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Das Wasserfallmodell und die agilen Methoden unterscheiden sich auch durch die verschiedenen Projektphasen.
- Planung: Beim Wasserfallmodell sind die Projekte durch einen fixen Zeitraum, ein fixes Budget und durch fixe Eigenschaften definiert, beim agilen Modell kann nur eine Sachen fix sein – entweder der Zeitraum, das Budget oder die Eigenschaften. Gibt es beispielsweise ein Abgabedatum, dann muss der Projektumfang sehr flexibel sein. Während des Projekts sind Umplanungen die Regel.
- Anfängliche Projektdokumentation: Das Wasserfallmodell erfordert eine umfangreiche Dokumentation, die mit viel Aufwand verbunden ist und normalerweise im weiteren Verlauf geändert werden muss, während beim agilen Modell das Entwicklungsteam mit minimaler Dokumentation anfängt – gerade genug, um das Projekt zu starten. Lediglich die hohen Anforderungen werden zu Beginn festgelegt.
- Anforderungen: Beim Wasserfallmodell sind alle Anforderungen im Voraus definiert und können später nur mit großem Aufwand geändert werden, während beim agilen Modell die Eigenschaften des Produkts im Backlog definiert und während der Sprints entwickelt werden. Anforderungen werden je nach Bedarf hinzugefügt oder verändert. Kunden müssen sich an der Sprint-Planung aktiv beteiligen und die Prioritäten regelmäßig im Backlog updaten.
- Änderungen und Änderungsanforderungen: Im Vergleich zum agilen Modell erfordert das Wasserfallmodell hohen Verwaltungs- und Verhandlungsaufwand. Beim agilen Model werden Änderungen erwartet und können bei jedem neuen Sprint problemlos eingeführt werden.
- Entwicklung und Integration von HW / SW / FW: Die Entwicklung beim Wasserfallmodell besteht aus einer langen monolithischen Phase, bei der Änderungen nicht erwartet werden. Danach folgt eine Integrationsphase. Beim agilen Modell findet die Entwicklung und Integration gleichzeitig statt mit notwendiger Unterstützung von automatischen Überprüfungen. Die Entwicklung und Integration werden in funktionalen Vertikalen ausgeführt, von Sprint zu Sprint.
- Überprüfung: Die Überprüfung findet beim Wasserfallmodell in einer eigenständigen Phase, normalerweise nach der Entwicklung statt, während beim agilen Modell eine kontinuierliche Integration und kontinuierliche Regressionstests ausgeführt werden, die durch automatisierte Builds und ein automatisches Prüfsystem unterstützt werden. Es ist sehr empfehlenswert, dass speziell für den Zweck des automatischen Prüfens eine maßgefertigte HW entwickelt wird.
- Qualitätszusicherung/Programmfehlerquote: Üblicherweise ist beim Wasserfallmodell während der Testphase die Programmfehlerquote sehr hoch. Wegen der Komplexität des Codes, der noch nie getestet wurde, beansprucht die Behebung von Programmfehler sehr viel Zeit. Beim agilen Modell werden die meisten Programmfehler durch die Regressionstests entdeckt und bereits während der Entwicklungsphase behoben. Somit wird schon vor der letzten Testphase eine hohe Produktqualität garantiert.
Agilität erhöht die Kundenzufriedenheit
Bei richtiger Anwendung erhöhen agile Methoden die Kundenzufriedenheit. Der Aufwand, die richtigen Entscheidungen, zu treffen ist höher, und mehr Gedanken und Energie fließen in den Wunsch ein, dem Kunden das zu geben, was er will. Kurz - die Bereitschaft auf Änderungen zu reagieren, wird erhöht und führt in der Folge zu größerer Zufriedenheit. Zuerst könnte es sich ein wenig unbequem anfühlen, da es keinen ausführlichen Hauptplan mit detaillierter Aufgliederung der Aufgaben und entsprechenden Schätzungen gibt.
Doch man sollte wissen, dass genaue Schätzungen für komplexe Projekte oft sehr unzuverlässig sind, weil sie auf vielen, möglicherweise auch falschen, Vermutungen basieren. Genau diese auf falschen Vermutungen basierenden Aktivitäten können sehr verheerend sein. Deshalb begrüßt und schätzt man Methoden, die die Komplexität erkennen und sich durch iteratives Denken mit ihr befassen. Damit sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Änderungen langfristig in die falsche Richtung gehen.
Die Bereitschaft, auf Änderungen zu reagieren, die Flexibilität und Innovation sichern nicht nur das Überleben, sondern helfen Unternehmen, besser zu werden und verschaffen ihnen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. //FG
* * Marko Javornik ist Director of International Services beim Systemhaus Comtrade mit Sitz in Ljubljana/Slowenien.
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