ELEKTRONIKPRAXIS sprach mit Jonathan Ballon, Vice President von Intels Internet of Things Group, über die Gründe für die bemerkenswerte Kooperation mit Wettbewerber ARM sowie über Intels IoT Strategie.
Internet of Things: Das Onboarding bremst die Verbreitung des Maschinennetzes aus.
Vor kurzem haben Intel und ARM eine erstaunliche Partnerschaft im Bereich Internet of Things (IoT) bekanntgegeben: Unter dem Slogan „Any Device To Any Cloud“ haben die beiden Prozessoranbieter beschlossen, ihre IoT-Plattformen zu koppeln und bestimmte Dienste wechselseitig und übergreifend für die Endkunden verfügbar zu machen. Zukünftig unterstützt Intels „Security Device Onboard“-(SDO)-Angebot ARM-basierte IoT-Endgeräte, während ARMs Pelion-Plattform Dienste für Intels x86-basierte Systeme bereitstellt.
Ziel ist es, durch weitgehend automatisiertes Zuweisen individueller Kenn- und Zugangsdaten – das so genannte Onboarding – zu einem beliebigen Zeitpunkt in der Lieferkette das Bereitstellen von IoT-Geräten zu vereinfachen und so die Adaption von IoT-Applikationen zu beschleunigen.
ELEKTRONIKPRAXIS: Intel SDO und ARM Pelion sind beides verhältnismäßig junge Plattformen. Warum haben Intel und ARM beschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und einen gemeinsamen Weg für das Onboarding von IoT-Produkten einzuschlagen?
Jonathan Ballon, Vice President Internet of Things Group, Intel: Intel und ARM verfügen zusammengenommen über Ökosystempartnerschaften, die Tausende von Lieferanten umfassen, die wiederum Milliarden von Geräten bauen. Wir haben beide erkannt, dass – da wir als Prozessorhersteller mit unseren Produkten von Beginn an in den Lebenszyklus eines IoT-Geräts involviert sind – wir gut positioniert sind und das Problem des Onboardings gemeinsam lösen können.
Beide Unternehmen haben eine Schnittstelle zwischen ihren IoT-Plattformen SDO und Pelion realisiert, um den Prozess des Onboarding von IoT-Geräten für die Kunden zu erleichtern. Was ist der Nutzen für Intel und für ARM?
ARM und Intel sind beide der Meinung, dass das Onboarding eine der wesentlichen Herausforderungen ist, die eine schnellere Einführung von IoT-Geräten verlangsamt. Von der Zusammenarbeit bei der Lösung dieses Problems wird die gesamte Branche profitieren. Die heutige Situation ist ein Flickenteppich aus fragmentierten, nicht interoperablen Teillösungen, die es Kunden und Lieferanten erschweren, das mögliche Potenzial vollständig auszuschöpfen.
Die Zusammenarbeit zwischen Intel und ARM ist der erste praktische Schritt der Branche zu einer plattformneutralen und Cloud-neutralen Lieferkette für IoT-Geräte. Intel profitiert unter anderem deswegen, weil daraus mehr Dynamik für unsere SDO-Initiative entsteht. Zudem ergibt sich durch die Kooperation die Möglichkeit, ARM-basierte Geräte sicher einzubinden, was wiederum den adressierbaren Markt (TAM, Total Adressable Market) für Intel vergrößert.
Wie ergänzen sich die beiden Plattformen von ARM und Intel? Und welcher Nutzen ergibt sich daraus für den IoT-Gerätehersteller?
Intel SDO ermöglicht die späte Bindung von Geräte- und Cloud-Anmeldeinformationen an die IoT-Knoten, während ARM Pelion die späte Bindung von Cloud-Device-Management-Services und Applikations-Frameworks ermöglicht. Durch das Kombinieren beider Lösungen können wir von einer Lieferkette mit vielen voneinander getrennten Silo-Bereichen hin zu einem harmonisierten, übergreifenden Framework für das Design und Beschaffen sicherer, vernetzbarer Geräte übergehen.
Ein Gerät kann ohne Wissen darüber hergestellt werden, wem es gehört oder an welchen Cloud-Service es angeschlossen wird. Das Cloud Application Framework und die Zugangsdaten für den Endbenutzer können nun an jeder Stelle der Lieferkette festgelegt werden.
Wie geht es nun weiter mit Intel SDO?
Intel will das Edge Computing weiterentwickeln. Einfachere Onboarding-Prozesse zahlen für dieses Ziel ein, indem sie Anwendern die Möglichkeit bieten, Edge-Computing-Knoten On-Premise, also am kundeneigenen Standort, oder in der Cloud „just in time“ einzubinden und unmittelbar nutzen zu können. Die Intel SDO-Plattform wurde zuerst gestartet und steht daher in der Pole-Position.
Unsere Onboarding-Methode ist nach wie die einzige, die eine zeitlich verzögerte, spätere Bindung von IoT-Knoten im Bereitstellungsprozess zulässt. Darauf wollen wir aufbauen und Intel SDO als gängige Methode für das Einbinden von IoT-Knoten und das Zuweisen von Eigentümerschaften in späten Stadien der Produktions- und Lieferkette etablieren. Die Möglichkeit, sowohl Intel- als auch ARM-basierte Geräte einbinden zu können, unterstreicht die Neutralität unserer SDO-Plattform.
Mit Pelion versucht ARM, sich vom reinen Prozessor-IP-Anbieter auch zu einem IoT-Lösungsanbieter zu entwickeln. Wird Intel den gleichen Weg gehen und konkurrieren?
Im Moment sammeln Intel und ARM nach Kunden- und Ökosystem-Feedback zu den Prototypen. Wir erwarten, dass wir Ende 2018 Pilotkunden gewinnen. Weitere Details werden wir zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen.
Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Erwarten Sie, dass das IoT-Geschäft eine zunehmend wichtige Rolle für die Geschäftsstrategie von Intel spielen wird?
Es war ein erstaunliches Jahr für die Internet of Things Group bei Intel. Wir arbeiten hart daran, eine datengesteuerte Technologiebasis für Brancheninnovationen zu definieren und zu entwickeln. Unsere Strategie ist es, Ende-zu-Ende-Distributed-Computing in allen Branchen voranzutreiben. Dazu konzentrieren wir uns auf Chip-Plattformen und das Konsolidieren der Arbeitslast am Edge.
Stand: 08.12.2025
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Intel hat in diesem Bereich große Erfolge erzielt, mit Ankündigungen rund um das OpenVINO-Toolkit und Computer-Vision-Beschleunigern, die auf einer Kombination aus Movidius-Chips und Arria-FPGAs basieren. Das umfangreiche Portfolio der Intel IoT Group an hochmodernen Vision-Produkten wird auch im kommenden Jahr dazu beitragen, das datenzentrierte Geschäft von Intel voranzutreiben.