NASA-Raumsonde Hocheffiziente Solarzellen bringen Juno zum Jupiter

Redakteur: Peter Koller

Voraussichtlich am kommenden Wochenende wird die NASA ihre Juno-Raumsonde auf die Reise zum Jupiter schicken – und sich dabei erstmals bei einer Mission dieser Art auf Solarzellen als Hauptenergiequelle verlassen.

So wird die Juno-Raumsonde aussehen, wenn sie den Jupiter erreicht hat (Grafik: NASA)
So wird die Juno-Raumsonde aussehen, wenn sie den Jupiter erreicht hat (Grafik: NASA)

Jupiter ist etwa fünf von mal soweit von der Sonne entfernt wie die Erde. Bei derartigen Missionen wurden Raumsonden in der Vergangenheit mit Isotopen-Batterien ausgestattet, in denen der Zerfall von radioaktivem Plutonium 238 die notwendige Energie für den Betrieb des Raumfahrzeugs generiert.

Juno ist eine Weltpremiere: Erstmals verlassen sich die Experten auf Solarenergie als Hauptenergiequelle. Dazu trägt Juno drei riesige Panels aus insgesamt 18.698 hocheffizienten Gallium-Arsenid-Solarzellen mit sich. Die Solaranlage umfasst eine Fläche von 60 Quadratmeter und entfaltet sich rund fünf Minuten nach der Trennung von der Atlas-V551-Startrakete innerhalb von drei Minuten durch die Zündung von kleinen Treibladungen.

Kurz nach dem Start bei etwa gleichem Abstand zur Sonne wie die Erde produziert die Anlage rund 14 Kilowatt Leistung. Einmal beim Jupiter angekommen, wird dieser Wert bis auf 400 Watt gesunken sein, da nur noch 1/25 der Sonnenenergie verfügbar ist.

Um Energieknappheit zu vermeiden, wenn die Sonde sich zum Beispiel im Erdschatten befindet, sind zwei Lithium-Ionen-Akkus mit einer Kapazität von 55 Ampere-Stunden an Bord.

Gesteuert wird Juno von einem RAD750 Flight Processor (basierend auf dem IBM PowerPC 750 RISC-Prozessor) mit 200 MHz Taktfrequenz sowie 256 Megabyte Flash-Memory und 128 Megabyte DRAM-Arbeitsspeicher. Äußerst bescheiden selbst im Vergleich zu aktuellen Smartphones, aber mehr als ausreichend für die Mission.

Aufgabe der Juno-Sonde wird es sein, mehr über die Zusammensetzung des größten Planeten im Sonnensystem herauszufinden, der immer in dichte Wolken eingehüllt ist.

Wann Juno genau abheben wird, ist noch nicht klar, das Startfenster umfasst den Zeitraum vom 6. bis zum 26. August. Den Jupiter erreichen wird Juno voraussichtlich am 4. Juli, dem Nationalfeiertag der USA, im Jahr 2016 – nach einer Reise von 2800 Millionen Kilometern.

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