NPU statt diskreter GPU Humanoider mit neuem Intel-SoC als Onboard-Gehirn

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Der humanoide Roboter RoBee von Oversonic läuft künftig mit einem neuen Panther-Lake-Prozessor von Intel direkt im Gerät. Sprachverarbeitung, Wahrnehmung und Entscheidungslogik wandern damit vom Rechenzentrum auf den Roboter selbst.

RoBee: Oversonics humanoider Assistenzroboter nutzt Intels Core-Ultra-300-SoC („Panther Lake“) für KI-Inferenz direkt im Gerät, etwa für Sprache, Wahrnehmung und einfache Entscheidungslogik.(Bild:  Intel)
RoBee: Oversonics humanoider Assistenzroboter nutzt Intels Core-Ultra-300-SoC („Panther Lake“) für KI-Inferenz direkt im Gerät, etwa für Sprache, Wahrnehmung und einfache Entscheidungslogik.
(Bild: Intel)

Der italienische Robotikhersteller Oversonic hat auf der CES 2026 seinen humanoiden Roboter RoBee mit einem neuen Rechenhirn gezeigt: einem brandaktuellen Intel-Core-Ultra-300-SoC (Codename Panther Lake) für sein Edge-Anwendungen. Welches Modell der insgesamt 14 neuen Intel-Notebook-Chips hier zum Einsatz kommt, lassen die Hersteller offen. Die NPU-Leistung variiert nur gering (46 bis 50 TOPS). Daher dürfte es sich um einen sparsamen i5 oder i7 handeln.  Dedizierte Embedded-/Edge-Modelle für den Industrie-Einsatz sollen noch folgen. Auch das ist eine Neuheit gegen über den Vorgänger Lunar Lake: Dort waren keine Industrie-SKUs vorgesehen.

Humanoide Roboter gelten bislang als rechenhungrig, teuer und stark von externer Infrastruktur abhängig. Oversonic versucht, dieses Bild aufzubrechen: RoBee soll als Assistenzroboter in Fabriken, Logistikzentren, Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen arbeiten. Dafür muss er sprechen, hören, sehen und reagieren können, ohne spürbare Verzögerung und möglichst unabhängig von stabilen Netzwerkverbindungen. Statt externe GPU-Module oder Cloud-Anbindungen zu nutzen, verlagert Oversonic zentrale KI-Funktionen direkt auf den Roboter: Sprache, Wahrnehmung und einfache Entscheidungsprozesse laufen damit lokal im Gerät. Der Roboter analysiert seine Umgebung, erkennt Personen, reagiert auf Gesten und beantwortet Fragen, ohne dafür permanent mit einem externen Server kommunizieren zu müssen.

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Lokale Verarbeitung senkt die Latenz, erhöht die Ausfallsicherheit und reduziert Abhängigkeiten von externen Netzen. Gleichzeitig vermeidet sie, dass Bild- oder Audiodaten ungefiltert das Werk oder die Einrichtung verlassen. Gerade in sensiblen Umgebungen wie Produktion oder Gesundheitswesen spielt das eine wesentliche Rolle.

Intel Core Ultra 300: Was steckt da drin?

Intel veröffentlichte die Core Ultra Series 3 zur CES 2026. Der sparsame Chip mit dem Codenamen Panther Lake kommt vorrangig in Consumer-Rechnern, wie etwa dünnen Notebooks zum Einsatz, wo auch schlichtweg höhere Absatzzahlen erzielt werden. Mit dem RoBee zeigen Oversonic und Intel aber auch alternative Anwendungsfelder und springen auf den Robo-Hype der CES auf, die längst keine reine "Consumer Electronics Show" mehr ist.

Technisch setzt Intel dabei auf die bekannte Kombination aus klassischer CPU, integrierter GPU und einer dedizierten NPU im selben Chip. Steuerungsaufgaben und Betriebssystem laufen auf der CPU, visuelle Modelle und Sprachmodelle auf GPU und NPU.

Weg von der dedizierten GPU in der Anwendung

In der Robotik heißt das nicht, dass das Training großer Modelle auf lokalen GPUs entfällt. Die eigentliche Nutzung, also die Inferenz im laufenden Betrieb, soll jedoch zunehmend ohne separate Beschleuniger auskommen.

Für Oversonic bedeutet das: weniger Bauraum, geringerer Energiebedarf und eine einfachere Systemintegration. Gerade bei humanoiden Robotern, die mobil arbeiten und auf Batteriebetrieb angewiesen sind, zählt jedes eingesparte Watt. Gleichzeitig sinken die Systemkosten, wenn keine zusätzlichen Rechenmodule, Netzteile und Kühlsysteme notwendig sind. (mc)

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