 (und darüber hinaus) erhöhen.

Intel senkte die Spitzentaktraten, wobei der Ultra 9 5,7 GHz schnell sein soll, 300 MHz weniger als die vorherige Generation, während Ultra 7 und 5 eine Reduzierung der Boost-Geschwindigkeiten um 100 MHz erhielten. Allerdings hat Intel den Takt der P-Core-Basis um 500 bis 700 MHz nach oben angepasst. Bei den E-Cores wurden auch die Boost-Taktraten um 200 bis 600 MHz und die Basistaktraten um 600 MHz bis 1 GHz verbessert. Taktraten hin oder her – auf die Instructions per Cycle kommt es an. Letztlich wird die neue Architektur hier neue Bestwerte liefern, was den zu erwartenden Vorsprung gegenüber vorheriger Generation ausmachen wird.

Mit Arrow Lake-S stellt Intel komplett neu designte Desktop-CPUs vor.(Bild:  Intel)
Mit Arrow Lake-S stellt Intel komplett neu designte Desktop-CPUs vor.
(Bild: Intel)

Zudem verwenden die neuen CPUs den ebenso neuen LGA1851-Sockel und erfordern Mainboards mit 800er-I/O-Hubs. Dabei handelt es sich vorrangig um eine Überarbeitung der 700er-Serie. Der Chipsatz bietet 24 PCIe 4.0-Lanes, eine solide Ergänzung zu USB-Schnittstellen, Thunderbolt 4, 1 GbE sowie integriertes Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3. Neuere Standards wie Thunderbolt 5, Wi-Fi 7, 2,5 GbE oder Bluetooth 5.4 gibt es über separate Chips auf entsprechend teureren Mainboards.

Alte NPU spricht für wenig KI-Fokus

Arrow Lake-S-Modelle kommen mit der gleichen NPU-Engine für die KI-Beschleunigung wie Meteor Lake – und nicht etwa die neure der Lunar Lake-Generation. Diese (alt-)bekannte Engine bietet einen INT8-Durchsatz von bis zu 13 TOPS, was die CoPilot+-Anforderung von Microsoft von 40+ TOPS nicht erfüllt. Intel sagt, dass es sich für die kleinere Engine entschieden hat, um die Anforderungen an die Chip-Fläche auszugleichen. Denn eine größere würde den verfügbaren Platz für Kerne und Cache reduzieren. Zudem argumentiert Intel damit, dass für anspruchsvolle KI-Operationen im Desktop ohnehin eine leistungsstärkere dedizierte GPU vorhanden sei.

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Höhere Anwendungsleistung, niedrigere in Spielen

In der Praxis führt die neue Architektur das zu spürbaren Verbesserungen in rechenintensiven Anwendungen. Die Hersteller-eigenenen(!) Tests im Bereich Content Creation und Multitasking zeigen eine erwartete Überlegenheit der neuen Generation, die auch bei ähnlichem Stromverbrauch höhere Taktraten erreichen kann. Das ermöglicht eine um bis zu 15 Prozent verbesserte Multi-Thread-Leistung, während gleichzeitig die Energieeffizienz optimiert ist.

Mit Arrow Lake-S stellt Intel komplett neu designte Desktop-CPUs vor.(Bild:  Intel)
Mit Arrow Lake-S stellt Intel komplett neu designte Desktop-CPUs vor.
(Bild: Intel)

Was die Gaming-Leistung anbelangt, so erwartet die Fachpresse, dass die Ryzen 9000-Serie von AMD hier die Nase vorn haben wird. Laut Intel könne das Arrow-Lake-S-Flaggschiff Core Ultra 9 285K mit AMDs Platzhirsch Ryzen 9 9950X im Gaming mithalten. Nun ist aber schon der Intel-Vorgänger, also Core i9-14900K schneller als der Ryzen 9. Demnach könnte der Nachfolger in Spielen sogar etwas langsamer sein als der 14900K. Das kommt wirklich selten vor. Das allein lässt vermuten, dass es Arrow Lake-S im Leistungsvergleich mit Vorgängern und Konkurrenten nicht unbedingt immer gut dastehen wird.

Zudem räumt Intel ein, dass der für Spiele optimierte AMD Ryzen 7 7800X3D einige Prozentpunkte schneller als der Core Ultra 9 285K ist. In der Präsentation bot Intel lediglich eine schmale Auswahl, in der sich beide Modelle je nach Spiel abwechseln oder gleichauf liegen.

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Intels neue Architektur macht große Leistungssprünge, nur nicht überall

Mit den neuen Arrow Lake-S-Prozessoren setzt Intel auf eine leistungsfähige Architektur, die in wichtigen, aber nicht allen Disziplinen gegenüber dem Vorgänger Raptor Lake und der AMD-Konkurrenz aufholen kann. Die ersten präsentierten, aber auch geleakten Benchmarks zeigen, dass Intel insbesondere bei der Multi-Core-Leistung und in speicherintensiven Anwendungen deutliche Fortschritte gemacht hat. Doch AMD bleibt ein starker Konkurrent, der mit Zen 5 in vielen Szenarien die Oberhand behalten. Ab 24. Oktober gibt es die ersten unabhängigen Tests, dann werden wir mehr wissen. (mc)

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