Hubble-Nachfolger

Hochauflösendes Weltraumteleskop soll Jagd auf außerirdisches Leben machen

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Die Entdeckung von Exo-Erden und möglichem Leben

Mit einem 12 Meter durchmessenden Spiegel würde das HDST noch schärfere Bilder des Universums liefern. "Es würde mehr als 20 Hubbles benötigen, um mit dem Spiegel des HDST gleichzuziehen," sagt Julianne Delcaton, eine Astronomin der Universität Washington. Das Ergebnis ist eine größere Tiefenschärfe und Sensibilität gegenüber Licht. Bilder wären bis zu 5 mal schärfer und bis zu 100 mal feiner bei Aufnamen in verschiedenen Lichtspektren. Damit könnte es Objekte wie einen Exo-Planeten erfassen, der auch nur ein Photon pro Sekunde absondert.

Größenvergleich der Spiegel des Hubble-Teleskops, JWST und HDST: Um die Leistung des knapp 12 Meter großen Spiegels des HDST zu erreichen, würde es nach Angabe von AURA-Astronomen 20 Hubble-Teleskope benötigen.
Größenvergleich der Spiegel des Hubble-Teleskops, JWST und HDST: Um die Leistung des knapp 12 Meter großen Spiegels des HDST zu erreichen, würde es nach Angabe von AURA-Astronomen 20 Hubble-Teleskope benötigen.
(Bild: AURA Studie)
Aufnahmen in Ultravioletten, Infraroten und sichtbaren Lichtspektrum würde Forscher in die Lage versetzen, entferntere, schwächer sichtbare und kleinere Objekte als jemals zuvor zu beobachten und untersuchen. Im Bezug auf unsere Sonnensystem würde das bedeuten, dass beispielsweise Manhattan von einem Orbit im Jupiter aus beobachtet werden könnte, wie das Wissenschaftsmagazin Popular Science erklärt.

An die Tausend Exo-Planeten wurden bislang mit dem Kepler Weltraumteleskop entdeckt. Forscher glauben, dass noch zahlreiche weitere Planeten existieren, die quasi Zwillinge zu unserer Erde darstellen. Nach Ansicht zahlreicher in AURA organisierten Astronomen stellt HDST die beste Gelegenheit dar, um erdgroße Exo-Planeten ausfindig zu machen. Das Teleskop könnte ein Objekt entdecken die Atmosphäre charakterisieren und nach Spuren von Leben suchen, etwa Anzeichen von Wasser oder Sauerstoff.

Allein: Weltallteleskope sind alles andere als billig: AURA schätzt, dass das HDST etwa so viele Gelder benötigen würde, wie sie bereits für das James Webb Teleskop veranschlagt wurden. Dieses hat bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt umgerechnet etwa 8 Milliarden Euro gekostet. Um diese Kosten zu tragen, setzt die entsprechende, 170-seitige AURA-Studie zur Zukunft der Erforschung des Weltalls daher noch stärker als beim JWST auf internationale Kooperation.

"Wenn eine Generation eines Tages ins All hinausblickt, wird sie eine tiefgründige Wahrheit entdecken: Dass wir nicht länger alleine in der Leere des Weltalls sind," sagt Matt Mountain über seine Vision. "So wie uns Kopernikus und Darwin unumkehrbar verändert haben, werden auch wir mit der Erkenntnis konfrontiert werden, dass wir nicht länger einzigartig sind - das Evolution auch andernorts stattgefunden hat. Wir können diese Generation sein".

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