Mensch-Maschine-Schnittstelle Maschinen können ihre Umgebung mit geeigneten Sensoren verstehen

Das Gespräch führte Johann Wiesböck* 4 min Lesedauer

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In der Industrie und im Automobil spielt die Mensch-Maschine-Schnittstelle eine wichtige Rolle: Mit geeigneten Sensoren lassen sich Bewegungen und Positionen auf (Display-)Oberflächen verfolgen oder kapazitiv prüfen, ob ein Fahrer die Hände am Lenkrad hat. Im Interview verrät Sen Huang, CEO von PixArt, mehr über aktuelle Produkte und die strategische Bedeutung des europäischen Marktes.

Kapazitive Hand-Off-Erkennung: Mit 8-Kanälen kapazitiver Sensortechnik und integriertem HOD-Algorithmus zur Unterstützung von Einzel- und Multizonenerkennung.(Bild:  PixArt)
Kapazitive Hand-Off-Erkennung: Mit 8-Kanälen kapazitiver Sensortechnik und integriertem HOD-Algorithmus zur Unterstützung von Einzel- und Multizonenerkennung.
(Bild: PixArt)

Wie sich Menschen und Maschinen in die komplexen Aufläufe in der Industrie integrieren lassen können, ist Aufgabe von Entwicklern. Ein Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Sensortechniken spezialisiert hat, ist PixArt Imaging Inc. Seit seiner Gründung im Jahr 1998 hat sich PixArt auf Mixed-Signal-Technologien und Systemlösungen zur Brückenbildung zwischen Mensch und Maschine einen Namen gemacht. Das Unternehmen aus Taiwan bietet ein breites Portfolio, das optische Sensoren, kapazitive Touch-Techniken und MEMS umfasst. Mit seinen Entwicklungen unterstützt PixArt Anwendungen von der Industrieautomatisierung bis hin zu intelligenten Heimlösungen.

ELEKTRONIKPRAXIS sprach mit Sen Huang, CEO von PixArt Imaging. Im Gespräch gibt er einen Einblick in die Strategie und Produkte des Unternehmens sowie die Bedeutung des europäischen Marktes.

Herr Huang, PixArt nimmt an deutschen Messen teil, jedoch nicht als direkter Aussteller. Welche Rolle spielen diese Messen für Ihr Unternehmen?

Sen Huang, President & CEO PixArt: „Wir verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung von Mixed-Signal-Bildverarbeitungssystemen und widmen uns der Entwicklung besserer Techniken, um die Barriere zwischen Mensch und Maschine zu überwinden.“(Bild:  PixArt)
Sen Huang, President & CEO PixArt: „Wir verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung von Mixed-Signal-Bildverarbeitungssystemen und widmen uns der Entwicklung besserer Techniken, um die Barriere zwischen Mensch und Maschine zu überwinden.“
(Bild: PixArt)

Als Unternehmen für IC-Design stellen wir selten direkt auf Messen aus. Stattdessen arbeiten wir mit unseren europäischen Vertriebspartnern zusammen, die unsere Produkte auf deren Messeständen präsentieren. Die deutschen Messen bieten eine ideale Gelegenheit, um mit europäischen Kunden in Kontakt zu treten, da viele von ihnen diese Veranstaltungen besuchen. Unser Vertriebs- und Marketingteam ist jedes Jahr vor Ort, um neue Produkte vorzustellen und sich mit kleineren Kunden über laufende Projekte auszutauschen.

Welche Produkte aus Ihrem Portfolio passen besonders gut auf den europäischen Markt?

Optische Verfolgung: Sensor zur relativen Verfolgung von Bewegung und Positionierung auf einer Oberfläche.(Bild:  PixArt)
Optische Verfolgung: Sensor zur relativen Verfolgung von Bewegung und Positionierung auf einer Oberfläche.
(Bild: PixArt)

Optischer Tracking-Sensor zur relativen Verfolgung von Bewegung und Positionierung auf einer Oberfläche.(Source:  PixArt)
Optischer Tracking-Sensor zur relativen Verfolgung von Bewegung und Positionierung auf einer Oberfläche.
(Source: PixArt)

Eines unserer aktuellen Produkte ist ein optischer Tracking-Sensor, der eine hohe Genauigkeit bei Bewegungs- und Positionsverfolgung auf Oberflächen bietet. Konkret heißt das, der optische Tracking-Sensor für die relative Verfolgung von Bewegung und Positionierung auf einer Oberfläche bietet einen wiederholten Genauigkeitsfehler bei Nennhöhe von ±0,015 mm für über 25 mm (99,94 Prozent). Das Gerät hat eine hohe Geschwindigkeit von bis zu 5 m/s bei einem Stromverbrauch von 0,6 mA. Die daraus resultierenden Anwendungen reichen von Medien-Druckmaschinen über Nähmaschinen bis hin zu Werkzeugen und Hautpflegegeräten. Ein weiteres Highlight ist unser Smart Pixel Optical Sensing mit AI-gestützter Pixeldesign-Technologie, das besonders in der Fabrikautomation und Bewegungsüberwachung zum Einsatz kommt.

Smart Pixel Optical Sensing: Eingebettet in den Pixel-Designs mit Schaltkreisen zum Bildvergleich und KI-gesteuerten Algorithmen.(Bild:  PixArt)
Smart Pixel Optical Sensing: Eingebettet in den Pixel-Designs mit Schaltkreisen zum Bildvergleich und KI-gesteuerten Algorithmen.
(Bild: PixArt)

Das Modul Smart Pixel Optical Sensing ist mit einem Schaltkreis zum Bildvergleich und KI-gestützten Algorithmen in das Design des Bausteins integriert.(Bild:  PixArt)
Das Modul Smart Pixel Optical Sensing ist mit einem Schaltkreis zum Bildvergleich und KI-gestützten Algorithmen in das Design des Bausteins integriert.
(Bild: PixArt)

Weitere Produkte aus unserem aktuellen Angebot sind ein optischer Navigationssensor. Dieser bietet Geschwindigkeiten bis zu 19 m/s), eine hohe Beschleunigung bis zu 50 g und eine Auflösung bis zu 30.000 dpi. Zielanwendungen sind jede Hochgeschwindigkeits-Bewegungsverfolgung, die über die PC-Maus hinausgeht, Hochgeschwindigkeits-Verfolgung für Test- und Messwerkzeuge/Instrumente mit kundenspezifischer Optik und hochgenaue relative Verfolgung. Eine kapazitive Hand-Off Detection (HOD) verwendet eine acht-kanalige selbst-kapazitive Sensortechnik und einen eingebauten HOD-Algorithmus. Damit lassen sich sowohl Einzel- als auch Multizonen erkennen. Sie kann auf Lenkrädern mit Leder- oder PU-Belag und mit Handschuhen verwendet werden. Typische Anwendungen sind Hand-Off-Erkennung für ADAS und Berührungserkennung für die sichere Bedienung von Maschinen und Handwerkzeugen.

Welche Marktsegmente adressieren Sie besonders?

Wir konzentrieren uns auf drei Hauptsegmente: Smart Home, industrielle Automatisierung und Automobiltechnik. Für alle drei Felder bieten wir spezialisierte Lösungen für Heimautomation, industrielle Maschinen und ADAS-Systeme (Advanced Driver Assistance Systems).

Unser Marktfokus wird immer auf Nicht-Display-Anwendungen liegen, bei denen die Mensch-Maschine-Schnittstelle von entscheidender Bedeutung ist. Unsere Expertise und unser technologisches Know-how liegen in intelligenten Sensor-SoC-Lösungen, die CMOS-Imager, Optiken und proprietäre Algorithmen-Engines umfassen. Dank unserem Know-how bei Navigationsgeräten sind wir gut positioniert für PC-Spiele und Peripheriegeräte und expandieren weiter in die industrielle Bildverarbeitung für IoT, Wearable und Automation Controls, Smart Home und Automotive-Plattformen. Wir beginnen mit der Entwicklung von Produkten für die Automobilindustrie und investieren in die AEC-Q100-Zertifizierung unserer Geräte.

Wir beobachten die Bedürfnisse der einzelnen Marktsegmente sehr genau, während sie ihre Definitionsphasen innerhalb des Marktes durchlaufen, um unsere Produkte gut auf die Bedürfnisse abzustimmen.

Hintergrund PixArt

PixArt wurde im Juli 1998 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Hsinchu, Taiwan, mit Niederlassungen im Silicon Valley, USA, in Dänemark, Malaysia, Japan, Korea und China. PixArt Imaging Inc. ist ein Sensor- und Navigations-IC-Entwicklungsunternehmen, das sich auf CMOS-Bildsensoren, kapazitive Berührungssensoren, MEMS und die damit verbundene ASIC-Entwicklung spezialisiert hat, um die heutigen komplexen Mensch-Maschine-Schnittstellen und Machine-Vision-Designs zu unterstützen.
PixArt verfügt über umfangreiche Erfahrung im Mixed-Signal-Bildverarbeitungsdesign und in der Systementwicklung und widmet sich der Entwicklung neuartiger Technologien zur Überwindung der Barriere zwischen Mensch und Maschine. PixArt bietet kundenspezifische ASICs nach Kundenspezifikation an und kann auch Software-Entwicklungsdienstleistungen einschließlich Test-, Kalibrier- und Konfigurationsprogrammen anbieten.

Die Meilensteine von PixArt

Wie wichtig ist technischer Support für Ihre Kunden?

Technischer Support ist für uns ein zentraler Bestandteil unseres Kundenservices. In Deutschland haben wir eine lokale Niederlassung, die PixArt Germany, um unseren europäischen Kunden nahe zu sein. Unser erfahrenes Team von Field Application Engineers (FAE) in Taiwan arbeitet eng mit unseren Vertriebspartnern in Europa zusammen, um eine schnelle und effektive technische Unterstützung zu gewährleisten.

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Mit welchen Vertriebspartnern arbeiten Sie in Europa und Deutschland zusammen?

Wir arbeiten mit Codico, einem in Österreich ansässigen Distributor, sowie EPS aus Irland zusammen. Beide Unternehmen unterstützen unsere Kunden mit lokalen Vertriebsteams in Deutschland und London. (heh)

* Johann Wiesböck ist Fachjournalist und ehemaliger Chefredakteur der ELEKTRONIKPRAXIS.

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