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Industrie-PC Pokini Z, winzig, lüfterlos, leistungsstark
Ein Beispiel hierfür ist der Pokini Z. Das Gerät ist der kleinste lüfterlose Industrie-PC auf dem Markt. Mit einem Volumen von 0,3 Litern verfügt er dank Intel-Atom-Prozessor bis zu 2 GHz Taktrate an Leistung. Das Gerät ist mit bis zu 2 Gigabyte Arbeitsspeicher ausgestattet, der wie der Prozessor fest mit dem Board verlötet ist. So wird gewährleistet, dass sich die Komponenten nicht durch Erschütterungen lösen. Der Pokini Z ermöglicht die Integration einer 2,5 Zoll SATA SSD und bietet zwei Netzwerkanschlüsse. Das Gerät verfügt über eine Auto-On- und Wake-on-LAN-Funktion sowie PXE Boot. Es unterstützt die Betriebssysteme Linux, Embedded OS und Windows 7. Selbst unter Windows XP ist der Industrie-PC lauffähig.
Um die Integration des Pokinis auch in alten Maschinen zu vereinfachen, steht eine Reihe an Zubehör zur Verfügung. Zur Befestigung des Geräts in Racks oder Schaltschränken dient eine Hutschienenhalterung. Zudem sind VESA-Halterungen für die Anbringung des Industrie-PCs an der Wand oder an einem Monitor sowie ein Standfuß erhältlich. Es gibt entsprechend den Einsatzszenarien eine Reihe an passenden Netzteilen für den Pokini. Zusätzliche Adapter und Kabel runden das Portfolio ab.
Der Textilmaschinenhersteller BRÜCKNER nutzt den Pokini Z von EXTRA zur Steuerung und Fernwartung seiner Anlagen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Maschinen und Anlagen zur Beschichtung und Ausrüstung von Bekleidungstextilien, technischen Textilien, Vliesstoffen und Bodenbelägen. Die ausschließlich in Bayern gefertigten Anlagen von BRÜCKNER sind weltweit im Einsatz. Dazu gehört auch ein entsprechender Service mit Inbetriebnahme vor Ort sowie kontinuierlichem Support. Für die Industrie-PCs hat das Unternehmen eine Reihe von Voraussetzungen definiert:
In der Textilindustrie sind die Anforderungen hinsichtlich der Hardware insgesamt hoch. Sie muss auch unter hohen Temperaturen bis zu 70 Grad Celsius zuverlässig und unterbrechungsfrei arbeiten.
Vorteile einer SSD gegenüber Standard-Festplatten
Das hohe Flusenaufkommen in den Maschinen erfordert lüfterlose Gehäuse. Da es in der Anlage zu Vibrationen kommt, empfiehlt sich eine rüttelfeste Verlötung. Daher ist auch eine SSD die bessere Wahl gegenüber einer herkömmlichen Festplatte, da diese durch die Erschütterung häufiger zu Ausfällen neigen. Neben diesen Grundvoraussetzungen hat BRÜCKNER spezielle Anforderungen an die Geräte. Der Textilmaschinenhersteller setzt nicht-PC-basierte Steuerungen von Siemens ein. Zudem möchte er jederzeit über Fernwartung auf seine Anlagen zugreifen. Früher wurde dies über kundenspezifische VPN Clients gelöst. BRÜCKNER musste für jeden Kunden eine eigene virtuelle Maschine anlegen, da die verschiedenen VPN Clients zueinander inkompatibel waren. 2012 entschied sich das Unternehmen, eine eigene Lösung zu entwickeln.
Heute arbeitet BRÜCKNER mit einer VPN-Verbindung über TeamViewer, das zudem eine Remote-Desktop-Verbindung aufbauen kann. Sobald der Industrie-PC Internetzugang hat, kann BRÜCKNER auch auf die Anlage zugreifen. Somit entfallen zusätzliche Absprachen mit dem Kunden und der Prozess wird deutlich vereinfacht. Dementsprechend ist ein Gerät mit Windows-Betriebssystem erforderlich. Nicht zuletzt wegen der Option für zwei Netzwerkkarten entschied sich BRÜCKNER für den Pokini Z von EXTRA.
Trennung des Maschinennetzwerks vom Internetzugang
So kann das Maschinennetzwerk vom Internetzugang getrennt und über die VPN-Verbindung ferngewartet werden. Das vereinfacht zum einen den Telefonsupport, zum anderen können die Kunden selbst über TeamViewer die Softwarekonfiguration nachvollziehen und so gleichzeitig geschult werden. Ein weiterer Vorteil des Pokinis ist die WLAN-Antenne. Die Anlagen von BRÜCKNER sind sehr groß und teilweise 100 oder 200 Meter lang. Bei der Installation der Maschine müssen die Inbetriebnehmer Zugriff auf die Steuerung haben. Über die WLAN-Antenne wird ein Access-Point eingerichtet auf den sie per Laptop zugreifen können. Dank der Auto-On-Funktion fährt das Gerät hoch, sobald es an den Strom angeschlossen wird.
Das Betriebssystem wird direkt in den Arbeitsspeicher geladen. Deshalb wird auch keine zusätzliche unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) benötigt. Auch wenn es zur Veränderung am Betriebssystem kommt oder Änderungen in Programmen stattfinden, werden beim nächsten Neustart alle Einstellungen automatisch zurückgesetzt. BRÜCKNER stellt dafür EXTRA das Image zur Verfügung, das bei der Produktion der Pokinis aufgespielt wird. In der Regel wird der IPC nicht aktiv bedient, sondern läuft ab Inbetriebnahme im Hintergrund. Auch in Sachen Sicherheit ist vorgesorgt: Das Gerät verfügt über eine Firewall und die Maschinenteilnehmer sind noch einmal zusätzlich durch eine Authentifizierung geschützt.
Mittlerweile setzt BRÜCKNER über 300 Pokinis in seinen Anlagen ein. Diese sind weltweit vernetzt, sodass das Unternehmen den Support über die Fernwartung bis nach China leisten kann. Der Pokini erlaubt zudem, Windows-basierende Software kundenspezifisch auf die Rechner aufzuspielen. Somit verfügt BRÜCKNER über eine Lösung, die allen Anforderungen eines Industrie-PCs in der Textilindustrie entspricht und variabel angepasst werden kann.
* Alexander Plöger ist Product Manager Industry bei EXTRA Computer.
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