Industrie 4.0

Individuelle Massenproduktion zu Kosten einer Serienfertigung

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Neue Geschäftsmodelle und Services – Flexibilität, Modularität, Schnelligkeit

„Essenzielle Trends, die den Wandel im Maschinenbau herausfordern und beschleunigen, werden unter dem Begriff Industrie 4.0 und Smart Factory subsumiert: Die Verkettung und Vernetzung von Maschinen oder Anlagen, deutlich stärkere Dominanz der Software, verstärkte Durchdringung von Automatisierungslösungen, das Erfassen/Auswerten und Nutzen von Datenmaterial, vorbeugende Wartung sowie die markante Zunahme von interdisziplinären Fragestellungen und ebensolchen Teams“, damit greift Matthesius nur einige Beispiele auf. Es gehe darum, neue Überlegungen bei der Produktionsoptimierung anzustellen, neuartige Geschäftsmodelle oder Dienstleistungen zu entwickeln und innovative Ideen einzubringen.

Eine Maschine werde nicht mehr „fertig“ ausgeliefert, sie passt sich zukünftigen Anforderungen flexibel an – dies kann Softwareupdates, modulare Erweiterungen, erneuerte Vernetzungen und/oder Redesigns umfassen. Neben Ansätzen wie Fernwartung über sichere VPN-Tunnel werden neue Beratungsleistungen und Services entstehen, erklärt Matthesius.

Insgesamt gelte es, Innovationen schneller umzusetzen, schließlich sei der potenzielle Mitbewerber im globalen Markt mit seiner Idee oder seinem Produkt lediglich einen Mausklick entfernt. „Weitere virulente Themen werden Datensicherheit – unternehmensintern und -extern – ferner Datenintegrität, Cloud-Computing und ein vereinfachtes Handling gleichwie Programmieren der Maschinen sein“, erklärt Matthesius. Via Tablet könnten Wischgesten statt Programmierbefehlen das Bedienen vereinfachen. Tablets ebenso wie Smartphones halten außerdem als Kommunikationsmittel vermehrt Einzug in den Maschinenbau.

Wandel gestalten – in der Software liegt der Schlüssel zum Erfolg

Der Wandel im Maschinenbau wird sukzessive mit vielen kleinen und großen Projekten erfolgen, über mehrere Jahre hinweg. Das Internet bildet als Kommunikationsplattform die Basis. Automatisierungssysteme von morgen erhöhen aber nicht lediglich ihren Ausstoß pro Zeiteinheit oder werden noch effizienter, künftig werden Produkte in einer Maschine oder Anlage zudem variabler und individueller gefertigt. Die Anforderungen an die Flexibilität der Produktionssysteme steigen massiv, sie müssen wandlungsfähiger ausgelegt sein.

Künftig erfolgt zudem die Steuerung nicht mehr Top-down, die „Rohmaterialien“ erhalten – oder enthalten via Datenträger – präzise Informationen darüber, welche Fertigungsschritte sie durchlaufen, bis das kundenindividuelle Produkt zur Auslieferung ansteht.

Hierbei kommt der Software und Kommunikationstechnik eine Schlüsselfunktion zu: Die Hardware, später nur noch ein Prozessinterface, wird durch sich ständig wandelnde Software veredelt und kann völlig unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die Kommunikation aller beteiligten Geräte, Anlagen und Softwarelösungen verschiedener Hersteller erfolgt über das Internet der Dinge. Dies benötigt Standards und Normen, innerhalb derer sich die Systeme adaptiv und lernfähig erweisen müssen. Gleiches betrifft die Sicherheit, Wartbarkeit und den Fernzugriff der Anlagen. Im ganzheitlichen Ansatz liegt die Zukunft der Kommunikation. Eine durchgängige Kommunikation vereinfacht und beschleunigt Prozesse, schafft Transparenz und reduziert Kosten.

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